Masterarbeit, 2012
78 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Stand der Forschung
2.1 Diekmann-Opp-Modell
2.2 Spieltheorie und Rational-Choice-Ansatz
2.3 Lüdemann und seine Studie am ALLBUS-Datensatz 2000
3. Theorie
3.1 Theoretische Fundierung
3.2 Kritik am Rational-Choice-Ansatz
3.3 Herleitung von Forschungshypothesen
4. Methode
4.1 Daten
4.2 Operationalisierung der Variablen
5. Ergebnisse
5.1 Bivariate Prüfung der Forschungshypothesen
5.2 Multivariate Prüfung der Forschungshypothesen
6. Diskussion und Zukunftsausblick
III Begriffskatalog
III.1 Bereichseinschränkung
III.2 Definitionen
Die vorliegende Arbeit untersucht das abweichende Verhalten am Beispiel des „Schwarzfahrens“, um mittels der Rational-Choice-Theorie zu analysieren, welche Faktoren die Entscheidungsfindung von Delinquenten beeinflussen und welche Motivationen hinter diesem Handeln stehen.
3.1 Theoretische Fundierung
Der Ansatz des Rational Choice und die Spieltheorie sollen unter diesem Kapitel als theoretische Fundierung meiner Hypothesen dienen. Dafür möchte ich in den nachfolgenden Absätzen auf Begrifflichkeiten wie ‚homo oeconomicus‘ eingehen und die Vor- und Nachteile des Rational Choice darlegen.
Der grundlegende Fakt des Rational Choice ist, dass jedes Individuum durch Handeln seinen Nutzen maximieren möchte. Dies gelingt nur, indem die Handlungssituation und die Folgen der Alternativen nach ihrem jeweiligen Nutzen abgeschätzt und den dabei entstehenden Kosten entgegen gesetzt werden. Dies setzt einen rational denkenden Akteur voraus, der seine Handlungen bewerten und in eine Rangordnung bringen kann – den ‚homo oeconomicus‘. Zudem besitzt er vollständige Informationen über sein Umfeld, um solche Entscheidungen fällen zu können.
Rational Choice Theorien sind demzufolge akteurszentriert und haben die Erklärung kollektiver Sachverhalte zum Ziel. Demnach ist ‚abweichendes Verhalten‘ ebenso eine Option aus einem Set von Handlungsalternativen, wie das legale Handeln.
Der rationale Akteur wird sich dann für eine Handlungsoption entscheiden, sobald der persönliche Nutzen für ihn steigt und die persönlichen Kosten für ihn sinken. Hier spielt die subjektive Einschätzung dieser Komponenten eine große Rolle. Schließlich entscheidet jeder für sich selbst, worin konkret die Kosten und der Nutzen für einen bestehen.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsthemas „Schwarzfahren“ als Beispiel für abweichendes Verhalten und Formulierung der leitenden Forschungsfragen.
2. Stand der Forschung: Überblick über bestehende Modelle, insbesondere das Diekmann-Opp-Modell sowie spieltheoretische Ansätze in der kriminologischen Forschung.
3. Theorie: Detaillierte theoretische Fundierung mittels Rational-Choice-Theorie, kritische Reflexion des Ansatzes und Ableitung der zentralen Forschungshypothesen.
4. Methode: Beschreibung des Datensatzes (ALLBUS 2000), der Stichprobe sowie der Operationalisierung der Variablen für die quantitative Analyse.
5. Ergebnisse: Präsentation der bivariaten und multivariaten Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Forschungshypothesen.
6. Diskussion und Zukunftsausblick: Interpretation der Ergebnisse, kritische Würdigung der Methodik und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der Verkehrsdelikte.
III Begriffskatalog: Definition grundlegender Begriffe der Arbeit wie Kriminalstatistik, Rechtssoziologie und abweichendes Verhalten.
Schwarzfahren, Rational Choice, Spieltheorie, ALLBUS, abweichendes Verhalten, Sanktionen, Entdeckungswahrscheinlichkeit, Kriminalsoziologie, Handlungsalternativen, Gesetzesbefolgung, Nutzenmaximierung, Delinquenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Verhaltensintention von Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrausweis nutzen, umgangssprachlich „Schwarzfahren“ genannt.
Die zentralen Themenfelder sind die Kriminalsoziologie, die rationale Entscheidungsfindung (Rational Choice), das Diekmann-Opp-Modell sowie die spieltheoretische Analyse von Kosten-Nutzen-Kalkülen bei Regelverstößen.
Das Ziel ist es, mittels Rational-Choice-Theorie zu erklären, welche Argumente und Motivationen einen Individuum dazu bewegen, trotz möglicher Sanktionen eine „Schwarzfahrt“ vorzuziehen.
Es handelt sich um eine empirische quantitative Analyse, die den Datensatz „ALLBUS 2000“ verwendet und multivariate logistische Regressionsmodelle zur Hypothesenprüfung einsetzt.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Rational Choice), die kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand, die methodische Vorgehensweise und die statistische Auswertung der Daten detailliert dargestellt.
Wesentliche Begriffe sind Schwarzfahren, Rational Choice, Sanktionen, Entdeckungswahrscheinlichkeit und die spieltheoretische Modellierung von abweichendem Verhalten.
Die Arbeit zeigt auf, dass für den rationalen Akteur nicht zwingend die Höhe der Strafe entscheidend ist, sondern vielmehr die subjektiv wahrgenommene Wahrscheinlichkeit, bei einem Regelverstoß erwischt zu werden.
Es dient als theoretische Basis, um die Entstehung von Gesetzesbefolgung bzw. Regelverstößen durch verschiedene Einflussvariablen (wie Normakzeptanz und Sanktionserwartung) zu erklären.
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