Bachelorarbeit, 2010
62 Seiten, Note: 1,5
1. EINLEITUNG
2. ENTSCHEIDUNG ZUR ELTERNSCHAFT
2.1 Elternschaft als biographisches Entscheidungsproblem
2.2 Bedeutung von Kindern für die Gesamtgesellschaft
2.3 Wert- und Nutzenerwartungen an die Elternschaft
2.4 Determinanten für den Aufschub von Elternschaft
3. THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE
3.1 Die Rational-Choice-Theorie
3.2 Die SEU-Theorie
3.3 Das RREEMM-Modell
3.4 Wann ist die Entscheidung zur Elternschaft eine Entscheidung?
4. DIE RATIONALITÄT DER WAHLHANDLUNGEN
4.1 Die Rationalität der Wahlhandlungen vor dem Übergang zur Elternschaft
4.2 Die Entscheidung zur Elternschaft in vorindustriellen Gesellschaften
4.3 Die Entscheidung zur Elternschaft zwischen Tradition und Moderne
4.4 Der Übergang zur Elternschaft als Konsequenz rationaler Wahlhandlung in der individualistischen Gesellschaft
5. DER ÜBERGANG ZUR ELTERNSCHAFT ALS KONSEQUENZ RATIONALER WAHLHANDLUNG
6. PERSÖNLICHE SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht den Übergang zur Elternschaft unter der soziologischen Perspektive rationaler Wahlhandlungen. Dabei wird analysiert, inwieweit moderne Individuen ihre Familiengründung als bewussten, rationalen Entscheidungsprozess unter Berücksichtigung von ökonomischen und psychischen Kosten-Nutzen-Faktoren steuern und welche Rolle gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Individualisierungstendenzen dabei spielen.
Die Entscheidung zur Elternschaft
Die Biographien der Mitglieder moderner Gesellschaften unterscheiden sich deutlich von denen traditionaler Gesellschaften oder Entwicklungsländern. Mit dem fortschreitenden Individualismus und erhöhten Geschwindigkeiten in den Entwicklungen hin zum globalen Weltbürger haben die individuellen Lebensläufe und Erwerbstätigkeiten eine zunehmende Fragmentierung erfahren. Die Auswirkungen sind hauptsächlich negativ in Bezug auf die Dauer von Paarbeziehungen und die Anzahl von Familiengründungen. Eine dauerhafte Paarbeziehung und der Konsens beider Partner über den Wunsch und Zeitpunkt zur Elternschaft ist jedoch für viele eine Grundvoraussetzung zur Realisierung des Kinderwunsches. Eine noch wichtigere Voraussetzung ist die Einkommenssicherheit und ökonomische Unabhängigkeit von den Eltern. Wie zum Beispiel eine Erhebung des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung unter den 20- bis 49jährigen zeigt.
Die Entscheidung zur Elternschaft führt also über die Sicherheit des regelmäßigen Einkommens aus einer festen Anstellung heraus. Die Ansprüche an die Arbeitnehmer werden in der heutigen Dienstleistungsgesellschaft immer komplexer und umfangreicher. Die eigene Arbeitskraft wird zunehmend ökonomisiert und befindet sich in einem permanenten Wettstreit mit anderen Akteuren. Flexibilisierung der Arbeitszeiten, ständige Mobilität, Leistungsbereitschaft und kontinuierliche Fortbildungen stehen in latentem Konflikt mit den individuellen Vorstellungen und Wünschen der Freizeitgestaltung und Familienplanung.
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Elternschaftsentscheidung ein und stellt die Kernfrage, ob diese als bewusster Rationalprozess oder als triebgesteuerte Handlung zu verstehen ist.
2 ENTSCHEIDUNG ZUR ELTERNSCHAFT: Das Kapitel beleuchtet Elternschaft als biographisches Entscheidungsproblem und analysiert die Wert- und Nutzenerwartungen sowie die Gründe für den Aufschub von Kindern in modernen Gesellschaften.
3 THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Hier werden soziologische Entscheidungstheorien wie Rational-Choice, SEU-Theorie und das RREEMM-Modell eingeführt, um individuelle Handlungsentscheidungen soziologisch zu fundieren.
4 DIE RATIONALITÄT DER WAHLHANDLUNGEN: Dieser Teil untersucht die Rationalität unter verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen, von vorindustriellen Strukturen bis hin zur heutigen individualisierten Moderne.
5 DER ÜBERGANG ZUR ELTERNSCHAFT ALS KONSEQUENZ RATIONALER WAHLHANDLUNG: Das Kapitel fokussiert auf die Etappe zwischen der Entscheidung zur Elternschaft und deren Realisierung, wobei die bewusste Planung durch moderne Medizin und Lebensgestaltung im Vordergrund steht.
6 PERSÖNLICHE SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Komplexität soziologischer Vorhersagbarkeit im Vergleich zu ökonomischen Modellen und betont das Paradoxon zwischen der heutigen Freiheit zur Entscheidung und der resultierenden Entscheidungsunsicherheit.
Elternschaft, Rational-Choice-Theorie, Fertilitätsrate, Individualisierung, Entscheidungstheorie, Soziologie, Lebenslauf, Familiengründung, Opportunitätskosten, Sozialstaat, Lebensgestaltung, Geburtenrückgang, RREEMM-Modell, Nutzenmaximierung, Demographischer Wandel
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse der Entscheidung zur Elternschaft in modernen Gesellschaften unter Anwendung entscheidungstheoretischer Ansätze.
Die zentralen Felder umfassen die individuelle Lebensplanung, ökonomische vs. psychische Nutzenerwartungen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und den Einfluss von Individualisierung auf die Familiengründung.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob der Übergang zur Elternschaft als Ergebnis eines rationalen, bewussten Entscheidungsprozesses betrachtet werden kann oder durch strukturelle Zwänge und biologische Faktoren determiniert ist.
Der Autor nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Entscheidungstheorien (Rational-Choice-Perspektive) in Kombination mit einer empirischen Datenanalyse der Geburtenentwicklung.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Entscheidungstheorie, die Rationalität in verschiedenen Gesellschaftsformen sowie die Spezifika des Übergangs zur Elternschaft in der individualisierten Gesellschaft.
Wichtige Begriffe sind Rational-Choice, Fertilitätsrate, Elternschaft, Individualisierung, Opportunitätskosten und soziale Normen.
Der Wohlfahrtsstaat entkoppelt durch soziale Sicherungssysteme die existenzielle Notwendigkeit von Kindern für die Altersabsicherung, was den ökonomischen Nutzen reduziert und die Entscheidung zur Elternschaft stärker auf die individuelle psychische Ebene verlagert.
Obwohl die Freiheit zur individuellen Gestaltung des Lebensentwurfs zugenommen hat, führt die Informationsfülle und der Wegfall gesellschaftlicher Routinen zu einer hohen Entscheidungsunsicherheit und teilweise sogar zu Entscheidungsangst.
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