Masterarbeit, 2012
97 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Auseinandersetzung mit Zivilgesellschaft und bürgerschaftlichem Engagement als politikwissenschaftliche Konzepte im deutschsprachigen Raum
2.1. Ursprünge des Diskurses zu dem bürgerschaftlichen Engagement in der BRD
2.2. Der Begriff des bürgerschaftlichen Engagements
2.3. Der deutschsprachige Forschungsstand
2.4. Politische und Soziale Partizipation
3. Kommunale Wählergemeinschaften
3.1. Forschungsstand
3.2. Entwicklung kommunaler Wählergemeinschaften
3.3. Definition
3.3.1. Heterogenität
3.3.2. Entideologisierte Sachpolitik
3.3.3. Nicht-/ Anti-Parteien
3.3.4. Formaler Organisationsgrad
3.4. Sozialgemeinde / vorpolitischer Raum
3.4.1. Beziehung kommunaler Wählergemeinschaften zur Sozialgemeinde
3.4.2. Vereine und lokale Organisationen
3.4.3. Unterstellte Verflechtungen
4. Bürgerschaftliches Engagement in der lokalpolitischen Forschung
4.1. Lokalpolitischer Forschungsstand
4.2. Kommunale Wählergemeinschaften und ihre Vernetzung mit der Sozialgemeinde als Forschungslücke
5. Forschungsdesign
5.1. Untersuchungsgegenstand und –ebene
5.1.1. Lokalpolitische Mandatsträger als Mehrfachengagierte
5.1.2. Engagementraum auf lokaler Ebene
5.2. Definition der Engagementbereiche
5.3. Untersuchungsinstrument
5.3.1. Abhängige Variable
5.3.2. Auswahl des Samples
5.4. Einflussgrößen
6. Auswertung / Analyse der im Projekt vorhandenen Daten
6.1. Engagementhöhe /-intensität
6.2. Engagementbereiche
6.3. Gemeindegröße
6.4. Sozialstrukturelle Merkmale
6.4.1. Alter und Geschlecht
6.4.2. Faktor Religionszugehörigkeit
6.4.3. Sozioökonomisches Standardmodell
6.5. Verflechtungen mit der Sozialgemeinde
6.5.1. Regelmäßiger Kontakt mit lokalen Organisationen
6.5.2. Verwurzelung in der Gemeinde
6.6. Ost-West-Unterschiede
6.6.1. Engagementhöhe und –bereiche
6.6.2. Sozialstruktur
6.6.3. Sozialisation und Verwurzelung in der Gemeinde
7. Fazit
7.1. Zusammenfassung
7.2. Schluss: Bürgerschaftliches Engagement und politische Parteien
Die Arbeit untersucht das bürgerschaftliche Engagement von Mandatsträgern kommunaler Wählergemeinschaften, um die Vernetzung dieser hybriden Akteure mit der lokalen Sozialgemeinde empirisch zu erfassen und die theoretische Forschungslücke zur Rolle kommunaler Wählergemeinschaften im vorpolitischen Raum zu schließen.
3.4.1. Beziehung kommunaler Wählergemeinschaften zur Sozialgemeinde
In diesem Umfeld agieren kommunale Wählergemeinschaften und Ortsparteien gleichermaßen. Dieser zivilgesellschaftliche Raum „ist für Ortsparteien wie für Wählergemeinschaften soziale Referenzgröße, personelles Rekrutierungsreservoir und bürgerschaftlicher Resonanzkörper“ (Holtmann et al. 2012b: 3) in einem. Im Gegensatz zu den lokalen Parteistrukturen galten Wählergemeinschaften nicht nur als politische Akteure, „sondern als hybride Akteure, die zwischen politischer Gemeinde und Sozialgemeinde verortet sind“ (Reiser 2006: 278) und sich im Gegensatz zu Ortsparteien „zumindest in ihrem eigenen Selbstverständnis, durch ein anderes Verhältnis zur Sozialgemeinde“ (ebd.: 279) auszeichnen. Anhand der sog. Sozialbruderschaftsthese wurde zu Beginn der Forschungen im Teilprojekt A6 davon ausgegangen, dass es den „kommunalen Wählergemeinschaften besser als Ortsparteien gelingt, ein im vorpolitischen Raum vorhandenes, vereinsförmig organisiertes bürgerschaftliches Engagement in den politischen Sektor der Gemeinde zu übersetzen“ (Holtmann et al. 2012b: 14). Die Hybriditäts- und die Sozialbruderschaftsthese konnten dabei bis auf eine noch zu behandelnde Ausnahme nicht bestätigt werden.
Trotz dieser Ergebnisse bleibt festzustellen, dass die Sozialgemeinde mit ihren verschiedenen Ausprägungen aus lokalen Vereinen, Bürgerinitiativen und Interessengruppen einen hohen Anteil an der Funktionsfähigkeit der politischen Kommune besitzt und für die kommunalpolitischen Akteure (Ortsparteien und kommunale Wählergemeinschaften zugleich) von hoher Wichtigkeit ist. Gerade ihre Verflechtungen mit den politischen Entscheidungsträgern und das Engagement der einzelnen lokalen Eliten innerhalb der lokalen Zivilgesellschaft sind in der Hinsicht für das politikwissenschaftliche Erkenntnisinteresse von Bedeutung.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an kommunalen Wählergemeinschaften und definiert die Forschungsfragen zur Höhe und zu den Bereichen ihres bürgerschaftlichen Engagements außerhalb der Ratsarbeit.
2. Auseinandersetzung mit Zivilgesellschaft und bürgerschaftlichem Engagement als politikwissenschaftliche Konzepte im deutschsprachigen Raum: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des bürgerschaftlichen Engagements und grenzt diese von verwandten Begriffen ab, um einen analytischen Rahmen zu schaffen.
3. Kommunale Wählergemeinschaften: Hier wird die Entwicklung und Definition kommunaler Wählergemeinschaften als hybride Akteure dargelegt sowie ihre Rolle und Abgrenzung gegenüber politischen Parteien im lokalen politischen System analysiert.
4. Bürgerschaftliches Engagement in der lokalpolitischen Forschung: Das Kapitel beleuchtet den bestehenden Forschungsstand zur Rolle von Vereinen und Initiativen als „Vorentscheider der Lokalpolitik“ und identifiziert die Vernetzung der Wählergemeinschaften als Forschungslücke.
5. Forschungsdesign: Hier werden das Untersuchungsdesign, die Definition der Engagementbereiche sowie das Untersuchungsinstrument, basierend auf dem Datensatz des Teilprojekts A6 des SFB 580, detailliert beschrieben.
6. Auswertung / Analyse der im Projekt vorhandenen Daten: Im Hauptteil werden die quantitativen Daten zur Engagementintensität, den Bereichen, sozialstrukturellen Merkmalen sowie Ost-West-Unterschieden analysiert und in Beziehung gesetzt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen und diskutiert abschließend das Verhältnis von bürgerschaftlichem Engagement und politischen Parteien im lokalen Kontext.
Bürgerschaftliches Engagement, Kommunale Wählergemeinschaften, KWG, Lokalpolitik, Zivilgesellschaft, Sozialgemeinde, Ehrenamt, Politische Partizipation, Vereine, Mehrfachengagierte, Lokale Eliten, Ost-West-Unterschiede, Engagementforschung, Sozialstruktur, Politische Beteiligung.
Die Arbeit analysiert das bürgerschaftliche Engagement von kommunalen Wählergemeinschaften und deren Vernetzung mit der lokalen Sozialgemeinde.
Im Mittelpunkt stehen die Engagementstruktur der Mandatsträger, die Rolle der Sozialgemeinde im vorpolitischen Raum und die Abgrenzung von Wählergemeinschaften gegenüber klassischen Parteien.
Die Arbeit untersucht, wie hoch das bürgerschaftliche Engagement von Mandatsträgern außerhalb des Rates ist und in welchen Bereichen sie sich dort engagieren.
Es handelt sich um eine quantitative Sekundärdatenanalyse basierend auf einem umfangreichen Datensatz des Teilprojekts A6 des SFB 580 von 2005.
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Auswertung der Daten hinsichtlich Engagementintensität, sozialstruktureller Merkmale, Einflussfaktoren wie Gemeindegröße und Herkunft sowie der Bedeutung der Verflechtungen mit Vereinen.
Zentrale Begriffe sind das bürgerschaftliche Engagement, die hybride Stellung der Wählergemeinschaften als Akteure zwischen politischer Gemeinde und Sozialgemeinde sowie das Konzept der Mehrfachengagierten.
Die Analyse zeigt ein signifikantes Ost-West-Gefälle auf, bei dem westdeutsche Mandatsträger eine höhere Engagementintensität aufweisen, während in Ostdeutschland die Einbindung in lokale Vereine als Parteienersatz fungiert.
Es zeigt sich ein komplexer Zusammenhang, wobei in kleineren Gemeinden das Engagement in bestimmten Bereichen stärker ausgeprägt ist, während in größeren Städten andere Engagementmuster dominieren.
Vereine fungieren als zentrale Rekrutierungsreservoirs und ermöglichen eine enge Vernetzung der Mandatsträger mit der Sozialgemeinde, was sie zu hybriden politischen Akteuren macht.
Die Studie relativiert die klassische Annahme der Vereinsarbeit als primäre "Schule der Demokratie" und betont eher die Rolle als informelle Mechanismen für Kontakte und Interessenvermittlung auf lokaler Ebene.
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