Diplomarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 3
I. EINLEITUNG
II. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND
1. Skandinavische Siedlungen
2. Skandinavische Ortsnamen
3. Lexikalische Entlehnungen aus dem Skandinavischen
4. Grammatische Entlehnungen aus dem Skandinavischen
III. SYNTAKTISCHER WANDEL
1. Reanalyse
2. Extension
3. Externe Mechanismen: Entlehnung
4. Die Verbreitung des syntaktischen Wandels
IV. VERÄNDERUNGEN DER WORTORDNUNG IN DER FRÜHEN MITTELENGLISCHEN SPRACHE
1. Altskandinavisch (Old Norse)
2. Die Syntax der altskandinavischen Sprache
V. OBJEKTBEWEGUNG (OBJECT MOVEMENT)
1. Objektverschiebung
2. Generalisierung von Holmberg
3. Object Scrambling
3.1. Object Scrambling im Alt- und Frühmittelenglischen
VI. VERGLEICH DER EIGENSCHAFTEN DER V2-POSITION IN MODERNEN GERMANISCHEN SPRACHEN UND IM ALT- UND MITTELENGLISCHEN
1. V2 in germanischen Sprachen
2. V2 im Altenglischen
3. V2 im Mittelenglischen
3.1. Die südlichen Dialekte des Mittelenglischen und die V2-Syntax
3.2. Die V2-Syntax in den Dialekten des Nordens im Mittelenglischen
VII. STYLISTIC FRONTING
1. Subjektlücke (subject gap)
2. Die Zugänglichkeitshierarchie (accessibility hierarchy)
VIII. SCHLUSSFOLGERUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der skandinavischen Sprachen auf die Entwicklung der Syntax des Englischen. Dabei wird insbesondere der Sprachwandel vom OV-Schema zum VO-Schema unter Berücksichtigung des historischen Sprachkontakts analysiert.
1. Skandinavische Siedlungen
Wie es der Name impliziert, war Danelaw der Teil Englands, in dem man nach dänischem Recht und nach dänischen Traditionen lebte. Die Grenze zu den englischen Territorien verlief in einer groben Linie zwischen London und dem an der Westkünste gelegenen Chester und schloss die Siedlungsgebiete Northumbria, Ostanglien, die südöstlichen Midlands, sowie die fünf boroughs Stamford, Leicester, Derby, Nottingham und Lincoln ein.8
Ungeachtet der Tatsache, dass man hinter der Bezeichnung Wikinger meistens Dänen vermutete, befanden sich in ihren Heeren auch zahlreiche Norweger und Schweden. Dies belegen in England gefundenen Runen.9 Offenkundig führte die Gründung von Danelaw zu einer gewaltigen Auswanderungswelle aus Skandinavien im späten 9. Jahrhundert und zu Beginn des 10. Jahrhunderts.10 Die Dänen ließen sich größtenteils in den östlichen Midlands und in Ostanglien nieder, die Norweger hingegen zogen den Norden vor und siedelten sich in Yorkshire, auf der Insel Man sowie in Irland an. Obwohl man wenig über die Beziehungen zwischen den Siedlern und der einheimischen Bevölkerung weiß, scheint es so, dass die Skandinavier die Angelsachsen selten zu einer Umsiedlung gezwungen haben,11 vielmehr gründeten sie neue, eigene Siedlungen in weniger bevölkerten Gegenden. Zahlreiche Norweger gelangten in den Norden Schottlands über die Orkney Inseln und ließen sich dort nieder; Ihre Siedlungen überdauerten noch bis ins 17. Jahrhundert.12
I. EINLEITUNG: Einführung in die historische Prägung der englischen Sprache durch verschiedene Eroberer und Darlegung des Forschungsinteresses am skandinavischen Einfluss auf die englische Syntax.
II. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND: Überblick über die Wikingerzeit und die skandinavische Besiedlung Englands sowie deren Einfluss auf Wortschatz und Ortsnamen.
III. SYNTAKTISCHER WANDEL: Theoretische Erläuterung der Mechanismen des Sprachwandels wie Reanalyse, Extension und Entlehnung.
IV. VERÄNDERUNGEN DER WORTORDNUNG IN DER FRÜHEN MITTELENGLISCHEN SPRACHE: Untersuchung des Übergangs vom OV- zum VO-Schema in der frühen mittelenglischen Periode anhand von Textbeispielen.
V. OBJEKTBEWEGUNG (OBJECT MOVEMENT): Analyse von Objektverschiebung (object shift) und object scrambling als spezifische Phänomene der Sprachbewegung.
VI. VERGLEICH DER EIGENSCHAFTEN DER V2-POSITION IN MODERNEN GERMANISCHEN SPRACHEN UND IM ALT- UND MITTELENGLISCHEN: Kontrastiver Vergleich der V2-Strukturen in verschiedenen germanischen Sprachen und Entwicklung im Englischen.
VII. STYLISTIC FRONTING: Detaillierte Betrachtung des Phänomens "Stylistic Fronting" als syntaktisches Merkmal mit spezifischen Bedingungen.
VIII. SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Erkenntnisse über den Einfluss des skandinavischen Sprachkontakts auf die Radikalveränderung des englischen syntaktischen Systems.
Syntax, Sprachwandel, Altenglisch, Mittelenglisch, Skandinavischer Einfluss, Danelaw, V2-Struktur, Objektverschiebung, Object Scrambling, Stylistic Fronting, Sprachkontakt, Grammatikalisierung, Reanalyse, Extension, Germanische Sprachen.
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss, den die skandinavischen Sprachen während der Wikingerzeit auf die syntaktische Struktur der englischen Sprache ausgeübt haben.
Zentral sind der Sprachkontakt im Danelaw, die diachrone Entwicklung der Wortordnung von OV zu VO sowie spezifische syntaktische Phänomene wie die V2-Position und Objektbewegungstypen.
Das Hauptziel ist es, den Grad und die Art des Einflusses der altskandinavischen Syntax auf die Entwicklung des Alt-, Früh- und Mittelenglischen zu bestimmen und zu erklären, warum das VO-Schema das ursprüngliche OV-Schema verdrängen konnte.
Es wird eine linguistische Analyse historischer Texte durchgeführt, ergänzt durch einen kontrastiven Vergleich mit modernen germanischen Sprachen und die Anwendung theoretischer Konzepte der historischen Syntax.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Mechanismen des Sprachwandels, die Analyse von Objektbewegung (Object Shift, Scrambling), den Vergleich der V2-Position in germanischen Sprachen und die Erörterung des "Stylistic Fronting".
Die zentralen Begriffe sind Syntax, Sprachwandel, skandinavischer Sprachkontakt, OV/VO-Schema, V2-Position und historische Sprachstufen des Englischen.
Die V2-Position ist ein charakteristisches Merkmal germanischer Sprachen; ihr Wandel im Englischen markiert einen wesentlichen Entwicklungsschritt bei der Festigung der Satzstruktur in der mittelenglischen Zeit.
Das Danelaw dient als geographischer und historischer Fokus, da dort der engste Sprachkontakt stattfand, was zu einer schnelleren und radikaleren Umsetzung syntaktischer Innovationen im Vergleich zu den konservativeren südlichen Dialekten führte.
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