Bachelorarbeit, 2012
51 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Gedächtnis und Erinnerung
2.1. Kollektives und kulturelles Gedächtnis
2.2. Nationales Gedächtnis und Erinnerungspolitik
2.3. Medien der Erinnerung
3. Spanien, der Bürgerkrieg und der Franquismo
3.1. Franquistische Erinnerungspolitik
3.2. Die Aufarbeitung des Bürgerkriegs und der Militärdiktatur
a) Literatur am Beispiel von Dulce Chacons „La voz dormida“
b) Kino am Beispiel „Mambrú se fue a la guerra“ von Fernando Fernán Gómez
c) Bildende Künste am Beispiel von Picassos „Guernica“
4. Portugal, Salazar und der Novo Estado
4.1. Die Aufarbeitung der portugiesischen Militärdiktatur
a) Prosa von Manuel Alegre: „No meu país há uma palavra proibida“
b) Der Fado aus Coimbra am Beispiel von Zeca Afonsos „Grândola vila morena“
4.2. Die Aufarbeitung der Kolonialkriege
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Erinnerungskultur auf der Iberischen Halbinsel, mit einem besonderen Fokus auf der künstlerischen und medialen Aufarbeitung der spanischen und portugiesischen Militärdiktaturen im 20. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie literarische Werke, Filme, bildende Kunst und Musik dazu beitragen, nationale Gedächtnisse zu konstruieren, traumatische Vergangenheiten zu bewältigen und identitätsstiftende Narrative für nachfolgende Generationen zu schaffen.
a) Literatur am Beispiel von Dulce Chacons „La voz dormida“
Mit ihrem vielschichtigen, 2002 erschienen Roman „La voz dormida“ wirft Dulce Chacón einen Blick aus der Gegenwart auf den Bürgerkrieg und die Nachkriegszeit. Dabei beleuchtet sie anhand des Schicksals weiblicher Milizinnen im franquistischen Gefängnis Las Ventas nahe Madrid nicht nur die Erlebniswelt republikanischer Kämpfer, sondern gleichzeitig auch die „geschlechtliche Diskriminierung“ des Regimes. Die Geschichte verflicht dabei unterschiedliche Biografien, welche für sich jeweils fiktiv sind. Die Authentizität des Textes beruht bei „La voz dormida“ auf der präzisen Faktenrecherche der Autorin sowie deren Bearbeitung von Zeitzeugenmaterial und den realen Texten am Ende eines jeden Romanabschnitts. Auf den letzten Seiten des Buches findet sich eine Namensliste der befragten Überlebenden. Damit verleiht Dulce Chacón ihrem Roman den Charakter des Dokumentarischen und unterstreicht den vermeintlichen Wahrheitsgehalt ihrer Nachforschungen. Einzelne Erinnerungen real existierender Menschen wurden dabei zu neu angeordneten, fiktiven Lebensgeschichten.
Hier wird deutlich, dass die zeitliche Standortgebundenheit des Textes ein wichtigstes Merkmal bei der Analyse bei der Spanienkriegsliteratur ist. Zu einem anderen Zeitpunkt wäre es Dulce Chacón schließlich nicht möglich gewesen, auf solch umfassende Erlebnisberichte zurückzugreifen und diese „Erinnerungsarbeit“ zur Basis des Romans zu machen. Auch geht die zeitliche Distanz zum Bürgerkrieg zusammen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen mit einer globaleren Sicht auf die Geschehnisse einher.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Aufarbeitung historischer Diktaturen für die nationale Identität und europäische Erinnerungskultur und definiert den Fokus auf die kulturell-künstlerische Aufarbeitung in Spanien und Portugal.
2. Gedächtnis und Erinnerung: Dieses Kapitel führt theoretische Begriffe der Gedächtnisforschung ein, insbesondere das kollektive, kulturelle und nationale Gedächtnis nach Aleida und Jan Assmann, sowie die Rolle der Medien bei der Konstruktion von Erinnerung.
3. Spanien, der Bürgerkrieg und der Franquismo: Es wird die Entstehung der Franco-Diktatur analysiert und dargestellt, wie das Regime den Bürgerkrieg als Gründungsmythos nutzte, während die Aufarbeitung nach der Transition durch Literatur, Film und Kunst kritisch beleuchtet wird.
4. Portugal, Salazar und der Novo Estado: Dieses Kapitel behandelt das 48-jährige Regime Salazars, die Unterdrückungsmechanismen und die spätere, auf politischer Ebene zunächst abgeschlossene Aufarbeitung durch Intellektuelle und Künstler.
5. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der spanischen und portugiesischen Erinnerungskultur resümiert und die Bedeutung eines europäischen Lernprozesses für die Bewältigung historischer Traumata betont.
Erinnerungskultur, Gedächtnisforschung, Spanien, Portugal, Militärdiktatur, Franquismus, Salazarismus, kollektives Gedächtnis, Vergangenheitsbewältigung, Literaturanalyse, Medienwissenschaft, Nelkenrevolution, nationale Identität, Erinnerungspolitik, Zeitzeugen.
Die Arbeit untersucht, wie Spanien und Portugal nach ihren jeweiligen Militärdiktaturen mit der traumatischen Vergangenheit umgegangen sind und welche Rolle kulturelle Erzeugnisse wie Literatur, Film und Kunst dabei spielen.
Die zentralen Felder sind die Gedächtnis- und Erinnerungstheorie, die politische Geschichte des Franquismus und des Salazarismus sowie die kulturelle Verarbeitung dieser Epochen.
Das Ziel ist es, die Ausprägungen der Erinnerungskultur auf der Iberischen Halbinsel zu analysieren und zu verstehen, wie kulturelles Schaffen zur Ausbildung eines nationalen Gedächtnisses beiträgt.
Die Autorin stützt sich primär auf die theoretischen Konzepte des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses von Aleida und Jan Assmann, um literarische Texte, Filme und bildende Kunst zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die historische Analyse der Diktaturen in Spanien und Portugal sowie die detaillierte Untersuchung konkreter künstlerischer Beispiele in diesen Ländern.
Zu den prägenden Begriffen zählen Erinnerungskultur, kollektives Gedächtnis, Vergangenheitsbewältigung, Militärdiktatur sowie die spezifischen Begriffe wie Franquismus und Salazarismus.
Es dient als prominentes Beispiel für den künstlerischen Widerstand gegen die Salazar-Diktatur, indem es Freiheit als unverzichtbares Lebenselixier thematisiert und gleichzeitig die Unterdrückung im Estado Novo anprangert.
Das Gemälde fungiert als politisches Sinnbild, das weit über seinen Entstehungskontext hinaus als "Ausdrucksbild" für das Leiden unter Krieg und Gewalt ein breites Bewusstsein für die Zerstörungen des Spanischen Bürgerkriegs schuf.
Während Portugal nach der Nelkenrevolution einen radikalen politischen Neuanfang wählte, blieb in Spanien ein Teil der alten Elite in Ämtern, was ironischerweise einen intensiveren öffentlichen Protest und eine stärkere Auseinandersetzung ermöglichte.
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