Bachelorarbeit, 2012
58 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Sprachwandel und Sprachplanung
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Sprachwandel und Sprachplanung
3. Einfluss des Westens auf die japanische Sprache der Meiji-Zeit
4. Die Genbun-Itchi-Bewegung
4.1 Die Ausgangssituation der Genbun-Itchi-Bewegung
4.2 Schwierigkeiten
4.3 Umsetzung von genbun itchi und Etablierung einer japanischen Standardsprache
4.4 Unterschiede zwischen klassischem Japanisch und genbun itchi
5. Veränderungen des Wortschatzes und der Grammatik
5.1 Erweiterung des Wortschatzes
5.1.1 Lehnübersetzungen (kango)
5.1.2 Lehnwörter (gairaigo)
5.2 Veränderungen der Grammatik
5.2.1 Passiv
5.2.2 Personalpronomen kare und kanojo
5.2.3 Konjunktionen
6. Übersetzung
6.1 Vorwort zur Übersetzung
6.2 Übersetzung des Textes Meiji no Hyôgen – Kakujoshi „ni“ o Chûshin ni –
6.3 Nachwort zur Übersetzung
7. Fazit
8. Anhang
8.1 Materialverzeichnis zur Übersetzung
8.2 Literaturverzeichnis
8.3 Originaltext der Übersetzung
Die Bachelor-Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen der japanischen Sprache während der Meiji-Zeit (1868–1912), die maßgeblich durch die erzwungene Öffnung des Landes zum Westen und den damit einhergehenden Kontakt mit westlichen Sprachen ausgelöst wurden. Die Forschungsfrage widmet sich der Identifikation und Analyse dieser sprachlichen Transformationen in Lexik und Grammatik sowie der aktiven Sprachplanungsbewegung "Genbun Itchi".
4.2 Schwierigkeiten
Die folgenden Haupteigenschaften sollte der neue Genbun-Itchi-Stil in sich vereinen: Er musste standardisiert sein, basierend auf einer Form von gesprochenem Japanisch, um die uneingeschränkte Verbreitung von Information möglich zu machen. Gleichzeitig musste er einfach und demokratisch sein, um auch für die weniger Gebildeten von Nutzen sein zu können. Er brauchte Vielseitigkeit und Flexibilität, damit man ihn in jedem Bereich verwenden und gegebenenfalls an neue Konzepte anpassen können würde, und zuletzt sollte er auch kultiviert sein, um weiterhin den Ansprüchen an „respektable“ Literatur zu genügen (TWINE 1991: 28).
Diese Theorie von genbun itchi in die Praxis umzusetzen war jedoch aus mehrerlei Gründen nicht einfach. Einerseits fehlte es einigen unter den Gebildeten, die eine klassische konfuzianische Ausbildung genossen hatten, an Verständnis für das Ersetzen der klassischen japanischen Schriftsprache durch einen umgangssprachlichen Stil. Das lag weniger daran, dass sie den Nutzen eines solchen Stils nicht erkannt hätten, sondern vielmehr an ihrer Einstellung zum Schreiben selbst. Twine zufolge hätten sie Schrift weniger als Mittel zur Kommunikation angesehen als als eine Art Aushängeschild für den eigenen Intellekt und die Überlegenheit der Elite. Da diese elitäre Ausbildung den oberen Schichten vorbehalten war, fungierte Schrift als klarer Trennstrich zwischen den Klassen und in den Augen der Gebildeten käme das Einbüßen dieses Privilegs einem Verlust von Macht gleich. Dazu kam, dass sie die Umgangssprache als „vulgar and verbose“ betrachteten, im Gegensatz zum knappen sino-japanischen Stil, der zwar unverständlich war, aber als „elegant and changeless“ (TOMASI 2004: 3) galt und etabliert war (TWINE 1991: 19-20).
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Kontext der Meiji-Zeit und die Relevanz der Sprachveränderungen als Folge der Konfrontation mit westlichen Einflüssen.
2. Sprachwandel und Sprachplanung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Linguistik wie Standardsprache und Sprachwandel, inklusive theoretischer Ansätze zur Sprachplanung.
3. Einfluss des Westens auf die japanische Sprache der Meiji-Zeit: Es wird dargelegt, wie die Konfrontation mit westlichen Sprachen und die Notwendigkeit von Übersetzungen die japanische Sprache nachhaltig prägten.
4. Die Genbun-Itchi-Bewegung: Das Kapitel analysiert die Bewegung zur Vereinheitlichung von gesprochener und geschriebener Sprache als Antwort auf die Komplexität traditioneller Schriftstile.
5. Veränderungen des Wortschatzes und der Grammatik: Hier werden die lexikalischen Erweiterungen und grammatikalischen Anpassungen – insbesondere Passivkonstruktionen und Pronomen – im Detail untersucht.
6. Übersetzung: Dieser Abschnitt enthält die fachliche Übersetzung eines japanischen Essays von Suzuki Hideo zur Partikel "ni", eingebettet in eine sprachwissenschaftliche Vor- und Nachbereitung.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung der Genbun-Itchi-Bewegung für die Entstehung des modernen Japanischen hervor.
8. Anhang: Der Anhang bietet ein detailliertes Materialverzeichnis der untersuchten Quellen sowie ein umfassendes Literaturverzeichnis.
Meiji-Zeit, Genbun-Itchi, Sprachwandel, Sprachplanung, Japanisch, Standardsprache, Übersetzung, Grammatik, Lehnwörter, Kango, Gairaigo, Modernisierung, Schriftsprache, Partikel, Linguistik
Die Arbeit untersucht, wie sich die japanische Sprache während der Meiji-Zeit durch den massiven Einfluss westlicher Sprachen und die gezielte Sprachplanung wandelte.
Zentral sind der Prozess der Sprachmodernisierung, die Rolle der Übersetzungsliteratur und die Etablierung einer japanischen Standardsprache durch die Genbun-Itchi-Bewegung.
Ziel ist es, nachzuverfolgen, wie durch politische und gesellschaftliche Veränderungen der Meiji-Ära ein neues, standardisiertes Japanisch entstand, das westliche Konzepte integrierte.
Die Autorin nutzt eine linguistische Analyse historischer Texte und stützt sich dabei auf etablierte Theorien zur Sprachplanung und zum Sprachwandel.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Analyse der Genbun-Itchi-Bewegung, eine Untersuchung von Änderungen in Wortschatz und Grammatik sowie eine übersetzungswissenschaftliche Fallstudie.
Wichtige Begriffe sind Meiji-Zeit, Genbun-Itchi, Sprachplanung, Standardisierung, Übersetzungseinfluss und moderne japanische Grammatik.
Sie ermöglichte die Demokratisierung von Bildung, indem sie die schriftliche Kommunikation für die breite Masse durch einen umgangssprachlichen, verständlichen Stil zugänglich machte.
Übersetzungen führten neue Strukturen ein, wie etwa das direkte Passiv oder spezifische Konjunktionen, die zuvor im Japanischen nicht existierten oder gebräuchlich waren.
Englische Vorbilder beeinflussten insbesondere die Satzstruktur, die Verwendung von Pronomen wie „er“ und „sie“ sowie die Etablierung komplexer Konjunktionen für Kausalsätze.
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