Bachelorarbeit, 2011
35 Seiten, Note: 1,6
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
1.1 Problemaufriß
1.2 Erkenntnisinteresse
1.3 Vorgehensweise
1.4 Definitionen
2. Einführung in die Legitimierung nach Berger und Luckmann
3. Rechfertigungsebenen zu „den Deutschen“
3.1 Die vortheoretische Legitimierungsebene
3.2 Die Legitimierungsebene der theoretischen Postulate
3.3 Legitimationstheorien und Expertenwissen
3.4 Symbolische Sinnwelten
3.4.1 Integrationsaufgaben von symbolischen Sinnwelten
3.4.2 Theoretische Konstruktion als Stütze symbolischer Sinnwelten
3.4.3 Gesellschaftliche Organisation als Stütze für Sinnwelten
4. Fazit oder Zusammenfassung und kritische Reflexion
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konstrukt „die Deutschen“ anhand der Legitimierungstheorie von Peter L. Berger und Thomas Luckmann, um zu analysieren, durch welche sozialen Vorgänge „deutsch sein“ gesellschaftlich konstruiert und als objektive Faktizität etabliert wird.
3.4 Symbolische Sinnwelten
Symbolische Sinnwelten gelten als höchste Stufe der Legitimierung, weil sie alle anderen Legitimierungsebenen in ihrem Integrationsgrad übersteigen. Sie integrieren alle Sinnprovinzen und deren Institutionen mittels Reflexion in ein allumfassendes Bezugssystem. Diese Ebene ist im Alltagsleben nicht mehr erfahrbar, weshalb Berger und Luckmann sie als symbolisch bezeichnen. „Die symbolische Sinnwelt ist als die Matrix aller gesellschaftlich objektivierten und subjektiv wirklichen Sinnhaftigkeit zu verstehen. Die ganze Geschichte der Gesellschaft und das ganze Leben des Einzelnen sind Ereignisse innerhalb dieser Sinnwelt.“ Andere Legitimierungsebenen erreichen nur einen gewissen Grad der Integration. Das Besondere der symbolischen Sinnwelt steckt in der Einordnung von Grenzsituationen in eine sinnhafte All-Einheit. Während andere Ebenen Routinen und Institutionen legitimieren, schafft es die symbolische Sinnwelt, die größte Gefahr der Alltagswirklichkeit, nämlich Situationen in denen Gewissheit, Ordnung und Vernunft entgleisen, zu integrieren. Nur durch diesen schützenden Mechanismus „behält die Wirklichkeit der Alltagswelt ihre oberste, absolute und, wenn man will, „wirklichste“ Wirklichkeitsqualität.“ Des Weiteren können symbolische Sinnwelten widersprüchliche Sinnhaftigkeit, beispielsweise bei Rollenbildern oder Weltanschauungen, beseitigen. Eine dritte herausragende Integrationsaufgabe von symbolischen Sinnwelten liegt in der Regulierung der Abfolge verschiedener Phasen des Einzellebens. Auf alle dieser wichtigen Funktionen wird im nächsten Absatz genauer eingegangen und anhand entsprechender Fallbeispiele „der Deutschen“ ausführlicher betrachtet. Indem alles einen Stellenwert in einem kosmologischen und anthropologischen Bezugssystem bekommt, wird eine Hierarchie der Wirklichkeiten konstituiert. Symbolische Sinnwelten stellen somit Ordnung und Recht, sowohl im individuellen Leben als auch in gesellschaftlichen Institutionen, her. Sie selbst werden gesellschaftlich produziert und haben Geschichte, die wiederum verfolgt werden muss, um die Sinnhaftigkeit zu verstehen. Das heißt auch, dass es wie bei den Legitimationstheorien der Experten, Legitimatoren gibt, welche für die Auslegung der Wirklichkeit verantwortlich sind und die Grenzen der symbolischen Sinnwelten ziehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Erkenntnisinteresse ein, das Konstrukt der „Deutschen“ mittels der Theorie von Berger und Luckmann zu hinterfragen und die Forschungsfrage zu begründen.
2. Einführung in die Legitimierung nach Berger und Luckmann: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Legitimierung als Prozess des Erklärens und Rechtfertigens institutioneller Ordnungen dargestellt.
3. Rechfertigungsebenen zu „den Deutschen“: Dieses Kapitel wendet die vier Ebenen der Legitimierung (vortheoretisch, theoretische Postulate, Expertenwissen, symbolische Sinnwelten) systematisch auf das Konstrukt der „Deutschen“ an.
4. Fazit oder Zusammenfassung und kritische Reflexion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die Rolle der Sprache und die Macht der Legitimatoren bei der Konstruktion nationaler Wirklichkeit.
Berger und Luckmann, soziale Konstruktion der Wirklichkeit, Legitimierung, nationale Identität, Symbolische Sinnwelten, Alltagsalltagswirklichkeit, Expertenwissen, Institutionen, Deutsche Nation, Grenzsituationen, Identitätsbildung, Wissenssoziologie, Rechtfertigung, gesellschaftliche Ordnung, soziale Konstruktion.
Die Arbeit untersucht, wie das Konstrukt „die Deutschen“ bzw. „Deutschland“ durch soziale Prozesse konstruiert und legitimiert wird, basierend auf der wissenssoziologischen Theorie von Peter L. Berger und Thomas Luckmann.
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Legitimierungsebenen, die Rolle von Experten (Politik, Medien, Historiker) bei der Sinnstiftung und die Bedeutung symbolischer Sinnwelten für die Aufrechterhaltung einer nationalen Ordnung.
Die Forschungsfrage lautet: Mittels welcher Vorgänge wird „deutsch sein“ gesellschaftlich erklärt und gerechtfertigt, und wer sind die „Macher“ hinter diesem Konstrukt?
Die Autorin nutzt einen phänomenologischen Forschungsansatz im Sinne von Berger und Luckmann, um die Konstruktionsprozesse und Legitimationsstrukturen des Nationalen zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von vier Stufen der Legitimierung: von der vortheoretischen Ebene über theoretische Postulate und Expertenwissen bis hin zur höchsten Stufe der symbolischen Sinnwelten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie soziale Konstruktion, Legitimierung, nationale Identität, symbolische Sinnwelten, Wissenssoziologie und institutionelle Ordnung beschreiben.
Experten wie Politiker und Historiker besitzen die Deutungsmacht, komplexe gesellschaftliche Ordnungen zu rechtfertigen und für den „Mann auf der Straße“ verständlich und akzeptabel zu machen.
Die Autorin nutzt Grenzsituationen – wie etwa den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan –, um zu zeigen, wie symbolische Sinnwelten dazu dienen, solche Krisen in die Ordnung des nationalen Selbstverständnisses zu integrieren.
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