Diplomarbeit, 2003
109 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Fragwürdiges
2. Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
3. Zur Ausgangslage und dem Wesen der Arbeit
II. Eine Lehre, die Lernen voraussetzt – Der Marxismus
1. Begriff
2. Quellen
3. Wesentliche Bestandteile und Werke
3.1 Dialektischer und Historischer Materialismus
3.2 Manifest der kommunistischen Partei
3.3 Das Kapital
4. Rezeption, Wirkung, Umsetzung
III. Brechts erste Berührungen mit marxistischen Ideen – Politische Motivation oder Abenteuer?
1. Brecht im Arbeiter- und Soldatenrat
2. Auf der Suche nach dem Weg
3. Brecht und die USPD
4. Zwischen Ideal und Wirklichkeit
IV. Darum hinein in das marxistische Studium. Marxistisches Wissen zeigt den Weg! – Brecht und die Marxistische Arbeiterschule (MASCH)
1. Von der Begeisterung zum Studium
2. Entstehung und Gründung der MASCH in Berlin
3. Ziele und Aufgaben der MASCH
4. Entwicklung der MASCH
V. Brecht im Spannungsfeld innermarxistischer Kontroversen
1. Lenin
2. Rosa Luxemburg
3. Karl Korsch
4. Fritz Sternberg
5. Erwin Piscator
6. In welcher Form wurde Brecht marxistisch beeinflusst?
VI. Ein Didaktiker des Marxismus? – Der Einfluß des Marxismus auf Brechts zeitgenössisches Theater
1. Die Phasentheorie
2. Die Lehrstücke als politisch-ästhetische Experimente
2.1 Die Lehrstückphase
2.2 Der Hintergrund der Entstehung
2.3 Die Theorie der Lehrstücke
3. Die Maßnahme – Marxistisches Lehrstück oder Lehrstück des Marxismus?
3.1 Methodische Vorüberlegung zur Analyse und Deutung
3.2 Eigener Ansatz eines Deutungsversuchs der Maßnahme
3.2.1 Die Bühne als Lehr- und Lernort
3.2.2 Die Bühne begann zu erzählen
3.2.3 Epische Elemente als Mittel zur Strukturierung der Lerninhalte
3.2.4 Zur Kommunikation im Stück
3.3 Uraufführung
3.4 Reaktionen
3.5 Neuere Forschungsergebnisse und weiterführende Diskussion
VII. Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse
Die Arbeit untersucht die politische Entwicklung Bertolt Brechts zum Marxisten während der Weimarer Republik und analysiert, wie marxistische Theorien sein dramatisches Werk sowie seine theatertheoretischen Ansätze nachhaltig beeinflussten.
Die Bühne begann zu erzählen
„Der Begriff des ‚Epischen’ hat sich ganz mit dem Theater Brechts und seiner besonderen Dramaturgie identifiziert“347, heißt es bei Knopf. Das klingt paradox! Die Anwendung der Bezeichnung ‚episch’ auf die Gattung Drama birgt auf den ersten Blick tatsächlich einen Widerspruch in sich, zumindest wenn man starr die folgende Definition zugrundelegt, nach der im engeren Sinn und auch im üblichen Verwendungszusammenhang mit Epik die „erzählende Dichtung oder Erzählkunst und damit die mittlere der drei natürlichen Gattungen dichterischer Gestaltungsmöglichkeiten“348 bezeichnet wird.
Diese Erfahrung machte auch Brecht: „Das Wort ‚episches Theater’ schien vielen als in sich widerspruchsvoll, da man nach dem Beispiel des Aristoteles die epische und die dramatische Form des Vortrags einer Fabel für grundverschieden voneinander hielt.“349 Unter strengen ästhetisch-gattungsspezifischen Gesichtspunkten mag dies auch zutreffend sein, „aber es gab dann noch unabhängig davon ‚das Dramatische’ auch in epischen Werken und ‚das Epische’ in dramatischen.“350 Brecht sah nun die Möglichkeit, eine wesentliche Eigenschaft der Epik – nämlich die Einnahme unterschiedlicher Perspektiven und Positionen – in die dramatische Form zu integrieren bzw. auf diese anzuwenden und somit eine Distanz zu schaffen, die die Einnahme einer kritischen Position gegenüber dem Geschehen ermöglicht; die Welt wird als eine Veränderbare dargestellt.
Die kritische Haltung ermöglicht und fördert beim Zuschauer, beim Spieler und beim Leser „Konsequenzen für die eigene politische Entscheidung“351 zu ziehen, die dann auch in den Schluss des Dramas mit einfließen.
I. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Ambivalenz des Verhältnisses von Brecht zum Marxismus und legt den literatursoziologischen Fokus der Untersuchung dar.
II. Eine Lehre, die Lernen voraussetzt – Der Marxismus: Dieses Kapitel gibt einen grundlegenden Überblick über die zentralen Theorien des Marxismus, um die geistige Basis für Brechts spätere Auseinandersetzung zu schaffen.
III. Brechts erste Berührungen mit marxistischen Ideen – Politische Motivation oder Abenteuer?: Der Autor untersucht Brechts politische Anfänge während der Revolution 1918/19 und stellt die Frage nach der Ernsthaftigkeit seines frühen politischen Engagements.
IV. Darum hinein in das marxistische Studium. Marxistisches Wissen zeigt den Weg! – Brecht und die Marxistische Arbeiterschule (MASCH): Dieser Teil analysiert die zentrale Rolle der MASCH bei der Vermittlung marxistischer Bildung an Brecht und die Bedeutung dieses Austausches für seine Arbeit.
V. Brecht im Spannungsfeld innermarxistischer Kontroversen: Das Kapitel beleuchtet Brechts Kontakte zu prominenten marxistischen Denkern und deren prägenden Einfluss auf sein Denken und Schaffen.
VI. Ein Didaktiker des Marxismus? – Der Einfluß des Marxismus auf Brechts zeitgenössisches Theater: Der Hauptteil der Arbeit untersucht die praktische Anwendung marxistischer Ideen in Brechts Lehrstücktheorie, exemplarisch dargestellt anhand des Werkes Die Maßnahme.
VII. Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse zur Entwicklung Brechts zum Marxisten und deren Niederschlag im Theaterwerk.
Bertolt Brecht, Marxismus, Lehrstücke, Marxistische Arbeiterschule, MASCH, Karl Korsch, Erwin Piscator, Die Maßnahme, Dialektik, Theaterwissenschaft, Literatursoziologie, Weimarer Republik, politisches Theater, Episches Theater.
Die Arbeit untersucht die politische und weltanschauliche Entwicklung Bertolt Brechts zum Marxisten sowie den maßgeblichen Einfluss marxistischer Ideen auf sein dramatisches Werk, speziell auf die Theorie und Praxis der Lehrstücke.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Marxismus, Brechts frühes politisches Engagement (z.B. im Arbeiter- und Soldatenrat), seine Bildung an der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) und die theoretischen Auseinandersetzungen mit marxistischen Intellektuellen.
Das Hauptziel ist es, die Bedingungen und Hintergründe zu untersuchen, unter denen Brecht zum Marxisten wurde, und aufzuzeigen, wie diese politisch-theoretische Prägung sein „wissenschaftliches Theater“ und das Verständnis seiner Lehrstücke formte.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf einem literatursoziologischen Ansatz, der die Lebensbedingungen des Autors, das politische Umfeld der Weimarer Republik und die institutionsgeschichtlichen Hintergründe der MASCH mit der Textanalyse von Brechts Werken verbindet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Theorie der Lehrstücke und analysiert detailliert das Werk Die Maßnahme hinsichtlich seiner dramaturgischen Struktur, seiner didaktischen Intentionen und der intertextuellen Bezüge zu den Schriften von Marx, Engels und Lenin.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Brechts „Lehrstückphase“, die „Phasentheorie“, der „dialektische Materialismus“, die „intertextuelle Vernetzung“ (insb. zu Lenin) und das „epische Theater“ als didaktisches Instrument.
Die MASCH diente Brecht als intellektuelle Plattform, an der er systematisch soziologische und marxistische Grundlagen erwarb und Kontakte zu einflussreichen Denkern wie Karl Korsch und Hanns Eisler pflegte, die seine Arbeit nachhaltig beeinflussten.
Es gilt als Schlüsselstück, da es Brechts radikalen Bruch mit traditionellen Theaterkonventionen vollzieht und exemplarisch das Spannungsfeld zwischen revolutionärer Theorie, individueller Entscheidung und kollektiver Parteidisziplin auf der Bühne thematisiert.
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