Examensarbeit, 2003
99 Seiten, Note: 1,0
0 VORWORT
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER MOTIVATION
2.1 Motive und Motivation
2.2 Lernmotivation
2.2.1 Leistungsmotivation
2.2.2 Extrinsische Motivation
2.2.3 Intrinsische Motivation
2.2.4 Interesse
2.3 Weitere bedeutsame Einflussfaktoren
2.4 Das Selbstbewertungsmodell der Leistungsmotivation
3 MOTIVATIONALE ASPEKTE BEI SCHÜLERN MIT LERNBEHINDERUNGEN
3.1 Zu den Begriffen „Lernbehinderungen“, „Lernschwierigkeiten“ und „Lernbeeinträchtigungen“
3.2 Ausgangslage bei Schülern mit Lernschwierigkeiten
3.3 Formen von Motivationsstörungen
3.4 Ursachen für Störungen der Motivation
3.4.1 Ursachen innerhalb der Person des Schülers
3.4.2 Ursachen in Elternhaus und Gesellschaft
3.4.3 Ursachen im schulischen Bereich
3.5 Diagnose von Motivationsstörungen
4 INTERVENTIONEN BEI MOTIVATIONSSTÖRUNGEN
4.1 Veränderungen der Lerninhalte und der Lernumgebung
4.2 Veränderungen im System Schule
4.2.1 Kritik an der Schule
4.2.2 Schulentwicklung: Bedingungen, Ansätze, Ziele
4.2.3 Das Konzept der Organisationsentwicklung
4.2.4 Schulentwicklung konkret: Streitschlichtung
4.3 Veränderungen im Lehrerverhalten
4.3.1 Motivationsförderliches Lehrerverhalten
4.3.2 Verwendung der individuellen Bezugsnorm zur Leistungsbewertung
4.4 Veränderungen im elterlichen Erziehungsverhalten
4.5 Interventionen an der Person des Schülers
4.5.1 Arbeit an einem realistischen Zielsetzungsverhalten
4.5.2 Aufbau günstiger Attributionsmuster
4.5.3 Verbesserung der Selbstbewertung
5 PROGRAMME ZUR FÖRDERUNG DER MOTIVATION
5.1 Allgemeine Bemerkungen zu den Trainingsprogrammen
5.2 Motivationsförderprogramme für Schüler
5.2.1 Das Motivänderungsprogramm von KRUG und HANEL
5.2.2 Elementares Training bei Kindern mit Lernschwierigkeiten nach EMMER, HOFMANN & MATTHES: Training der Motivation
5.2.3 Kombination von Motivförderung und kognitiver Förderung: Das Integrierte Training nach KLAUER und RHEINBERG/KRUG
5.3 Motivationsförderprogramme für Lehrer
5.3.1 Ein schulisches Trainingsprogramm zum Erleben eigener Verursachung („Personal Causation Training in the Schools“) von DECHARMS
5.3.2 Unterrichtsintegrierte Motivationsförderung durch individuelle Bezugsnorm Orientierung
5.4 Ein Elterntraining zum motivationsförderlichen Erziehungsverhalten in Leistungskontexten
5.4.1 Ziele des Trainings
5.4.2 Trainingsaufbau
5.4.3 Ergebnisse
5.5 Kritische Anmerkungen
6 FAZIT
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Motivationsprobleme bei Schülern mit Lernbehinderungen oder Lernbeeinträchtigungen zu verstehen und Interventionsmöglichkeiten für den schulischen und häuslichen Kontext aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie Lehrkräfte, Eltern und die Schulorganisation durch gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Lernmotivation und zur Etablierung eines positiven Fähigkeitsselbstbildes beitragen können.
4.5.1 Arbeit an einem realistischen Zielsetzungsverhalten
Schüler mit Lernschwierigkeiten können auf Grund oft jahrelanger negativer Erfahrungen ihre eigenen Kompetenzen nicht realistisch einschätzen. Aus der Angst heraus, an einer Aufgabe scheitern zu können, setzen sie sich unrealistische Ziele. Dies kann in zweierlei Form geschehen:
1. Das Kind mit Lernbeeinträchtigungen und Motivationsstörungen setzt sich das Ziel so niedrig, dass es auf jedem Fall erreicht wird. So wird zwar die Aufgabe bewältigt, das Kompetenzerleben und die Freude über den Erfolg bleibt aber aus, da es sich nicht anstrengen und bis an die Grenzen seiner Kompetenzen gehen musste.
2. Der Schüler mit Lernschwierigkeiten wählt das Ziel so hoch, dass es nicht erreicht werden kann. Damit ist der Misserfolg vorprogrammiert und erscheint so unausweichlich, dass es dem Kind gar nicht sinnvoll erscheint, die Aufgabe überhaupt zu bearbeiten. Der sich nun einstellende Misserfolg bestätigt das Kind in seiner Auffassung, dass es sowieso nichts kann und jede Anstrengung aussichtslos wäre.
Ein solches, Anstrengungen vermeidendes, Verhalten kann sich im Extremfall bis zur „Erlernten Hilflosigkeit“ entwickeln. Es ist mit standardisierten Tests wie dem Anstrengungsvermeidungstest (AVT) von ROLLETT & BARTRAM (1977), aber auch durch sorgfältige Beobachtungen nachweisbar.
In jedem Fall ist ein unrealistisches Zielsetzungsverhalten (bzw. unrealistisches Anspruchsniveau) motivational sehr ungünstig. Werden die Aufgaben zu leicht gewählt, erwächst aus ihnen kein Kompetenzerleben, wodurch auch der Drang, offensiv und mit Erfolgshoffnungen an anspruchsvolle Aufgaben heranzugehen, ausbleibt. Scheint, wie im zweiten Fall, das Versagen unausweichlich, ist ebenfalls klar, dass die Bearbeitung solcher Aufgaben keine Motivation auslösen kann.
Schüler mit Lernbeeinträchtigungen und Motivationsstörungen müssen also Aufgaben von mittlerer (subjektiver) Schwierigkeit bearbeiten, um ihre wahren Leistungsgrenzen auszuloten und darüber wieder zum Kompetenzerleben zu gelangen. Gerade diese Aufgaben werden von ihnen jedoch häufig gemieden oder als bedrohlich empfunden, da sie ihren eigentlichen Leistungsstand offenbaren würden.
0 VORWORT: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl, basierend auf Praxiserfahrungen in der Förderschularbeit.
1 EINLEITUNG: Es wird das zentrale Anliegen der Arbeit dargelegt, Motivationsprobleme bei Schülern mit Lernbehinderungen zu identifizieren und zu adressieren.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER MOTIVATION: Definition der für die Arbeit relevanten Begriffe wie Lernmotivation, Leistungsmotivation, Interesse und Volition sowie Vorstellung des Selbstbewertungsmodells.
3 MOTIVATIONALE ASPEKTE BEI SCHÜLERN MIT LERNBEHINDERUNGEN: Analyse der Zielgruppe, der Ursachen von Motivationsstörungen und Möglichkeiten zur deren Diagnose.
4 INTERVENTIONEN BEI MOTIVATIONSSTÖRUNGEN: Detaillierte Betrachtung verschiedener Interventionsebenen wie Lernumgebung, Schulentwicklung, Lehrerverhalten und elterliches Erziehungsverhalten.
5 PROGRAMME ZUR FÖRDERUNG DER MOTIVATION: Vorstellung konkreter Trainingsprogramme für Schüler, Lehrer und Eltern zur Motivationsförderung.
6 FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der gewonnenen Erkenntnisse und Plädoyer für die Einführung eines Schulfaches „Lernen lernen“.
Motivationsförderung, Lernbehinderungen, Lernschwierigkeiten, Leistungsmotivation, Selbstbewertungsmodell, Attributionsmuster, Zielsetzungsverhalten, Schulentwicklung, Förderprogramme, Individuelle Bezugsnorm, Lernumgebung, Diagnostik, Erfolgserleben, Selbstbild, Sonderpädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Motivationsförderung bei Schülerinnen und Schülern mit Lernbehinderungen und Lernschwierigkeiten, insbesondere im Grundschulalter und der frühen Sekundarstufe I.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Lernmotivation, die Analyse von Motivationsstörungen, verschiedene Interventionsansätze in Schule und Elternhaus sowie die Vorstellung spezieller Motivationsförderprogramme.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Schüler durch realistische Zielsetzung, günstiges Attributionsverhalten und ein verbessertes Fähigkeitsselbstbild zu einer erfolgszuversichtlichen Lernhaltung gelangen können.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung psychologischer und sonderpädagogischer Konzepte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die spezifische Situation von Schülern mit Lernschwierigkeiten, konkrete Interventionsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen sowie eine kritische Evaluation verschiedener Förderprogramme.
Wichtige Begriffe sind Motivationsförderung, Lernbehinderung, Leistungsmotivation, Selbstbewertungsmodell, Attributionsmuster und individuelle Bezugsnorm.
Die individuelle Bezugsnorm wird als entscheidendes Werkzeug hervorgehoben, um Schülern Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, die sie im klassischen Vergleich mit der Klasse (soziale Bezugsnorm) oft nicht erfahren.
Die Arbeit plädiert für eine „Erziehungspartnerschaft“ und stellt explizit Elterntrainings vor, die zeigen, wie elterliches Erziehungsverhalten die Leistungsmotivation von Kindern positiv beeinflussen kann.
Schulentwicklung durch Organisationsentwicklung soll das Schulklima verbessern, damit Schüler sich als aktive Akteure in ihrer Schule erleben und somit die Lernmotivation indirekt gestärkt wird.
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