Examensarbeit, 2003
128 Seiten, Note: sehr gut
I. Einleitung
II. Motive der Osterweiterung
III. Von den Ursprüngen bis zur Verwirklichung
1. Stationen der Osterweiterung
2. Die Rolle der EU-Organe im Erweiterungsprozess
IV. Beitrittskriterien und Ablauf des Beitrittsverfahrens
V. Merkmale der Osterweiterung
VI. Merkmale der Beitrittsländer
1. Ökonomische Strukturen
2. Gesellschaftliche Akzeptanz des EU-Beitritts
VII. Darstellung der Länder
1. Der „Sonderfall“ Polen
1.1. Geschichtlicher Überblick
1.2. Das politische System
1.3. Motive für den EU-Beitritt
1.4. Ökonomische Strukturen
1.5. Gesellschaftsstrukturen
1.6. Beitrittsverhandlungen und Ausblick
2. Die baltischen Staaten
2.1. Geschichtlicher Überblick
2.2. Die politischen Systeme
2.3. Motive für den EU-Beitritt
2.4. Ökonomische Strukturen
2.5. Gesellschaftsstrukturen
2.6. Beitrittsverhandlungen und Ausblick
3. Ungarn und Slowenien
3.1. Geschichtlicher Überblick
3.2. Die politischen Systeme
3.3. Ökonomische Strukturen
3.4. Gesellschaftsstrukturen
3.5. Beitrittsverhandlungen und Ausblick
4. Die Tschechische und Slowakische Republik
4.1. Geschichtlicher Überblick
4.2. Die politischen Systeme
4.3. Ökonomische Strukturen
4.4. Gesellschaftsstrukturen
4.5. Beitrittsverhandlungen und Ausblick
5. Die Mittelmeerinseln Zypern und Malta
5.1. Die politischen Systeme
5.2. Ökonomische Strukturen
5.3. Gesellschaftsstrukturen
5.4. Beitrittsverhandlungen und Ausblick
VIII. Chancen und Herausforderungen der Osterweiterung
1. Die Osterweiterung aus Sicht der Beitrittsstaaten
2. Die Osterweiterung aus Sicht der EU-Staaten
IX. Die Differenten Sichtweisen der EU-Staaten
X. Didaktische Überlegungen
1. Leitgedanken zum Fächerverbund EWG
2. Einordnung des Themas in den Bildungsplan
3. Bezug zum Thema
4. Sachanalyse
5. Didaktische Analyse
6. Überlegungen zum Fächerübergreifenden Unterricht
7. Lernziele
8. Methodische Überlegungen
9. Überlegungen zur Durchführung einer Unterrichtseinheit
10. Fazit
XI. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die komplexen historischen, politischen und wirtschaftlichen Hintergründe sowie die Auswirkungen der EU-Osterweiterung. Das primäre Ziel ist es, sowohl die Konsequenzen für die Beitrittsländer als auch für die bestehende EU sowie deren Mitgliedstaaten herauszuarbeiten und fachdidaktische Überlegungen zur Integration dieses Themas in den Unterricht an Realschulen anzustellen.
2. Gesellschaftliche Akzeptanz des EU-Beitritts
In den vergangenen fünf Jahren z.T. zäher Verhandlungen mit der EU, ist der Europa-Euphorie in vielen Beitrittsländern eine ernstzunehmende Skepsis gegenüber dem bevorstehenden Eintritt in die Staatengemeinschaft gewichen. Diese Entwicklung ist insofern bedeutend, da die Geschichte der europäischen Integration immer wieder gezeigt hat, dass für die erfolgreiche Gestaltung einer EU-Erweiterung die gesellschaftliche Zustimmung sowohl in den Mitgliedstaaten, als auch in den Beitrittstaaten unabdingbar ist.
Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Zustimmungswerte in den MOEL zwischen 1991 und 2001. Besonders in den ersten Jahren nach dem Kollaps der kommunistischen Regime herrschten hinsichtlich des EU-Beitritts Begeisterung und ein breiter Konsens vor. Für die meisten Osteuropäer war die EU „mehr Symbol als Wirklichkeit“: Sie stand für „wirtschaftlichen Wohlstand und für ein idealisiertes Europa“, dem man sich historisch nah, aber gegenwärtig fern fühlte. Die „Rückkehr nach Europa“ war eines der Schlagworte, die auf dem Kopenhagener Gipfel 1993 geprägt wurden. Die Wirkung dieser Versprechen zeigte sich in der allgemein positiven Einstellung gegenüber der Staatengemeinschaft sowie in der überwältigenden Unterstützung der EU-Mitgliedschaft.
Heute hat sich die Situation jedoch gewandelt, denn die Beitrittskriterien der EU zwangen die EU-Beitrittskandidaten zu einem enormen Anpassungsprozess. Die Euphorie ist verblichen und je länger die Verhandlungen andauerten, desto lauter wurden die Stimmen der Europa-Skeptiker. So wie die EU in den neunziger Jahren „idealisiert“ wurde, wird sie von einem Teil der Bevölkerung nun „dämonisiert“.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung der EU-Osterweiterung zum 1. Mai 2004 ein und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
II. Motive der Osterweiterung: Dieses Kapitel beleuchtet die politischen, moralischen und wirtschaftlichen Beweggründe für die Osterweiterung aus der Perspektive der EU und der Beitrittsländer.
III. Von den Ursprüngen bis zur Verwirklichung: Hier werden die zeitlichen Stationen der Erweiterung und die Rolle der EU-Organe während des Prozesses nachgezeichnet.
IV. Beitrittskriterien und Ablauf des Beitrittsverfahrens: Der Fokus liegt auf den vier Säulen der Erweiterungspolitik sowie dem juristischen und administrativen Ablauf des Beitrittsprozesses.
V. Merkmale der Osterweiterung: Es wird erörtert, warum die fünfte Erweiterungsrunde durch ihre spezifischen quantitativen und qualitativen Faktoren eine Sonderstellung in der EU-Geschichte einnimmt.
VI. Merkmale der Beitrittsländer: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Strukturen und die gesellschaftliche Akzeptanz in den Beitrittsländern.
VII. Darstellung der Länder: Detaillierte Betrachtung der beitretenden Länder, unterteilt in die Blöcke Polen, baltische Staaten, Ungarn/Slowenien, Tschechische/Slowakische Republik sowie Zypern/Malta.
VIII. Chancen und Herausforderungen der Osterweiterung: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen der Erweiterung sowohl aus Sicht der Beitrittsstaaten als auch der EU-Staaten.
IX. Die Differenten Sichtweisen der EU-Staaten: Analyse der differenzierten Einstellungen und nationalen Interessenlagen der bestehenden EU-15-Staaten gegenüber der Erweiterung.
X. Didaktische Überlegungen: Auseinandersetzung mit der Integration des Themas in den Bildungsplan sowie methodische Vorschläge für den Unterricht, insbesondere durch ein Planspiel.
XI. Schlussbetrachtung: Reflektion über die Finalität der EU und die Notwendigkeit institutioneller Reformen für eine zukunftsfähige Staatengemeinschaft.
EU-Osterweiterung, Europäische Union, Transformationsprozesse, Beitrittskriterien, MOEL, Europäische Integration, Mittel- und Osteuropa, Wirtschaftliche Konvergenz, Gesellschaftliche Akzeptanz, EU-Binnenmarkt, Reformstaaten, Institutionelle Reformen, Europa-Abkommen.
Die Arbeit behandelt die EU-Osterweiterung zum 1. Mai 2004, wobei der Schwerpunkt auf der fachwissenschaftlichen Analyse der Beitrittsländer sowie auf fachdidaktischen Überlegungen für den Unterricht in Realschulen liegt.
Zentrale Themen sind die politischen und wirtschaftlichen Motive der Erweiterung, die Beitrittskriterien, die ökonomischen und sozialen Strukturen der Beitrittsländer sowie die Herausforderungen, die sich für die EU und die neuen Mitglieder ergeben.
Das Ziel ist es, die komplexen historischen, politischen und wirtschaftlichen Vorgänge der Osterweiterung zu erfassen und zu analysieren, um daraus fundierte Ergebnisse für die fachwissenschaftliche Diskussion und die unterrichtliche Aufbereitung abzuleiten.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse aktueller wissenschaftlicher Journale, überregionaler Presseartikel, statistischer Daten sowie offizieller Dokumente der EU, um die dynamischen politischen Prozesse bis Mitte 2003 abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Länderdarstellung der Beitrittskandidaten (nach Blöcken gruppiert), eine Analyse der Chancen und Herausforderungen für beide Seiten sowie die Untersuchung differenzierter Sichtweisen innerhalb der EU-15.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie EU-Osterweiterung, Transformationsprozesse, Beitrittskriterien, Europäische Integration und Mittel- und Osteuropa (MOEL) beschreiben.
Polen wird als bevölkerungsreichster und geopolitisch bedeutendster Kandidat als „Sonderfall“ detailliert untersucht, wobei insbesondere die Transformation seiner Landwirtschaft und die gesellschaftliche Akzeptanz des Beitritts im Fokus stehen.
Der Autor verknüpft die fachwissenschaftliche Analyse mit dem baden-württembergischen Bildungsplan für den Fächerverbund EWG und schlägt handlungsorientierte Methoden wie das Planspiel „Europa neu gestalten“ vor.
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