Diplomarbeit, 2003
78 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 RECHTLICHE MÖGLICHKEITEN DER FREIHEITSENTZIEHUNG
2.1 DEFINITION DER FREIHEITSENTZIEHUNG
2.2 GRUNDGESETZ (GG)
2.3 BÜRGERLICHES GESETZBUCH (BGB)
2.4 KINDER- UND JUGENDHILFEGESETZ (SGB VIII)
2.5 JUGENDGERICHTSGESETZ (JGG)
2.5.1 Jugendarrest
2.5.2 Untersuchungshaft
2.5.3 Jugendstrafe
3 VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT
3.1 WEISUNGEN NACH JGG
3.2 MAßNAHMEN DES SGB VIII
3.3 EINSTWEILIGE UNTERBRINGUNG
3.3.1 Untersuchungshaftvermeidung in Berlin
4 EINRICHTUNGEN ZUR VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT IN BERLIN UND BRANDENBURG
4.1 DIE JUGENDHILFEEINRICHTUNG FROSTENWALDE
4.1.1 Entwicklung der Einrichtung
4.1.2 Rahmenbedingungen der Einrichtung
4.1.3 Rechtliche Voraussetzungen der Aufnahme
4.1.4 Aufnahmeverfahren
4.1.5 Betreuungskonzept
4.1.6 Praxis der Aufenthaltsgestaltung
4.1.7 Personelle Ausstattung
4.1.8 Finanzierung
4.1.9 Erfolg
4.2 DAS JUGENDAUFBAUWERK BERLIN
4.2.1 Entwicklung der Einrichtung
4.2.2 Rahmenbedingungen der Einrichtung
4.2.3 Rechtliche Voraussetzungen der Aufnahme
4.2.4 Aufnahmeverfahren
4.2.5 Betreuungskonzept
4.2.6 Praxis der Aufenthaltsgestaltung
4.2.7 Personelle Ausstattung
4.2.8 Finanzierung
4.2.9 Erfolg
5 GESCHLOSSENE UNTERBRINGUNG – PRO UND CONTRA
5.1 ENTWICKLUNG
5.2 DISKUSSION
5.3 BEWERTUNG DER ALTERNATIVEN
6 FAZIT
Die Arbeit untersucht, ob die Abschaffung geschlossener Heime in Berlin und Brandenburg zu einer erfolgreichen Reduzierung repressiver Maßnahmen gegen Jugendliche geführt hat oder ob dies in eine Zunahme der Untersuchungshaftgefangenen mündete. Ziel ist es, die Effizienz der Untersuchungshaftvermeidung durch offene Jugendhilfeeinrichtungen zu evaluieren und den Einfluss unterschiedlicher infrastruktureller Bedingungen auf die Arbeit der Träger zu analysieren.
4.1.6 Praxis der Aufenthaltsgestaltung
Die Jugendlichen erfahren eine individuelle Betreuung, Hilfe und Unterstützung rund um die Uhr. Die Unterbringung erfolgt in einer von sieben Gruppen, die jeweils separate Räumlichkeiten bewohnen und denen jeweils ein Betreuer zugeordnet ist, der sich um den konkreten Tagesablauf kümmert. Dieser ist klar strukturiert. Täglich werden verbindliche Absprachen für den jeweiligen Tag getroffen. Frühstück und Abendbrot werden durch die Jugendlichen selbst vorbereitet und mit den Betreuern gemeinsam eingenommen.
Während des Tages wird unter der Anleitung von Facharbeitern, Handwerkern und Gruppenpädagogen innerhalb und außerhalb der Einrichtung erfolgsorientiert in Projekten im Bereich Holz, Metall, Elektrotechnik, Malerei, Mauern sowie Garten- und Landschaftsbau in Werkstätten, Lernräumen und im Außenbereich gearbeitet. So werden z. B. die meisten Instandhaltungsarbeiten unter Anleitung von den Jugendlichen selbst durchgeführt. Für die Arbeit findet eine Entlohnung in Form eines geringen Taschengeldes statt, mit dem die Jugendlichen z. B. eigene Lebensmittel erwerben können. Das Geld wird vom Bezugsbetreuer verwaltet.
Im Rahmen der Perspektivplanung kann für Jugendliche, die eine erkennbare Entwicklung vollzogen haben, auch ein Einsatz in Handwerksfirmen, klein und mittelständischen Betrieben unterschiedlicher Gewerke der Region, zur weiteren Ausbildung handwerklicher Fähigkeiten in Form von Betriebspraktika erfolgen.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert die Debatte um geschlossene Heime und Untersuchungshaft in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, ob die Liberalisierung des Jugendrechts zu einer Abnahme repressiver Maßnahmen geführt hat.
2 RECHTLICHE MÖGLICHKEITEN DER FREIHEITSENTZIEHUNG: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen von Freiheitsentziehungen, insbesondere unter Bezugnahme auf Grundgesetz, BGB, SGB VIII und JGG, einschließlich der spezifischen Maßnahmen wie Jugendarrest und Untersuchungshaft.
3 VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT: Hier werden präventive Möglichkeiten wie ambulante erzieherische Hilfen und einstweilige Unterbringungen dargestellt, um eine Inhaftierung von Jugendlichen zu vermeiden.
4 EINRICHTUNGEN ZUR VERMEIDUNG VON UNTERSUCHUNGSHAFT IN BERLIN UND BRANDENBURG: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Analyse der Konzepte, Aufnahmeverfahren und Erfolgsstatistiken der Jugendhilfeeinrichtung Frostenwalde sowie des Jugendaufbauwerks Berlin.
5 GESCHLOSSENE UNTERBRINGUNG – PRO UND CONTRA: Das Kapitel reflektiert die geschichtliche Entwicklung und die aktuelle gesellschaftliche Diskussion um geschlossene Heime sowie eine Bewertung der verfügbaren Alternativen.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont den Wert der offenen Unterbringung als Alternative zur Haft und fordert eine verstärkte Kooperation zwischen den Institutionen sowie einen Ausbau der Hilfsangebote.
Untersuchungshaft, Jugendhilfe, Freiheitsentziehung, Jugendkriminalität, Prävention, Resozialisierung, Jugendgerichtsgesetz, SGB VIII, offene Unterbringung, Bewährungshelfer, Rückfallquote, Sozialpädagogik, Jugendaufbauwerk, Frostenwalde.
Die Diplomarbeit untersucht die Konzepte zur Vermeidung von Untersuchungshaft bei Jugendlichen in Berlin und Brandenburg, insbesondere im Kontext der Abschaffung geschlossener Heime.
Die Arbeit fokussiert sich auf die rechtlichen Grundlagen der Freiheitsentziehung, die praktische Umsetzung der Untersuchungshaftvermeidung in spezialisierten Einrichtungen und die Diskussion um geschlossene versus offene Unterbringungskonzepte.
Die zentrale Frage ist, ob die Abschaffung geschlossener Heime zu einer tatsächlichen Abnahme repressiver Maßnahmen gegenüber Jugendlichen geführt hat oder ob im Gegenteil eine Zunahme der Inhaftierungen zu verzeichnen ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse zu rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen sowie eine Auswertung der Konzepte und Statistiken der beiden untersuchten Einrichtungen.
Im Hauptteil werden neben den rechtlichen Grundlagen (JGG, SGB VIII) detailliert die Konzepte, Aufnahmeverfahren, Betreuungsansätze und Erfolge der Jugendhilfeeinrichtung Frostenwalde und des Jugendaufbauwerks Berlin gegenübergestellt.
Die wichtigsten Begriffe sind Untersuchungshaftvermeidung, Jugendhilfe, offene Unterbringung, Jugendstrafrecht und Resozialisierung.
Da diese beiden Länder unterschiedliche infrastrukturelle Ansätze verfolgen (Großstadtmodell Berlin vs. ländliche Einrichtung Frostenwalde), bietet der Vergleich wertvolle Erkenntnisse über die Effizienz verschiedener Trägerstrategien.
Verbindlichkeit wird in beiden Einrichtungen als zentraler pädagogischer Baustein gesehen, um Jugendlichen, die bisher keine Struktur kannten, den Weg in ein straffreies Leben und die Übernahme von Eigenverantwortung zu ebnen.
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