Diplomarbeit, 2004
111 Seiten, Note: 1
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Diagnostische Kriterien
2.2 Epidemiologie des „Autismus-Spektrums“
2.3 Die soziale und emotionale Entwicklung von Menschen mit Autismus
2.3.1 Imitationsverhalten
2.3.2 Aufmerksamkeit auf soziale Reize
2.3.3 Entwicklung planvollen Handelns
2.3.4 Emotionales Erkennen und emotionaler Ausdruck
2.3.4.1 Emotionales Erkennen
2.3.4.2 Emotionaler Ausdruck
2.3.5 Soziale Regeln und der Umgang mit anderen
2.3.6 Selbstkenntnis & Selbstachtung
2.3.7 Den sozialen Kontakt beeinträchtigendes Verhalten
2.4 Die pragmatischen Aspekte der Kommunikation
2.4.1 Expressive Kommunikation und die Sprachproduktion
2.4.2 Rezeptive Kommunikation und das Sprachverständnis
2.5 Belastungserleben der Eltern
2.6 Theoretisch angenommenes Modell
2.7 Fragestellung und Hypothesen
3 Methode
3.1 Untersuchungsinstrumente
3.1.1 Halbstrukturiertes Interview
3.1.2 Strukturiertes Interview
3.1.2.1 Die Unterskalen des strukturierten Interviews
3.2 Durchführung und Stichprobe
3.2.1 Rekrutierung der Stichprobe
3.2.2 Durchführung der Untersuchung
3.2.3 Beschreibung der Stichprobe
3.2.3.1 Demographische Angaben der Mütter
3.2.3.2 Demographische Angaben der Kinder
3.3 Analyseverfahren
4 Ergebnisse
4.1 Ergebnisse des halbstrukturierten Interviews
4.1.1 Deskriptive Auswertung der inhaltlichen Bereiche der Förderung
4.1.2 Deskriptive Auswertung der sozialen Schwierigkeiten
4.2 Analyse des strukturierten Interviews
4.3 Ergebnisse des strukturierten Interviews
4.3.1 Zusammenhang zwischen den sozialen Defiziten und der Gesamtbelastung
4.3.2 Vergleich der Belastungsmittelwerte der einzelnen Skalen mit der Gesamtbelastung
4.3.3 Zusammenhang zwischen der Belastung und dem Alter
5 Diskussion
5.1 Eignung des Interviews
5.2 Interpretation der Ergebnisse
5.3 Grenzen der Studie
5.4 Konsequenzen für Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz
Die Diplomarbeit untersucht die sozialen Defizite von Kindern und Jugendlichen aus dem Autismus-Spektrum sowie deren Auswirkungen auf das Belastungserleben der Eltern, um daraus methodische Konsequenzen für Förderprogramme abzuleiten.
2.3.1 Imitationsverhalten
Das Imitationsverhalten ist nach Arnold, Eysenck und Meili (1997) die „Tendenz, motorische, kognitive, soziale und emotionale Verhaltensweisen eines – auch symbolischen – Vorbilds zu kopieren“ (S. 1443). Die Imitation erlaubt es dem Menschen, komplexe Verhaltensmuster in relativ kurzer Zeit zu erlernen. Neugeborene können bereits kurz nach der Geburt Gesichtszüge nachahmen. Sie imitieren in den ersten Lebenswochen bei anderen beobachtete Verhaltensweisen, öffnen dabei zum Beispiel den Mund oder drehen den Kopf (Meltzoff & Moore, 1992). Das Gespür für körperliche Bewegungen und die Gewöhnung an Gesichter sind die Grundlage für jede soziale Interaktion.
Die neuropsychologische Voraussetzung der Imitation sieht Meltzoff (1990) in der angeborenen Fähigkeit von Neugeborenen, die Sinneseindrücke unterschiedlicher Modalität (taktil, sensorisch, auditiv) miteinander zu verbinden. Nach Aitken und Trevarthen (1997) ist die Neugeborenenimitation Ausdruck der Fähigkeit, exterozeptive mit interozeptiven Informationen zu verbinden und darüber den Bedeutungsgehalt sozialer Reize nachzuvollziehen. Für Meltzoff und Gopnik (1993) stellt die frühe Imitation eine Voraussetzung für sämtliche soziale Lernerfahrungen dar. Wenn bei autistischen Kindern bereits eine grundlegende Störung der Imitationsfähigkeit vorliegt, können diese Kinder von Geburt an nicht an den normalen sozialen Interaktionen teilnehmen (Kusch & Petermann, 2001). Nach Ansicht von Meltzoff und Gopnik (1993) fehlen ihnen dadurch grundlegende Erfahrungen, die Voraussetzungen für intentionales Handeln und für das Interesse an den Absichten anderer Personen sind.
Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Kompetenzdefizite bei autistischen Kindern und die damit verbundene Belastung für Familien.
Theoretischer und empirischer Hintergrund: Darstellung des aktuellen Forschungsstands zu Autismus, relevanten sozialen Entwicklungsbereichen und der elterlichen Belastungssituation.
Methode: Beschreibung des entwickelten zweiteiligen Messinstruments und der Durchführung der Untersuchung an 30 Müttern.
Ergebnisse: Detaillierte Darstellung der deskriptiven und korrelationsanalytischen Auswertung der Interviews.
Diskussion: Kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse und Ableitung von Empfehlungen für die Gestaltung von Förderprogrammen.
Autismus-Spektrum, soziale Kompetenz, elterliches Belastungserleben, Imitationsverhalten, soziale Interaktion, Kommunikation, Asperger-Störung, Frühkindlicher Autismus, Flexibilität, Selbstkenntnis, Selbstachtung, strukturiertes Interview, Förderprogramme, Familienbelastung, soziale Entwicklung.
Die Arbeit untersucht, wie soziale Defizite bei Kindern und Jugendlichen aus dem Autismus-Spektrum das Belastungserleben der Eltern beeinflussen und welche Konsequenzen dies für die Förderung der sozialen Kompetenz hat.
Im Fokus stehen die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten autistischer Kinder sowie deren Einfluss auf die psychische und physische Belastung der Hauptbezugspersonen.
Das Ziel besteht darin, durch eine empirische Untersuchung Zusammenhänge zwischen den kindlichen Defiziten und der elterlichen Belastung nachzuweisen, um daraus fundierte Ansätze für effektive Förderprogramme abzuleiten.
Die Autorin hat ein eigens für die Studie entworfenes, zweiteiliges Interview (halb-strukturiert und strukturiert) eingesetzt, das an 30 Müttern durchgeführt und statistisch (SPSS 10.0) ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der autistischen Entwicklungsschwierigkeiten und einen empirischen Ergebnisteil, der Korrelationen zwischen Verhaltensweisen der Kinder und Belastungswerten der Eltern analysiert.
Wichtige Begriffe sind Autismus-Spektrum, soziale Kompetenz, elterliches Belastungserleben, Kommunikation, soziale Regeln, Flexibilität sowie die Förderung sozialer Fähigkeiten.
Insbesondere Defizite in den Bereichen „Flexibilität“ und „Selbstkenntnis und Selbstachtung“ wurden von den Müttern als überdurchschnittlich belastend eingestuft, da diese Fähigkeiten für die Bewältigung des Alltags und die allgemeine soziale Anpassung zentral sind.
Die Autorin plädiert dafür, den Fokus von rein einzeltherapeutischen Settings weg zu einer natürlichen Lernumgebung in Gruppen zu verschieben, um soziale Erfahrungen in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen und den Transfer erlernter Fähigkeiten zu erleichtern.
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