Hausarbeit, 2012
27 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Historische Einordnung der Quellen - Die Grafschaft Castell
Quelle 1
Quelle 2:
Schlussbetrachtung
Anhang
I. Richtersprüche für elf Streitpunkte, ausgesprochen am 2. August 1413
II. Genealogische Aufschlüsselung
III. Edierte Quellen
Die Arbeit untersucht die Erbschaftspolitik der Grafen zu Castell im Hochmittelalter, um zu klären, inwieweit gezielte Rechtsvereinbarungen und Erbschaftsregelungen als Instrumente zur Sicherung der gräflichen Hausmacht dienten. Durch die Analyse von zwei Urkunden aus dem Jahr 1413 soll rekonstruiert werden, wie das Haus Castell versuchte, Besitzzerstplitterung zu verhindern und das Territorium strategisch zu festigen.
Quelle 1
In der Urkunde vom 17. Juli 1413 verzichten Thomas und Elisabeth von Rieneck, geborene Castell, Tochter des amtierenden Grafen Castell als Aussteller der Urkunde auf das Erbe von Castell und dem von Elisabeths Onkel, Johann von Hohenlohe. Im Gegenzug wird dem Ehepaar von Rieneck vom Adressaten der Urkunde, Leonard von Castell, eine Summe von 4000 Gulden zugesichert. Die Aussteller bestätigen, diese Verzichtsurkunde weder persönlich noch durch Erben anfechten zu lassen. Auch für den Fall, dass der Graf ohne männlichen Erben sterbe, wird gesorgt, denn
„es wer denn, ob der obgenante unser lieben sweher und vater und sine soene abgingen und nit libes erben liessen, waz danne einer andern dochter von rechte werden solt, so filt solt die obgenante unsr husfrauwe und unser erben, die wir mit einander hetten, unverziehen sin, als die briffe uszwysen, die wir daruber haben, an alles geverde.“11
Auch Elisabeths Erben werden von der Erbfolge ausgeschlossen. Lediglich ein ausgewiesener, schriftlich fixierter Teil wird ausgezahlt werden, es wird jedoch eine andere „dochter“12 das volle Erbe antreten. Es ist also kein eingeschränkter Verzicht, der im Fall einer Grafschaft ohne männlichen Nachkommen nichtig werden würde.13
Einleitung: Die Einleitung führt in die erbrechtlichen Konflikte des Jahres 1413 ein und formuliert die Hypothese, dass Erbschaftsregelungen ein entscheidender Faktor für den Aufstieg des Hauses Castell waren.
Historische Einordnung der Quellen - Die Grafschaft Castell: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der Grafschaft Castell von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zum 15. Jahrhundert und beschreibt ihre Position als aufstrebendes Adelsgeschlecht.
Quelle 1: Die Analyse der ersten Urkunde thematisiert den Verzicht auf Erbansprüche durch das Ehepaar von Rieneck gegen eine finanzielle Abfindung zur Sicherung der gräflichen Einheit.
Quelle 2:: Dieses Kapitel untersucht einen Rechtsstreit um Hinterlassenschaften des Johann von Hohenlohe, bei dem verschiedene Parteien um Lehen und Besitzansprüche stritten.
Schlussbetrachtung: Das Fazit bestätigt, dass eine aktive Erbschaftspolitik und die rechtliche Absicherung durch Urkunden wesentliche Mittel zur Verteidigung und Vergrößerung der Hausmacht waren.
Anhang: Der Anhang enthält die Richtersprüche, genealogische Aufschlüsselungen und die edierten Quellentexte zur wissenschaftlichen Dokumentation.
Grafschaft Castell, Erbschaftspolitik, Hochmittelalter, Hausmacht, Lehenswesen, Urkundenanalyse, Mainfranken, Erbfolge, Rechtsgeschichte, Territorialherrschaft, Johann von Hohenlohe, Graf Leonhard zu Castell, Familienpolitik.
Die Arbeit untersucht, wie das Grafengeschlecht Castell im Mittelalter seine wirtschaftliche und politische Macht durch strategische Erbschaftsregelungen sicherte.
Im Zentrum stehen die erbrechtliche Sicherung von Gütern, die Vermeidung von Besitzzersplitterung sowie die Rolle von Heiratspolitik für das Haus Castell.
Das Ziel ist es, anhand von zwei Urkunden aus dem Jahr 1413 nachzuweisen, dass Erbschaftsregelungen ein bewusster Faktor beim Ausbau der Hausmacht waren.
Die Autorin nutzt die historische Quellenanalyse, wobei sie zeitgenössische Urkunden aus der "Monumenta Castellana" auswertet und diese mit genealogischen Daten verknüpft.
Der Hauptteil analysiert zwei spezifische Urkunden, die sich mit dem Erbe des kinderlos verstorbenen Johann von Hohenlohe befassen, und untersucht die rechtlichen Streitpunkte zwischen den beteiligten Adelsfamilien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Grafschaft Castell, Erbschaftspolitik, Lehenswesen, Hausmacht und Rechtsgeschichte definieren.
Der Verzicht verhinderte, dass gräfliche Güter durch Erbansprüche in Nebenlinien abflossen, und stellte sicher, dass der Besitz in der Hand des amtierenden Grafen konzentriert blieb.
Die Schiedsrichter fungierten als rechtliche Instanz, um die komplexen Ansprüche auf Lehen zwischen dem Haus Castell, den Schenken von Limpurg und den Grafen von Henneberg zu ordnen, wobei in vielen Fällen Beweisbriefe eingefordert wurden.
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