Diplomarbeit, 2007
89 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Geschichtliche Entwicklung der Bestattungskultur in Deutschland
2.1 Römisches Grabrecht bei den Germanen
2.2 Ausbreitung des Christentums
2.3 Aufklärung, Kommunalisierung und das 20. Jahrhundert
2.4 Der Wandel der Bestattungskultur
3. Der Bestattungsmarkt in Deutschland
3.1 Wirtschaftliche Kennzahlen
3.2 Die Marktteilnehmer
3.2.1 Die Bestattungsunternehmen
3.2.2 Der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.
3.2.3 Die Friedhofsträger
3.2.4 Krematorien in Deutschland
3.2.5 Die Sargindustrie
3.3 Entwicklung der Sterbezahlen in Deutschland
3.4 Die Bestattungsformen
3.4.1 Traditionelle Erd- und Feuerbestattungen
3.4.2 Formen der Urnen- und Aschenbeisetzung
3.4.3 Trends bei der Wahl der Bestattungsform
3.5 Bestattungskosten
3.6 Die neuen Bestattungsgesetze
3.7 Streichung des Sterbegelds
3.8 Der Friedhofszwang für Urnen
3.9 Vergleich mit dem europäischen Ausland
4. Marktunvollkommenheiten im Friedhofs- und Bestattungswesen
4.1 Informationsmängel auf dem Bestattungsmarkt
4.1.1 Unkenntnis und Informationsasymmetrien
4.1.2 Güterarten und die Beurteilung ihrer Qualität
4.1.3 Preisunkenntnis bei Bestattungsdienstleistungen
4.1.4 Marktmanante Problemlösungsstrategien
4.2 Vollständige Konkurrenz auf dem Bestattungsmarkt
4.3 Räumliche und zeitliche Marktabgrenzung
4.4 Der Bestattungsmarkt als weites Oligopol
4.4.1 Bestimmung der Form des Bestattungsmarktes
4.4.2 Reaktionsverbundenheit auf dem Bestattungsmarkt
4.4.3 Disziplinierte Konkurrenz und Wahrung der Pietät
4.5 Die Privatisierung des Friedhofswesens
4.5.1 Gesetzliche Marktzugangsbarrieren
4.5.2 Argumente im Streit um privatwirtschaftliche Friedhofsträger
4.5.3 Mögliche Privatisierungsformen
4.5.4 Grenzen der Privatisierung
5. Ausblick und Fazit
Die Arbeit untersucht den Bestattungsmarkt in Deutschland unter ökonomischen Aspekten und analysiert dabei Regulierungen, Effizienz sowie politische Ökonomie. Zentrales Ziel ist es, die ökonomischen Besonderheiten dieses Sektors aufzuzeigen, da traditionelle marktwirtschaftliche Modelle hier aufgrund der hohen Emotionalität und spezifischer gesetzlicher Rahmenbedingungen nur bedingt anwendbar sind.
3.1 Wirtschaftliche Kennzahlen
Wenn man den Markt für Bestattungen beschreibt und ihn dabei versucht in Anbieter und Nachfrager zu unterteilen, so sollte man dabei auf einen respektvollen Umgang mit der Würde der Verstorbenen achten. Die Dahingeschiedenen als Wirtschaftsgüter zu betrachten, wäre rein wissenschaftlich sicherlich möglich, soll hier aber nach Möglichkeit vermieden werden. Man sollte sich allerdings der Tatsache bewusst sein, dass auf dem Bestattungsmarkt die Verstorbenen bzw. ihre Angehörigen die Nachfrage darstellen. Die Angebotsseite ist auf diesem Markt darauf angewiesen, dass Menschen versterben, da ihre Dienstleistungen sonst nicht anderweitig zu vermarkten sind. Ein Merkmal dieser Branche ist, dass die wirtschaftliche Entwicklung gerade auch von der demographischen Entwicklung abhängig ist. Weitere Einflüsse auf die Branche sind durch kulturelle gesellschaftliche Entwicklungen, wie etwa sich verändernde Bestattungsrituale oder auch gesetzliche Grundlagen, gegeben.
Über den gesamten Markt, der Leistungen im Bereich des Bestattungs- und Friedhofswesens anbietet, gibt es noch keine gesicherten wirtschaftlichen Kennzahlen. Es wurden zwar für einzelne Teilbereiche, wie z. B. für die Bestattungsinstitute, Erhebungen über Umsätze und weitere Kennzahlen vom Statistischen Bundesamt durchgeführt, aber bislang existieren für die gesamte Branche nur grobe Schätzungen. Ein Grund hierfür könnte darin liegen, dass die wirtschaftliche Seite der Bestattungen bzw. die Existenz eines Marktes für Bestattungen für weite Teile der Gesellschaft noch ein Tabuthema darstellt. Es ist natürlich ebenfalls denkbar, dass die privaten Unternehmen nicht an der Veröffentlichung ihrer Umsätze und Gewinne interessiert sind.
1. Einleitung: Beschreibt den Wandel der Bestattungskultur, die zunehmende Bedeutung ökonomischer Faktoren in der Branche und die bisherige wissenschaftliche Vernachlässigung des Marktes.
2. Geschichtliche Entwicklung der Bestattungskultur in Deutschland: Zeichnet die historischen Wurzeln von der römischen Zeit über die christliche Prägung bis hin zur Aufklärung und dem modernen Bestattungswesen nach.
3. Der Bestattungsmarkt in Deutschland: Analysiert aktuelle wirtschaftliche Kennzahlen, Akteure wie Bestatter und Friedhofsträger, Bestattungsformen sowie regulatorische Änderungen und Kostenstrukturen.
4. Marktunvollkommenheiten im Friedhofs- und Bestattungswesen: Untersucht Informationsasymmetrien, die Marktform als weites Oligopol, die Rolle der Pietät als Markteintrittsbarriere sowie die Diskussion um die Privatisierung des Friedhofswesens.
5. Ausblick und Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur ökonomischen Dynamik des Marktes unter Wahrung ethischer Standards.
Bestattungsmarkt, Bestattungskultur, Friedhofswesen, Informationsasymmetrie, Marktunvollkommenheit, Oligopol, Pietät, Privatisierung, Bestattungskosten, Bestattungsinstitute, Sterbegeld, Friedhofszwang, Bestattungsgesetz, Marktteilnehmer, Demographischer Wandel
Die Arbeit bietet eine ökonomische Analyse des deutschen Bestattungsmarktes, beleuchtet historische Hintergründe und untersucht die Marktstruktur unter Berücksichtigung spezifischer ethischer und gesetzlicher Besonderheiten.
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung, die ökonomische Beschreibung der Marktteilnehmer, die Analyse von Informationsmängeln sowie die Diskussion über Marktformen und Privatisierungspotenziale.
Das Ziel ist es, den bisher wissenschaftlich wenig beachteten Bestattungsmarkt aus ökonomischer Sicht zu beschreiben und aufzuzeigen, wie sich Regulierungen und Marktunvollkommenheiten auf das Bestattungsgeschehen auswirken.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung existierender Statistiken sowie der Anwendung wirtschaftstheoretischer Konzepte (z.B. Informationsökonomie, Oligopoltheorie) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des aktuellen Marktes inklusive Kennzahlen, Akteuren und Kosten sowie eine theoretische Analyse der Marktunvollkommenheiten und Privatisierungsbestrebungen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bestattungsmarkt, Informationsasymmetrie, weites Oligopol, Privatisierung, Friedhofswesen und Pietät.
Die Pietät fungiert als ein besonderes Gut, das den Wettbewerb beeinflusst. Einerseits dient sie als Schutz vor ungezügelter kommerzieller Ausschlachtung, andererseits stellt sie eine Barriere für transparente Preisvergleiche und effiziente Marktmechanismen dar.
Da Angehörige im Trauerfall unter zeitlichem Druck und emotionaler Belastung stehen, fehlt ihnen oft die Möglichkeit zur objektiven Informationsbeschaffung, was zu mangelnder Preistransparenz führt und es Anbietern erleichtern kann, ihre Marktposition auszunutzen.
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