Bachelorarbeit, 2011
40 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung – Serendipität und Innovation
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Begriff
2.2 Relevanz
2.3 Emergenz und kontingente Prozessumwelt – Die Rolle des Zufalls bei Suchprozessen
2.4 Serendipität in Innovationsprozessen
3 Systematisierung des Serendipitätsprozesses
3.1 Identifikation der Elemente
3.2 Detailbetrachtung der Komponenten
3.2.1 Prozesscharakter als Eigenschaft der Suchaktivität
3.2.2 Vorbereitende Sagazität
3.2.3 Beobachtung eines zufälligen Ereignisses in der Peripherie
3.2.4 Erkenntnisbildende Sagazität
3.3 Diskussion
4 Barrieren und Ansätze zu deren Überwindung
4.1 In Wissenschaft und Lehre
4.1.1 Formulierung von Forschungsvorhaben
4.1.2 Veröffentlichung und Darstellung von Forschungsergebnissen
4.1.3 Auswirkungen auf die Lehre
4.2 In der organisationalen Praxis
4.2.1 Strukturelle Barrieren
4.2.2 Formale Gestaltung und begünstigende Organisationskultur
5 Resümierende und kritische Betrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Begriff der Serendipität definitorisch zu klären, in den Innovationsprozess einzuordnen und die Barrieren zu diskutieren, die einer Nutzung dieses Phänomens in Wissenschaft und organisationaler Praxis entgegenstehen.
3.2.1 Prozesscharakter als Eigenschaft der Suchaktivität
Serendipität entsteht immer im Rahmen eines Forschungs- oder Suchaufwandes, also einer zumindest bedingt zielgerichteten Handlung. Martello (1992: 80 f.) spricht von „activity“ und erkennt darin die Basis für Serendipität. Denrell et al. (2003: 989) nennen dies „course of an energetic quest“.
Van Andel (1994) betrachtet diesen Teil weniger als eigenständige Komponente, verwendet aber regelmäßig den Begriff „finding“ und impliziert damit sowohl inhaltlich als auch grammatikalisch ein aktives Suchverhalten als Vorbedingung. Wesentlich zentraler integrieren dagegen Mendonca et al. (2008) den Suchaufwand in ihre Darstellung der Serendipität: „Search for Problem A“ ist ein konstitutives Merkmal, das im Zusammenspiel mit den später diskutierten Faktoren zu einer Lösung für Problem B führt. Sie zeigen die Kausalverknüpfung der Suche und des auslösenden Zufallsereignisses sehr anschaulich anhand von Beispielen: „Columbus discovered America because he was looking for the Orient. Fleming discovered penicillin because of his research on influenza” (S. 4, Herv. des Autors).
Illustrativ formuliert ist es also die Suchanstrengung, diese gezielte Bewegung in eine Richtung, die ein unerwartetes Zusammentreffen mit dem Zufall ermöglicht und damit zu einer Änderung der Zielsetzung hin zu etwas zunächst nicht Antizipiertem führt. Bei Austin (1978: 78) findet sich der Prozesscharakter als „general exploratory behaviour“ mit dem Zusatz: „Chance favors those in motion”. Er bringt zum Ausdruck, dass glückliche Zufälle zwar durchaus ohne Forschungs- oder Suchanstrengungen auftreten könnten, dann aber nicht den Kriterien für Serendipität genügten. Im Folgenden soll hierzu konsistent das generelle Suchverhalten als Bedingung für Serendipität betrachtet werden.
1 Einleitung – Serendipität und Innovation: Die Einleitung führt in das Phänomen der Serendipität als glücklichen Zufall in Innovationsprozessen ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel klärt den Begriff der Serendipität, diskutiert dessen Relevanz in der Forschung und betrachtet die Rolle von Emergenz bei Suchprozessen.
3 Systematisierung des Serendipitätsprozesses: Hier wird der Prozess der Serendipität in die Komponenten Suchaktivität, Beobachtung und Sagazität zerlegt und entlang einer Zeitachse systematisiert.
4 Barrieren und Ansätze zu deren Überwindung: Dieses Kapitel analysiert Hindernisse in der wissenschaftlichen Praxis sowie Organisationen und diskutiert Strategien zur Förderung von Serendipität.
5 Resümierende und kritische Betrachtung: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Limitationen sowie den weiteren Forschungsbedarf.
Serendipität, Innovation, Zufall, Sagazität, Suchprozess, Erkenntnisbildung, Organisationskultur, Emergenz, Forschung, Innovationsmanagement, Wissensgenerierung, Intrapreneurship, Abduktion, Flexibilität, Wissensbildung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung des Konzepts der Serendipität, also der Entdeckung von etwas durch Zufall, bei dem man nicht gezielt danach gesucht hat, und dessen Bedeutung für Innovationen.
Die zentralen Felder umfassen die Begriffsklärung, die systematische Darstellung des Serendipitätsprozesses, die wissenschaftstheoretische Einordnung sowie die Analyse von Barrieren in Organisationen.
Das primäre Ziel ist es, Serendipität als beeinflussbare Komponente in den Innovationsprozess einzugliedern und Ansätze aufzuzeigen, wie Unternehmen und Wissenschaft davon profitieren können.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und Synthese verschiedener Konzepte aus der Innovationsforschung, Managementlehre und Wissenschaftstheorie.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Systematisierung des Serendipitätsprozesses (Prozesscharakter, Sagazität, Zufallsereignis) sowie die Diskussion von Barrieren und Lösungsansätzen.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Serendipität, Innovation, Zufall, Sagazität, Emergenz und Organisationskultur charakterisiert.
Diese Differenzierung dient der besseren analytischen Trennung zwischen dem Zustandekommen der Rahmenbedingungen für die Wahrnehmung eines Zufallsereignisses und dem anschließenden Akt der Erkenntnisgewinnung.
Beispielhaft wird das Modell der „Bootleg-Time“ bei 3M genannt, welches Mitarbeitern Freiheit für eigene Projekte gewährt, um strukturelle Barrieren abzubauen und serendipitätsbasierte Innovationen zu ermöglichen.
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