Essay, 2012
5 Seiten
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Der Affekt im Allgemeinen
3. Die Unterteilung in heftige und ruhige Affekte
4. Kritik und Begründung der eigenen These
5. Zusammenfassung und Endbewertung
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch Humes Theorie der Affekte, insbesondere die Differenzierung in "heftige" und "ruhige" Affekte, mit dem Ziel, die Angemessenheit und logische Konsistenz dieses Begriffs innerhalb seines philosophischen Systems zu hinterfragen.
Die ruhigen Affekte des David Hume
Beschäftigt man sich mit der Philosophie David Humes und der Frage, was den menschlichen Willen beeinflusst, so stolpert man unweigerlich über die Affekte, welche laut dem schottischen Philosophen den menschlichen Willen steuern. So sieht er die Affekte als die Herren gegenüber der Vernunft, welche nur die Wünsche der Affekte zu erfüllen hat. Bei dieser historisch wichtigen These, die sich vor allem gegen die Theorien der rationalistischen und empirischen Philosophen wie René Descartes oder John Locke wandte, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Affekte selbst zu werfen, da diese als das zentrale Element in Humes Theorie auftreten. Nicht nur den Begriff „Affekt“ selbst gilt es hierbei zu beleuchten, da er sich vielleicht zu der umgangssprachlichen Vorstellung dieses Wortes unterscheidet, sondern auch seine Unterteilung in ruhige und heftige Affekte. Was meint Hume jeweils genau, wenn er diese Unterscheidung macht? Was heftige Affekte sind, hat man schnell vor Augen, die ruhigen benötigen aber eine genauere Betrachtung, wenn man Hume verstehen möchte. Meine kritische Frage lautet allerdings, ob der Begriff „ruhige Affekte“ überhaupt angemessen ist und seine Berechtigung verdient? Da ich mir dessen absolut nicht sicher bin stelle ich die These auf, dass jener Begriff eben nicht angemessen ist, sondern Hume ihn nur gebraucht, damit er sein System der Unterordnung der Vernunft nicht aufgeben muss.
1. Einleitung: Einführung in Humes Philosophie des menschlichen Willens und Vorstellung der kritischen These zur Angemessenheit des Begriffs der ruhigen Affekte.
2. Der Affekt im Allgemeinen: Erörterung der allgemeinen Definition von Affekten als "originales Etwas", das Handlungen vorausgeht und sich auf reale Begebenheiten bezieht.
3. Die Unterteilung in heftige und ruhige Affekte: Analyse von Humes Differenzierung, wobei heftige Affekte starke Gemütsregungen beschreiben, während ruhige Affekte unterbewusste Begehrungen sind.
4. Kritik und Begründung der eigenen These: Hinterfragung der argumentativen Basis für die Zuordnung ruhiger Begehrungen zum selben System wie die heftigen Affekte.
5. Zusammenfassung und Endbewertung: Abschluss der Arbeit mit dem Fazit, dass Humes Konzept der ruhigen Affekte einer besseren Argumentation bedarf, um den Dualismus zwischen Vernunft und Affekten zu stützen.
David Hume, Affekte, ruhige Affekte, heftige Affekte, menschlicher Wille, Vernunft, Philosophie, Begehrungen, Dualismus, Emotionen, Urinstinkte, Erkenntnistheorie, Handlungsantrieb, Geistesstärke.
Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie von David Hume und untersucht kritisch sein Konzept des menschlichen Willens, speziell das Verhältnis zwischen Vernunft und den sogenannten "ruhigen Affekten".
Zentrale Themen sind die Definition und Klassifizierung von Affekten bei Hume, der Dualismus von Vernunft und Gefühl sowie die Frage, ob ruhige Affekte tatsächlich als Affekte oder eher als vernunftgesteuerte Prozesse zu verstehen sind.
Das Ziel ist es zu belegen, dass der Begriff der "ruhigen Affekte" bei Hume sprachlich ungenau ist und möglicherweise nur dazu dient, sein System der Unterordnung der Vernunft unter die Affekte vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Der Autor nutzt eine philologisch-analytische Methode, indem er Humes Primärtexte heranzieht, die logische Konsistenz der Argumentation prüft und die Begriffsdefinitionen kritisch gegen alltägliche und philosophische Konzepte abwägt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des Affektbegriffs, die Analyse von Humes Unterteilung in heftige und ruhige Affekte sowie eine intensive kritische Auseinandersetzung mit der Begründung dieser Kategorisierung.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Affekte, den Willen, die Vernunft, den Dualismus, Begehrungen, Urinstinkte und die Geistesstärke.
Der Autor argumentiert, dass die Behauptung, der Mensch strebe von Natur aus nach dem Guten, unbewiesen ist und dieser Prozess ebenso gut aus der Vernunft entspringen könnte, was Humes System destabilisieren würde.
Heftige Affekte sind laut Hume bewusst wahrnehmbar und gehen mit starken Gefühlsregungen einher, während ruhige Affekte eher unterbewusst wirken und ihre Präsenz meist erst im Nachhinein durch ihre Wirkungen erkennbar wird.
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