Hausarbeit, 2012
16 Seiten, Note: 2,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Einleitung:
Freundschaft als reinen Profit?
Die Egoismus-Altruismus Debatte
Hauptteil:
Klärung der zentralen Begriffe
Erläuterung der ersten Prämisse
Erläuterung der zweiten Prämisse
Die Konklusion
Einwände gegen die erste Prämisse
Kann Selbstaufopferung egoistisch sein?
Einwände gegen die zweite Prämisse
Das Scheitern der Konklusion
Mögliche Repliken
Schluss:
Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch das "Argument des erwarteten Nutzens" im Kontext des psychologischen Egoismus, um die These zu hinterfragen, ob menschliches Handeln grundsätzlich und ausschließlich auf dem Streben nach eigenem Vorteil basiert.
Kann Selbstaufopferung egoistisch sein?
Unmöglich wird die Verteidigung der ersten Prämisse jedoch mit dem Beispiel des Soldaten Ross McGinnis, welches wiederum Shafer-Landau beschrieben hat. Dieser opfert sein Leben für das seiner Kameraden, in dem er sich von einer Granate töten lässt. Wo, fragt man sich, liegt hierbei der Profit des Handelnden? Wie kann man sagen, dass der Soldat danach besser da steht? Hinzukommt, dass dies beileibe kein Einzelfall ist. Überall auf der Welt opfern sich Menschen, um Familie, Freunde, Kameraden oder sogar Fremde vor dem Tod zu bewahren. So gibt es in vielen Ländern eigens Stiftungen, die so genannten Carnegie Hero Trust Funds, die solche Personen ehren und sich um die Hinterbliebenen kümmern.
Diese Beispiele stellen nicht nur für die erste, sondern auch für die zweite Prämisse des Arguments des erwarteten Nutzens ein gewaltiges Problem dar. Dennoch werde ich im folgenden versuchen, die erste Prämisse gegen diesen Einwand zu verteidigen. Aus eigener Perspektive, so profitiert McGinnis, stellvertretend für alle anderen Menschen, die sich selbst für das Leben anderer geopfert haben, keineswegs von seiner Handlung. Dies ist gar nicht möglich, weil er schließlich als Resultat der Handlung tot ist. Wenn er als Person profitiert, dann durch zwei andere Möglichkeiten. Erstere wäre, dass sein Ansehen bei den Verbliebenen ins Unermessliche steigt. Er ist ein wahrer Held und wird verehrt. So profitiert er, als nun nicht mehr lebende Person, doch. Aber da er nun einmal nicht mehr existiert, so betrifft diese Verehrung doch nur die Hinterbliebenen.
Einleitung: Einführung in die Problematik anhand eines Beispiels und Einbettung in die philosophische Debatte zwischen Egoismus und Altruismus.
Klärung der zentralen Begriffe: Definition der für die Untersuchung grundlegenden Begriffe wie Egoismus, Wohlbefinden und Eigennutz im psychologischen Kontext.
Erläuterung der ersten Prämisse: Darlegung der Annahme, dass menschliches Handeln immer auf die Erwartung abzielt, im Endeffekt besser dazustehen.
Erläuterung der zweiten Prämisse: Erläuterung des postulierten direkten Zusammenhangs zwischen dem Wunsch, besser dazustehen, und der Förderung des Eigennutzes.
Die Konklusion: Zusammenfassung der logischen Schlussfolgerung des Arguments und Einordnung seiner Bedeutung für den psychologischen Egoismus.
Einwände gegen die erste Prämisse: Kritische Auseinandersetzung mit der Annahme, dass jede Handlung bewusst auf einen zukünftigen eigenen Profit ausgerichtet ist.
Kann Selbstaufopferung egoistisch sein?: Diskussion der Grenzen des Arguments anhand von drastischen Beispielen wie heldenhafter Selbstaufopferung.
Einwände gegen die zweite Prämisse: Widerlegung der Annahme, dass das Erreichen eines Zieles zwangsläufig mit dem primären Streben nach eigenem Eigennutz gleichzusetzen ist.
Das Scheitern der Konklusion: Fazit über die logische Ungültigkeit des Arguments des erwarteten Nutzens aufgrund fehlerhafter Prämissen.
Mögliche Repliken: Betrachtung möglicher Verteidigungsstrategien des psychologischen Egoismus und deren Widerlegung.
Fazit: Abschließende Bewertung, die den Menschen als mehr als eine rein egoistisch kalkulierende Maschine charakterisiert.
Psychologischer Egoismus, Altruismus, Eigennutz, Erwarteter Nutzen, Handlungsmotive, Wohlbefinden, Moralphilosophie, Shafer-Landau, Ethik, Selbstaufopferung, Menschliches Handeln, Normative Ethik, Handlungslogik, Kritik, Motivation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung des psychologischen Egoismus, insbesondere mit dem sogenannten "Argument des erwarteten Nutzens".
Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung von Egoismus und Altruismus, die Analyse menschlicher Handlungsmotive sowie die logische Prüfung ethischer Argumentationsstrukturen.
Das Ziel ist die kritische Rekonstruktion und anschließende Widerlegung des Arguments, dass alle menschlichen Handlungen letztlich nur der Förderung des eigenen Eigennutzes dienen.
Es wird eine analytische Methode angewandt, bei der die Prämissen eines deduktiven Arguments (des Arguments des erwarteten Nutzens) einzeln untersucht, erläutert und anhand von Gegenbeispielen kritisch hinterfragt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Darstellung der Argumentationskette, die kritische Prüfung der Prämissen durch verschiedene Einwände und die abschließende Bewertung der Schlussfolgerung.
Wichtige Begriffe sind psychologischer Egoismus, Eigennutz, Altruismus, erwarteter Nutzen, Handlungsmotive und ethische Kritik.
Das Beispiel verdeutlicht, wie das Streben nach einer "Gewissensberuhigung" vom psychologischen Egoisten als Eigennutz umgedeutet wird, während der Autor argumentiert, dass das eigentliche Motiv in der Hilfe für andere liegt.
Der Autor führt die Selbstaufopferung (z.B. Ross McGinnis) als schwerwiegendes Gegenargument an, da der Handelnde bei dieser Tat den ultimativen Verlust (das Leben) erleidet, was der Annahme einer persönlichen Profitmaximierung entgegensteht.
Die zweite Prämisse scheitert, weil sie eine unzulässige logische Gleichsetzung vornimmt: Nur weil man ein Resultat (wie die Beruhigung des Gewissens) erwartet, bedeutet dies nicht, dass dieses Resultat das ursprüngliche Ziel der Handlung war.
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