Diplomarbeit, 2011
79 Seiten, Note: 1,3
Einführung
Physik
Panopticon
Systemtheorie
Umstülpung
Resumee
Die vorliegende Arbeit untersucht den Raumbegriff von Joseph Beuys und stellt diesen der Systemtheorie von Niklas Luhmann gegenüber, um eine fundamentale Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Strukturen und dem Verständnis von Kreativität zu üben.
Einführung
Bauen ist wegnehmen und hinzufügen. Meistens kommt zuerst irgendwer mit dem Bagger oder mit der Schaufel und nimmt was weg. Und dann kommt jemand und baut etwas. Und das, was er baut, hat er sich vorher überlegt. Dieses Überlegen ist Planen und es zielt auf das Bauen. Planung will verwirklicht werden, will realisiert werden. Architektur will gebaut werden, Gärten wollen gebaut werden.
In der Planung wird also Zukünftiges in der Gegenwart sichtbar. In der Planung wird schon weggenommen und hinzugefügt, obwohl am Ort selbst noch gar nichts sichtbar wird. Seit Rem Koolhaas das Automonument beschrieb, ist klar, dass im gebauten Raum Form und Inhalt nicht mehr übereinstimmen müssen. In dem Sinne kann auch der Freiraumentwurf unabhängig von seinem Ort geschaffen werden. Wenn zuerst die Vorstellung über das, was gebaut werden soll, da ist und dann der Ort, kann man von kontextlosem Entwerfen sprechen. Soll jedoch eine Verbindung zum Ort erlebbar werden, muss man sich fragen, was genau weggenommen und was hinzugefügt werden kann. Das heißt, wenn ein Ort verbessert werden soll, dann wird eine Vorstellung von dem, was gebaut werden soll, aus dem Ort heraus entwickelt. Deshalb muss Planung auch Kommunikation sein.
Einführung: Die Einleitung legt die These dar, dass Joseph Beuys ein Wegbereiter eines umfassenden "spatial turn" ist, der Raum in die geistige Dimension der Plastik erweitert.
Physik: Dieses Kapitel klärt die wissenschaftsgeschichtlichen Grundlagen, aus denen Beuys seinen erweiterten Kunstbegriff ableitet, und hinterfragt den klassischen physikalischen Raumbegriff.
Panopticon: Es wird untersucht, wie bauliche und digitale Architekturen das Individuum im Sinne eines panoptischen Systems zur Fremdbestimmung führen können.
Systemtheorie: Die Systemtheorie Luhmannscher Provenienz wird als soziologische Gegenposition eingeführt, um durch den Kontrast zu Beuys die soziologische Perspektive auf Raum und Mensch scharf zu stellen.
Umstülpung: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Umstülpung als räumlich-überräumlichen Vorgang im Menschen, durch den eine soziale Plastik bewusst werden kann.
Resumee: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine real-soziale Zukunft nur durch eine kreative Neugestaltung des eigenen Denkens und Handelns, nicht durch reine Systemlogik, möglich ist.
Joseph Beuys, Raum, Plastik, Soziale Plastik, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Architektur, Kreativität, Umstülpung, Wärmebegriff, Freiheit, Identität, Anthropisches Prinzip, Gestaltung, Bewusstsein.
Die Arbeit untersucht den Raumbegriff bei Joseph Beuys und stellt diesen im Dialog mit der Systemtheorie von Niklas Luhmann der zeitgenössischen Praxis des Planens und Gestaltens gegenüber.
Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffen Raum, Zeit, Plastik, der Systemtheorie, Architekturkritik im Kontext von Überwachung (Panopticon) und dem Potenzial des Menschen zur kreativen Selbstgestaltung.
Das Ziel ist es, den Beuys'schen Raumbegriff zu erarbeiten und zu zeigen, dass künstlerische Gestaltung – als Erweiterung des Begriffs der Plastik – eine notwendige Basisqualifikation für ein selbstbestimmtes Leben darstellt.
Es wird ein diskursiver, fast dialogischer Ansatz gewählt, der Zitate und Reflexionen aus der Kunsttheorie, Philosophie und Systemtheorie miteinander verwebt, anstatt einer rein kunstgeschichtlichen Analyse zu folgen.
Der Hauptteil analysiert die Wechselwirkung von Raum und menschlichem Bewusstsein, vergleicht das Luhmannsche Systemmodell mit Beuys' Wärmetheorie und untersucht die Gefahren einer zunehmend durch Technik und Algorithmen geprägten Lebenswelt.
Wichtige Begriffe sind Soziale Plastik, Umstülpung, Raum-Zeit-Kontinuum, Authentizität, Systemtheorie, Panopticon, Kreativität und der erweiterte Kunstbegriff.
Luhmanns Systemtheorie dient als "Kontrastmittel", um durch die Schärfe der Luhmannschen Systemlogik die humanistische, geistige Dimension von Beuys' Konzepten präziser herausarbeiten zu können.
Architektur wird kritisch hinterfragt: Einerseits kann sie als "Leitfaden" für logisches Denken dienen, andererseits droht sie bei falschem Gebrauch zu einem panoptischen Überwachungssystem zu werden, das den Menschen auf eine Konsumentenrolle reduziert.
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