Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
15 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Sachanalyse
2.1 Inhaltszusammenfassung und Genreeinordnung
2.2 Werk- und Wirkungsgeschichte
2.3 Sachstruktur
3 Anregungen für die Behandlung des Textes mit Kindern
3.1 Alters- und geschlechtsspezifische Aspekte
3.2 Bedeutung des Textes im kindlichen Interessensspektrum
4 Vergleich des Grimm-Textes mit dem DEFA-Film
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Märchen "Das tapfere Schneiderlein", wobei der Fokus auf einem detaillierten Vergleich zwischen der literarischen Originalfassung der Gebrüder Grimm und der DEFA-Verfilmung von 1956 liegt, um deren Eignung für den Einsatz im heutigen Grundschulunterricht zu evaluieren.
Vergleich des Grimm-Textes mit dem DEFA-Film
Im nächsten Schritt wird der DEFA-Film mit der grimmschen Originalfassung des Märchens verglichen.
Der DEFA-Film ist eine Original DEFA- Farbverfilmung nach dem Märchen der Gebrüder Grimm aus der DDR von 1956.
Schon zu Beginn des Filmes fällt dem Zuschauer auf, dass es gravierende Unterschiede zum Text gibt. In der Grimm-Fassung ist der Protagonist ein eigenständiger Schneider, während er im Film lediglich ein angestellter „Schneiderlehrling“ ist und sich somit dem Willen seiner beiden Arbeitgeber fügen muss. Im Video besitzt die Hauptfigur einen Vogel namens „Piep“, im Buch tritt ein Vogel erst später auf, als die Hauptfigur ihn am Anfang seiner Reise aus einem Strauch rettet und mitnimmt. Die Schneiderstube betritt eine im Text nicht vorhandene Person: „Prinz Eitel“, der dort nicht mit dem Schneider, sondern nur mit dessen Arbeitgebern in Kontakt tritt. Die Figuren haben in der Verfilmung, im Gegensatz zur grimmschen Fassung, direkte Namen, welche ihre Persönlichkeiten und Charaktereigenschaften widerspiegeln. Somit wird auch der Prinz als eitel, geizig, aufsässig und fordernd dargestellt und so fällt er dem Betrachter in negativer Hinsicht auf.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsabsicht, die Unterschiede zwischen dem Märchentext der Brüder Grimm und der DEFA-Verfilmung zu untersuchen und deren didaktische Eignung für die Grundschule zu prüfen.
2 Sachanalyse: Umfassende Untersuchung der inhaltlichen Zusammenfassung, der Genreeinordnung, des Entstehungshintergrunds sowie der Erzählstruktur und Stilmittel des Märchens.
3 Anregungen für die Behandlung des Textes mit Kindern: Diskussion über die Altersangemessenheit von Märcheninhalten und die geschlechtsspezifische Rezeption des Protagonisten durch Kinder.
4 Vergleich des Grimm-Textes mit dem DEFA-Film: Gegenüberstellung beider Medien hinsichtlich narrativem Aufbau, Charakterdarstellung, grafischer Umsetzung und der Vermittlung von Gewaltinhalten.
5 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit zur pädagogischen Empfehlung bezüglich des Einsatzes der DEFA-Verfilmung im Unterricht.
Das tapfere Schneiderlein, Gebrüder Grimm, DEFA-Film, Märchenanalyse, Grundschulunterricht, Erzählstruktur, Medienvergleich, Literaturdidaktik, Kindermedien, Heldenreise, Schwankmärchen, Wirkungsgeschichte, Figurencharakterisierung, Altersbeschränkung, Stoffgeschichte.
Die Arbeit analysiert das Märchen "Das tapfere Schneiderlein" und vergleicht dabei die schriftliche Vorlage der Gebrüder Grimm mit der filmischen Umsetzung der DEFA aus dem Jahr 1956.
Neben einer inhaltlichen Märchenanalyse stehen die didaktische Eignung von Märchen für den Grundschulunterricht, die geschlechtsspezifische Rezeption und die Wirkung filmischer Gewalt auf Kinder im Fokus.
Das Hauptziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die DEFA-Verfilmung von 1956 aufgrund ihrer filmischen Gestaltung und inhaltlichen Abweichungen vom Original noch als pädagogisch wertvoll für Grundschüler angesehen werden kann.
Es handelt sich um eine literatur- und medienwissenschaftliche Vergleichsanalyse, die auf der Gegenüberstellung von Quellentexten (Grimm-Märchen) und der Analyse einer spezifischen audiovisuellen Adaption basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Sachanalyse des Märchens, eine Erörterung zur pädagogischen Behandlung im Kindesalter sowie einen direkten Vergleich der Handlungsstränge, Figuren und der filmischen Inszenierung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Märchenanalyse, Stoffgeschichte, mediale Transformation, kindliche Interessen und didaktische Eignung.
Die Verfilmung enthält laut Analyse eine zu starke Betonung von Gewalt und Brutalität sowie eine zu komplexe und teils langatmige Inszenierung, die Kinder überfordern oder ängstigen könnte.
Im Grimm-Text ist der Protagonist ein selbständiger Schneider, während er im Film zu einem unterwürfigen Schneiderlehrling degradiert wird, der zudem einen treuen Begleiter in Form eines Vogels besitzt.
Während sie im Märchen eine klassische Belohnung darstellt, wird sie im Film als Teil eines Konkurrenzkampfes zwischen dem Schneider und einem Prinzen inszeniert, was die Handlung deutlich verändert.
Die Verfasserinnen raten nach ihrer Analyse davon ab, die DEFA-Verfilmung im Grundschulunterricht einzusetzen, da sie aufgrund ihrer Grausamkeit und ihrer dramaturgischen Abweichungen nicht als kindgerecht eingestuft wird.
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