Diplomarbeit, 2010
134 Seiten, Note: sehr gut
I.) Prolog
II.) Biografisches
III.) Der journalistische Beobachter
1.) Theater der Weimarer Republik als Kontext des kästnerschen Schaffens
2.) Die Theaterkritik in der Weimarer Republik
3.) Erich Kästner als Rezensent
a.) Erich Kästner und Piscator
b.) Erich Kästner und die Zeitstücke
c.) Volksstücke und Sonstiges
d.) Rezensionen nach 1945
4.) Rezensionsvergleich
5.) Kästners Theaterbegriff in den Rezensionen
IV.) Kästner als Kabarettist
1.) Kabarett in der Weimarer Republik
a.) Zeitgeschichtlicher Überblick
b.) Vertreter des Kabaretts
2.) Erich Kästner und das Kabarett
a.) Seine Arbeit vor 1945
b.) Leben in dieser Zeit – ein Interpretationsansatz
b.a.) Individuum und Masse
b.b.) Großstadt als Realität der 20er – gesellschaftliche Ebene
c.) Seine Arbeit nach 1945
3.) Die Bedeutung von Kästners Kabarett
V.) Erich Kästner als Theatertexter
1.) Kästners Stücke unter Pseudonym
a.) Das lebenslängliche Kind
b.) Verwandte sind auch Menschen
2.) Kästners autorisierte Theatertexte
a.) Chauvelin oder Lang lebe der König!
b.) Zu treuen Händen
c.) Das Haus Erinnerung
d.) Die Schule der Diktatoren
3.) Kästner als Dramatiker
VI.) Epilog: Kästners Theaterbegriff
Die Diplomarbeit untersucht die vielschichtige Beziehung von Erich Kästner zum Theater, wobei sie seine Tätigkeit als Theaterkritiker, Kabarettist und Theatertexter analysiert, um zu ergründen, inwiefern seine eigene Theaterarbeit seinem in Kritiken formulierten Theaterbegriff gerecht wurde.
I.) Prolog
Am 26. November 1926 schrieb der 27-jährige Erich Kästner an seine Mutter Ida Kästner nach Dresden:
„Wenn ich 30 Jahr bin, will ich, daß man meinen Namen kennt. Bis 35 will ich anerkannt sein. Bis 40 sogar ein bißchen berühmt. Obwohl das Berühmtsein gar nicht so wichtig ist. Aber es steht nun mal auf meinem Programm. Also muß es eben klappen! Einverstanden?...“.1
Das Programm des jungen Leipziger Journalisten ging auf und er wurde schon sehr bald berühmt mit seinen Gedichtbänden, Kinderbüchern, Kabaretttexten, Romanen, Rezensionen, Zeitungsartikeln und Filmdrehbüchern. Über zwanzig Jahre später schätzte er für eine Tagung des PEN-Clubs seine Arbeit in dem Text Kästner über Kästner folgendermaßen ein:
„Was aber soll man mit jemandem anfangen, der neben satirischen Gedichtbänden, worin die Konventionen der Menschheit entheiligt und „zersetzt“ werden, wie es seinerzeit offiziell hieß und gelegentlich auch heut noch heißt – der neben solchen gereimten Injurien Kinderbücher geschrieben hat, denen die Erzieher Anerkennung und die Erzogenen Begeisterung entgegenbringen? Mit einem Schriftsteller, bei dessen „Fabian“ Bardamen, ja sogar Mediziner noch rot werden, dessen humoristische Unterhaltungsromane hingegen in manchen Krankenhäusern verordnet werden wie Zinksalbe und Kamillenumschläge? Mit jemanden, der, wenn er’s für notwendig hält, für Zeitungen kulturpolitische Leitartikel und für Kabaretts Chansons und Sketsche schreibt […] und dessen nächstes Projekt […] einem für ihn neuen Gebiete gilt: dem Theater? Wie soll man dieses Durcheinander an Gattungen und Positionen zu einem geschmackvollen Strauße binden? Wenn man es versuchte, sähe das Ganze, fürchte ich, aus wie ein Gebinde aus Gänseblümchen, Orchideen, sauren Gurken, Schwertlilien, Makkaroni, Schnürsenkeln und Bleistiften.“4
I.) Prolog: Einleitende Betrachtung über Kästners Selbstverständnis und die Vielfalt seines literarischen Schaffens.
II.) Biografisches: Skizze der frühen Prägung Kästners durch Theaterbesuche in Dresden und seine späteren Erfahrungen während der Studienzeit.
III.) Der journalistische Beobachter: Analyse von Kästners Arbeit als Theaterkritiker im Kontext der Weimarer Republik und nach 1945.
IV.) Kästner als Kabarettist: Untersuchung von Kästners Kabaretttexten und seiner Rolle als politischer Mahner in diesem Genre.
V.) Erich Kästner als Theatertexter: Betrachtung seiner Theaterstücke, sowohl der unter Pseudonym veröffentlichten als auch der autorisierten Werke.
VI.) Epilog: Kästners Theaterbegriff: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage über das Verhältnis von Kästners Theaterverständnis zu seinem eigenen dramatischer Werk.
Erich Kästner, Theater, Theaterkritik, Weimarer Republik, Kabarett, Dramatiker, Zeitstück, Rezension, Literaturkritik, politisches Theater, Schriftsteller, Unterhaltungstheater, Theaterbegriff, Pseudonym, Nachkriegszeit
Die Arbeit untersucht die bisher wenig beachtete Auseinandersetzung von Erich Kästner mit dem Theater in seinen Rollen als Kritiker, Kabarettist und Theatertexter.
Die zentralen Themen sind Kästners Theaterkritiken, sein Schaffen für das politische Kabarett und seine eigenen Theaterstücke sowie die theoretische Verknüpfung dieser Bereiche.
Das Ziel ist es, Kästners Theaterbegriff zu eruieren und zu analysieren, inwieweit seine eigene dramatische Arbeit diesem Anspruch gerecht werden konnte.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Rezensionen, literarischen Texten sowie biographischen Dokumenten im Kontext der zeitgeschichtlichen Entwicklungen.
Der Hauptteil behandelt chronologisch und thematisch gegliedert Kästners Biografie, seine Rezensionstätigkeit in der Weimarer Republik, sein Kabarettschaffen und die detaillierte Betrachtung seiner Theaterstücke.
Erich Kästner, Theater, Theaterkritik, Kabarett, Weimarer Republik und politisches Theater.
Kästners Biografie, insbesondere seine frühen Theaterbesuche in Dresden und die akademische Ausbildung, ist essenziell, da sie die Grundlage für seine späteren Kritiken und seine eigene ästhetische Haltung bildete.
Während Kästner vor 1945 vor allem als satirischer Beobachter und Mahner in der Weimarer Republik auftrat, wurde er nach 1945 zu einer zentralen moralischen Instanz, die den kulturellen Wiederaufbau mitgestaltete.
Laut der Arbeit stand Kästner seiner eigenen Anerkennung als Dramatiker oft durch seine zu hohen Ambitionen und die Unvereinbarkeit seiner pointierten, kabarettistischen Begabung mit den Anforderungen an ein abendfüllendes, stringentes Theaterstück im Weg.
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