Bachelorarbeit, 2013
39 Seiten, Note: 3,00
Einleitung
Reiseberichte als interkulturelle Erfahrung
„Wie das Glas gefärbt ist, durch welches ich gesehen habe“
Anthropologie im 18. Jahrhundert und bei Georg Forster
Klimatheorie
Der „edle Wilde“
Misshandlung der Frau als Maßstab der kulturellen Stufe der Gesellschaft
Sexualität im 18. Jahrhundert
Die erotische Südsee
Die exotische Frau
Erotik bei Forster
Negative Aspekte der sexuellen Aktivitäten
Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Darstellung der Erotik und Sexualität in den Südseebeschreibungen von Georg Forster im 18. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie diese Beschreibungen durch den kulturellen Hintergrund der Aufklärung sowie anthropologische Theorien jener Zeit geprägt waren und welche Funktion die Südsee als utopischer Projektionsraum für das in Europa unterdrückte sexuelle Begehren einnahm.
Die exotische Frau
Der Körper der polynesischen Frau wird in den Südseereiseberichten immer als idealer Körper präsentiert, der den europäischen Schönheitsidealen entspricht.
„Ihre Züge unterschieden sich nicht von denen der Europäer, und sie würden auch ebenso weiß sein, wenn sie sich nicht beständig im Freien und in der prallen Sonne aufhielten.“
Die Europäer zeigten sich erstaunt einen physischen Typus am anderen Ende der Welt anzutreffen, der den gängigen Schönheitsmaßstäben entsprach. Die Freizügigkeit der Inselbewohner war zwar schon weitreichend bekannt, faszinierte die Seefahrer aber immer noch. „besonders feine, niedliche Ärmchen, runde, volle Busen und ein lüsternes Röckchen, das kaum bis ans Knie reichte“
Der Brauch, dass die Einwohner ihre Frauen den Fremden angeboten haben, war bereits von den Inuit und Aborigines bekannt, doch waren diese bei weitem nicht so verführerisch wie die Frauen aus dem Südpazifik. Außerdem faszinierte die Leser der Reiseberichte die Einstellung der Frauen zu ungezwungenem Geschlechtsverkehr, da sich bereits seit den ersten Berichten die Polynesierinnen den Europäern willig hingegeben haben.
Einleitung: Einführung in die Thematik der Südseerezeption durch Georg Forster und Darlegung der zentralen Forschungsaspekte.
Reiseberichte als interkulturelle Erfahrung: Untersuchung der Reiseberichte als literarisches und ethnographisches Medium zur Konstruktion europäischer Identität.
„Wie das Glas gefärbt ist, durch welches ich gesehen habe“: Analyse der Rolle des subjektiven Beobachterstandpunkts und des Wertekontextes von Georg Forster.
Anthropologie im 18. Jahrhundert und bei Georg Forster: Betrachtung der damaligen Menschenrassen-Debatten und der Entwicklung von Forsters Denken dazu.
Klimatheorie: Diskussion über den Einfluss klimatischer Faktoren auf die körperliche und kulturelle Differenzierung der Völker.
Der „edle Wilde“: Auseinandersetzung mit dem ambivalenten Begriff des edlen Wilden als Gegenentwurf zur europäischen Zivilisation.
Misshandlung der Frau als Maßstab der kulturellen Stufe der Gesellschaft: Analyse der zeitgenössischen Annahme, dass der soziale Status der Frau den Kulturgrad einer Gesellschaft bestimmt.
Sexualität im 18. Jahrhundert: Einordnung der männlichen und weiblichen Rollenbilder innerhalb der Aufklärung.
Die erotische Südsee: Untersuchung der Südsee als utopischer Ort freier Sexualität im Kontrast zum bürgerlichen Europa.
Die exotische Frau: Analyse der Körperwahrnehmung polynesischer Frauen und ihrer Rolle als Projektionsfläche.
Erotik bei Forster: Darstellung des Spannungsfeldes zwischen Forsters eigener Faszination und seiner kritischen Distanzierung.
Negative Aspekte der sexuellen Aktivitäten: Beleuchtung der schwerwiegenden Folgen der europäischen Ankunft wie Zwangsprostitution und eingeschleppte Krankheiten.
Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Relevanz einer kritischen Perspektive auf historische Quellen.
Georg Forster, Südsee, Aufklärung, Erotik, Sexualität, Anthropologie, edler Wilder, Reiseberichte, Gender Studies, Kulturgeschichte, Kolonialismus, Klimatheorie, Prostitution, Identitätskonstruktion, Tahiti
Die Arbeit analysiert die Darstellung der Erotik und Sexualität der Südsee-Bewohner in den Berichten von Georg Forster im 18. Jahrhundert und deren Einbettung in den zeittypischen Diskurs der Aufklärung.
Die Schwerpunkte liegen auf der anthropologischen Sichtweise der Aufklärung, dem Konzept des "edlen Wilden", dem Bild der exotischen Frau sowie der moralischen Auseinandersetzung mit Sexualität.
Das Ziel ist es, Forsters Beobachtungen vor dem Hintergrund seines eigenen kulturellen Kontextes zu deuten und aufzuzeigen, wie die Südsee als Projektionsfläche für europäische Wünsche diente.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der primär Forsters Werk "Reise um die Welt" sowie einschlägige Sekundärliteratur zur Kultur- und Anthropologiegeschichte des 18. Jahrhunderts kritisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung anthropologischer Theorien (Klimatheorie, Rassenmodelle), die Analyse des Südsee-Mythos und die kritische Beleuchtung der negativen Auswirkungen (wie Krankheiten und Zwangsprostitution).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Georg Forster, Südsee, Aufklärung, Erotik, Anthropologie, edler Wilder und Kolonialismus geprägt.
Forster tendiert dazu, die Tahitianer idealisiert als "edle Wilde" zu betrachten, während er Bewohner anderer Regionen, wie Melanesiens, aufgrund wahrgenommener Unreinlichkeit deutlich negativer bewertet.
Der Autor kommt zu dem kritischen Schluss, dass die negativen Folgen der europäischen Präsenz, wie die Einführung von Geschlechtskrankheiten und Zwangsprostitution, die positiven kulturellen Begegnungen bei weitem übertrafen.
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