Bachelorarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE EINFÜHRUNG
2.1 Theorie Debt Structure nach Diamond
2.2 Optimale Finanzierungsmatrix nach Bolton und Freixas
2.3 Empirische Überprüfung der Homogenität des Fremdkapitals
2.4 Empirische Untersuchung von Unternehmenscharakteristika bezüglich der Finanzierungsquelle
3 THEMA: MITTELSTANDSANLEIHEN
3.1 Definition und Charakteristika von Mittelstandsanleihen
3.2 Die einzelnen Börsensegmente
3.3 Abgrenzung zu anderen Unternehmensanleihen und Schuldscheindarlehen
3.4 Marktumfeld
3.5 Vor- und Nachteile der Mittelstandsanleihen gegenüber dem Bankkredit
3.5.1 Vorteile
3.5.2 Nachteile
4 EMPIRISCHER TEIL
4.1 Auswahl und Zusammenstellung der Daten
4.1.1 Emittenten
4.1.2 Peer Group
4.1.3 Bundesbank Vergleichsgruppe
4.2 Aufbau der Teststatistik
4.3 Ergebnisse und Interpretation der einzelnen Tests
4.3.1 Peer Group-Mittelwert-Test
4.3.2 Peer Group-Median-Test
4.3.3 Bundesbank-Test mit feiner Zuordnung der Unternehmen
4.3.4 Bundesbank-Test mit grober Zuteilung der Unternehmen
4.4 Fazit
5 SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit untersucht das aufstrebende Marktsegment der Mittelstandsanleihen in Deutschland. Ziel ist es, einerseits die theoretischen Grundlagen der Schuldenstruktur zu validieren und andererseits mittels einer empirischen Analyse zu klären, welche Unternehmenscharakteristika zur Wahl dieser Finanzierungsform führen und wie sich Emittenten von vergleichbaren Nicht-Emittenten unterscheiden.
3.5.1.1 Diversifikation der Kapitalgeberstruktur
Das in Punkt 3.4 beschriebene Hausbankenprinzip führt in der Praxis zu einer starken Verhandlungsmacht sowie großer Einflussmöglichkeit der Kreditinstitute gegenüber den mittelständischen Unternehmen. Während sich bei einer Anleihenemission der große Pool der Investoren nur für oder gegen den Kauf einer Anleihe entscheiden kann, ist es einer Bank möglich, spezielle Konditionen auszuhandeln und durchzusetzen. Überdies sind die Kontrollmöglichkeiten einer Bank deutlich ausgeprägter, da sie als einziger Gläubiger auftritt. Im Gegensatz dazu verteilt sich bei einer Finanzierung über den Kapitalmarkt das gleiche Volumen auf viele kleine Gläubiger. Somit verfügt ein Kreditinstitut, welches auf die Überwachung von Schuldnern spezialisiert ist, sowohl vertraglich als faktisch über andere Einflussmöglichkeiten auf das operative Geschäft eines Unternehmens. Diese (mögliche) Einflussnahme des Gläubigers kann man über die Kapitalmarktfinanzierung zumindest mildern, was eine Umfrage aus dem Jahr 2011 verdeutlicht. Bei dieser Befragung von deutschen Mittelständlern trauen 96% der Mittelstandsanleihe zu, die Abhängigkeit von den Banken zu verringern.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Segment der Mittelstandsanleihen vor dem Hintergrund der Finanzkrise und der veränderten Rolle der Hausbanken.
2 THEORETISCHE EINFÜHRUNG: Darstellung gängiger Theorien zur Fremdfinanzierung und Schuldnerüberwachung, insbesondere von Diamond sowie Bolton und Freixas.
3 THEMA: MITTELSTANDSANLEIHEN: Definition, Marktumfeld sowie detaillierte Diskussion der Vor- und Nachteile von Mittelstandsanleihen im Vergleich zum klassischen Bankkredit.
4 EMPIRISCHER TEIL: Empirische Überprüfung von Unternehmensdaten mittels statistischer Tests, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Emittenten im Vergleich zu einer Peer Group und Bundesbankdaten zu identifizieren.
5 SCHLUSS: Zusammenfassende Bewertung des Marktsegments, Empfehlungen zur Qualitätssicherung und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Marktes.
Mittelstandsanleihen, Fremdfinanzierung, Bankkredit, Kapitalmarkt, Bonität, Schuldenstruktur, Finanzierungsmatrix, Emittenten-Rating, Peer Group, Covenants, Unternehmensfinanzierung, Investorenbasis, Kapitalmarktfähigkeit, Mittelstand, Insolvenzrisiko.
Die Arbeit analysiert die Finanzierungsform der Mittelstandsanleihe in Deutschland, ihre theoretische Einordnung und ihre empirische Relevanz für mittelständische Unternehmen im Vergleich zum Bankkredit.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Ansätze der Fremdfinanzierung, die Abgrenzung der Mittelstandsanleihe von anderen Instrumenten, eine Analyse von Vor- und Nachteilen sowie eine umfangreiche empirische Untersuchung von Emittenten.
Das Ziel ist es, zu prüfen, welche Unternehmen sich für eine Anleihe entscheiden, und die Unterschiede in der Finanz- und Ertragslage zwischen Emittenten und Nicht-Emittenten statistisch zu untersuchen.
Es wird eine quantitative empirische Analyse durchgeführt, bei der Emittenten mit Vergleichsgruppen (Peer Groups und aggregierte Bundesbankdaten) mittels statistischer Hypothesentests (t-Test) abgeglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine detaillierte Erläuterung des Themas Mittelstandsanleihen inklusive deren Vor- und Nachteile sowie den umfangreichen empirischen Analyseteil.
Wichtige Begriffe sind Mittelstandsanleihen, Finanzierungsstruktur, Bonität, Peer Group, Fremdfinanzierung und Kapitalmarkt.
Laut der Theorie von Diamond durchlaufen Unternehmen einen Reifeprozess; ältere Unternehmen mit einer Historie guter Schuldentilgung haben eine höhere Reputation und bevorzugen daher den direkten Kapitalmarktzugang gegenüber der Bankenüberwachung.
Die Untersuchung zeigt, dass Mittelstandsanleihen effektiv teurer sind als Konsortialkredite, da neben Zinsen auch hohe Emissions- und laufende Kosten anfallen, was die Bonitätsvorteile relativiert.
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