Masterarbeit, 2012
202 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Einführung und Relevanz
1.2 Forschungsziel
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Scripted Reality
2.1 Definition von Scripted Reality
2.2 Einordnung innerhalb des Reality TV
2.3 Scripted Reality im deutschen Fernsehen
3 Forschungsfragen
4 Untersuchungsgegenstand
4.1 „Berlin – Tag & Nacht“
4.2 Begründung der Wahl des Untersuchungsgegenstands
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Wahl der Forschungsmethode
5.2 Qualitative Sozialforschung
5.2.1 Das fokussierte Interview
5.3 Kritische Hermeneutik
6 Untersuchung
6.1 Fokussiertes Interview
6.1.1 Entwicklung des Interviewleitfadens
6.1.1.1 Fragebogendramaturgie
6.1.2 Sampling
6.1.3 Durchführung der Interviews
6.1.3.1 Einflüsse und Effekte
6.2 Datenauswertung
6.2.1 Darstellung der Ergebnisse
6.2.2 Auswertung Teil I – Nutzungsmotive
6.2.2.1 Zwischenfazit und Überprüfung der Hypothesen
6.2.3 Auswertung Teil II – Einschätzung der Glaubwürdigkeit
6.2.3.1 Zwischenfazit und Überprüfung der Hypothesen
6.2.4 Geschlechterdifferenzen
7 Fazit und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, die Rezeption von Scripted-Reality-Formaten am Beispiel von „Berlin – Tag & Nacht“ zu untersuchen. Dabei soll geklärt werden, warum die Zuschauer trotz des oft negativen Images solcher Formate diese einschalten und wie sie den gescripteten Charakter der Serie wahrnehmen und einordnen.
1.1 Einführung und Relevanz
Reality TV ist schon lange fester und sehr erfolgreicher Bestandteil des deutschen Fernsehprogramms. Doku- und Reality-Soaps sind beliebt, für den Zuschauer aber nichts Neues mehr. In den letzten Jahren gewann allerdings eine neue Gattung des Reality TV zunehmend an Bedeutung: Scripted Reality - also die „geschriebene Realität“. Besonders die Privatsender füllen große Teile ihres Programms mit Formaten dieses Scripted Reality.
Darunter versteht man Sendungen, die wie echte Dokumentationen wirken, allerdings auf einem Drehbuch basieren und von Laienschauspielern dargestellt werden.
Obwohl diese Sendungen immer mehr - auch in Bezug auf die Quotenentwicklung - an Bedeutung gewinnen, klafft in der wissenschaftlichen Debatte diesbezüglich eine große Lücke: Wie rezipiert der Zuschauer eigentlich Scripted-Reality-Formate?
Die Frage, die die Wissenschaft und auch die Medienlandschaft derzeit spaltet, ist: Durchschaut der Zuschauer das Spiel mit der Inszenierung? Vor allem die Privatsender sind der Meinung, man solle die Zuschauer nicht unterschätzen, er merke, wann ein Format inszeniert ist. Alle anderen behaupten das Gegenteil: Der Zuschauer könne eben nicht mehr zwischen Scripted Reality und z.B. einer Doku-Soap unterscheiden. Ein Grund dafür, und gleichzeitig der größte Vorwurf an Scripted-Reality-Produzenten, ist die mangelnde Kennzeichnung. Bis heute gibt es gewisse Formate wie „Mitten im Leben“, bei denen unklar ist, ob sie gescripted sind oder nicht.
1 Einleitung: Skizzierung des Reality-TV-Trends, der Relevanz von Scripted Reality und der aktuellen Forschungslücke in Bezug auf die Zuschauerrezeption.
2 Scripted Reality: Definition der Gattung und Einordnung in das Umfeld des Reality-TV sowie Darstellung des Status Quo im deutschen Fernsehen.
3 Forschungsfragen: Vorstellung der zentralen Fragen und Hypothesen, die sich auf Nutzungsmotive und Glaubwürdigkeitswahrnehmung konzentrieren.
4 Untersuchungsgegenstand: Vorstellung von „Berlin – Tag & Nacht“ als Fallbeispiel und Begründung der Auswahl dieses Formats.
5 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der qualitativen Sozialforschung, des fokussierten Interviews sowie der kritischen Hermeneutik als Forschungsmethoden.
6 Untersuchung: Detaillierte Darstellung der Interview-Entwicklung, des Samplings, der Durchführung sowie der Auswertung der Ergebnisse.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der medienwissenschaftlichen Debatte.
Scripted Reality, Berlin – Tag & Nacht, Rezeptionsforschung, Reality TV, fokussiertes Interview, Nutzungsmotive, Glaubwürdigkeit, parasoziale Interaktion, Fernsehen, Fiktionalisierung, Inszenierung, Zuschauerforschung, Medienwirkung, Laienschauspieler, Daily Soaps
Die Arbeit untersucht, wie Zuschauer die zunehmend populären, aber oft als „geschriebene Realität“ (Scripted Reality) bezeichneten Fernsehformate wahrnehmen und nutzen.
Im Zentrum stehen die Nutzungsmotive der Zuschauer, ihre Einschätzung der Glaubwürdigkeit und ihr Umgang mit der Inszenierung von Reality-TV-Formaten.
Das Ziel ist es herauszufinden, warum Zuschauer trotz eines schlechten Images einschalten und inwiefern sie den gescripteten Charakter der Serie durchschauen oder akzeptieren.
Die Autorin nutzt qualitative Sozialforschung, insbesondere fokussierte Interviews, sowie eine kritische hermeneutische Analyse zur Auswertung der Zuschauerantworten.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung des Interviewleitfadens, der Durchführung der Interviews, der Datenauswertung und der Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
Schlüsselbegriffe sind Scripted Reality, Berlin – Tag & Nacht, Rezeptionsforschung, parasoziale Interaktion und Glaubwürdigkeit.
Das Format dient als konkreter Untersuchungsgegenstand, da es als Serie konzipiert ist und sich dadurch von episodischen Scripted-Reality-Formaten unterscheidet, was ein hohes Identifikationspotenzial schafft.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die explizite Kennzeichnung als „Scripted Reality“ für die meisten Zuschauer zweitrangig ist, da für sie die inhaltliche Logik und Unterhaltung wichtiger sind als der dokumentarische Wahrheitsanspruch.
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