Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 2.0
1. Einführung
2. Das deutsche Krankenversicherungssystem
2.1. Grundelemente der Gesetzlichen Krankenversicherung
2.2. Grundzüge der privaten Krankenversicherung
3. Handlungsnotwendigkeit auf Grund der in den nächsten Jahren zu erwartenden Ausgabenentwicklung im Gesundheitssektor
3.1 Demographischer Wandel
3.2 Medizinisch-technischer Fortschritt
4. Kritische Analyse des Verhaltens ausgewählter Akteure des Gesundheitswesen im Hinblick auf deren Kostenbewusstsein
4.1 Patient
4.1.1 Patientenquittung
4.1.2 Selbstbehalte
4.2 Gesetzliche Krankenkassen
4.2.1 Kundenorientierte Beratung und Prävention
4.2.2 Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich
4.3 Leistungserbringer
4.3.1 Ambulanter Sektor
4.3.1.1 Die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen
4.3.1.2 Fachärztliche Doppelstruktur
4.3.2 Stationärer Sektor
4.3.2.1 Diagnosis Related Groups
4.3.2.2 Bettenkapazität – Auslastungsgrad – Verweildauer
4.4 Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor
4.4.1 Schnittstellenmanagement
4.4.2 Ambulante Versorgung durch Krankenhäuser
4.4.3 Entlassungsmanagement
4.4.4 Medizinisches Versorgungszentrum
4.5 Arzneimittelmarkt
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit führt eine kritische Analyse ökonomischer Fehlanreize im deutschen Krankenversicherungssystem durch, um aufzuzeigen, wie diese Mechanismen opportunistisches Verhalten der Akteure im Gesundheitswesen begünstigen und eine optimale Allokation von Ressourcen verhindern. Ziel ist es, bestehende Mechanismen zur Eindämmung dieser Fehlanreize zu evaluieren und Lösungsansätze sowie alternative Konzepte für eine wirtschaftlichere Ausgestaltung des Systems zu diskutieren.
4.1 Patient
Der Patient als Konsument von Leistungen des Gesundheitswesens ist Akteur auf einem Markt, auf dem seine Konsumentensouveränität nur sehr eingeschränkt ausgestaltet ist. Im Vergleich zu anderen Märkten ist es für den medizinischen Laien schwer, Qualität, Nutzen und Preis einer Leistung auf Grund mangelnder medizinischer Kenntnisse sachgerecht zu beurteilen.
Außerdem ist die subjektive Urteilsfähigkeit eingeschränkt, wenn die eigene Gesundheit gefährdet oder in Mitleidenschaft gezogen ist. Im Falle lebensbedrohlicher Situationen, Ohnmacht oder Demenz ist die subjektive Urteilsfähigkeit gar nicht gegeben.
Als GKV-Versicherter besteht darüber hinaus keine ökonomische Notwendigkeit, eine medizinische Behandlung unter Kosten-Nutzen-Aspekten zu beurteilen, da die Leistungen bedarfsabhängig gewährt und die Kosten auf die Solidargemeinschaft umgelegt werden. Der Patient handelt somit kurzfristig nutzenmaximierend, wenn er die Inanspruchnahme von Leistungen maximiert anstatt kostenminimale Behandlungsmethoden in Betracht zu ziehen. In Deutschland besteht für GKV-Versicherte nahezu ein Vollversicherungsschutz, wenn man die zahnmedizinische Versorgung einmal außer Betracht lässt. Eine Überinanspruchnahme von Gesundheitsleistungen in Deutschland im internationalen Vergleicht ist die Folge, wie aus Abbildung 2 ersichtlich ist.
1. Einführung: Diese Einleitung erläutert die Problematik opportunistischen Verhaltens durch Fehlanreize im deutschen Krankenversicherungssystem und legt den Fokus der Analyse auf die gesetzliche Krankenversicherung.
2. Das deutsche Krankenversicherungssystem: Das Kapitel stellt die Strukturen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung dar und erläutert die Prinzipien der Finanzierung und Leistungsbereitstellung.
3. Handlungsnotwendigkeit auf Grund der in den nächsten Jahren zu erwartenden Ausgabenentwicklung im Gesundheitssektor: Hier werden die Herausforderungen durch den demographischen Wandel sowie den medizinisch-technischen Fortschritt analysiert, die einen enormen Finanzierungsdruck erzeugen.
4. Kritische Analyse des Verhaltens ausgewählter Akteure des Gesundheitswesen im Hinblick auf deren Kostenbewusstsein: Dieser Hauptteil untersucht detailliert die Anreizstrukturen und Verhaltensweisen von Patienten, Krankenkassen, Leistungserbringern im ambulanten und stationären Sektor sowie die Problematiken an den Schnittstellen und im Arzneimittelmarkt.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit schrittweiser Reformen, um die Finanzierung eines zukunftsfähigen Gesundheitssystems zu sichern.
Gesundheitsökonomie, Krankenversicherung, Fehlanreize, Moral Hazard, GKV, PKV, demographischer Wandel, Kostenbewusstsein, DRG, ambulanter Sektor, stationärer Sektor, Schnittstellenmanagement, Arzneimittelmarkt, Prävention, Wettbewerb
Die Arbeit analysiert kritisch die ökonomischen Fehlanreize im deutschen Krankenversicherungssystem, die zu opportunistischem Verhalten der verschiedenen Akteure führen und die Effizienz des Systems beeinträchtigen.
Die zentralen Felder umfassen das Verhalten von Patienten, die Rolle der Krankenkassen, die Strukturen der Leistungserbringer (ambulant und stationär), das Schnittstellenmanagement zwischen diesen Sektoren sowie die Dynamik des Arzneimittelmarktes.
Das Ziel besteht darin, vorhandene Fehlanreize zu identifizieren, deren Ausgestaltung und Effektivität zu analysieren und Lösungsansätze für eine wirtschaftlichere Ausgestaltung des Krankenversicherungssystems aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische und empirische Analyse unter Einbeziehung aktueller gesundheitsökonomischer Literatur, Daten des Gesundheitswesens und gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Verhaltensweisen der Akteure (Patienten, Kassen, Ärzte, Kliniken) im Hinblick auf ihr Kostenbewusstsein und untersucht spezifische Mechanismen wie den Risikostrukturausgleich, das DRG-System und Ansätze zur sektorübergreifenden Versorgung.
Wichtige Begriffe sind Gesundheitsökonomie, Fehlanreize, Moral Hazard, Kosteneffizienz, GKV/PKV-Strukturen sowie integrierte Versorgung.
Das DRG-System kann dazu führen, dass Krankenhäuser Behandlungen aufteilen, um mehr Fälle abzurechnen, oder dass aus betriebswirtschaftlichem Kalkül notwendige Untersuchungen unterbleiben oder die Versorgungsqualität durch zu kurze Liegezeiten leidet.
Diese Schnittstelle wird als der Bereich mit den größten Wirtschaftlichkeitsreserven identifiziert, da hier durch unzureichende Kommunikation und doppelte Ressourcen Vorhaltung massive Ineffizienzen entstehen.
Die Arbeit sieht in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) Potenzial zur Effizienzsteigerung durch interdisziplinäre Versorgung aus einer Hand, warnt aber gleichzeitig vor einer möglichen Dominanz der Krankenhausträger im ambulanten Sektor.
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