Bachelorarbeit, 2012
41 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
2.1 Die politischen Entwicklungen im Deutschen Kaiserreich
2.2 Die Gesellschaft im Deutschen Kaiserreich
3. Der Adel im Roman
3.1 Niederadel
3.1.1 Dubslav von Stechlin
3.1.2 Domina Adelheid von Stechlin
3.1.3 Rittmeister Woldemar von Stechlin
3.1.4 Sägemühlenbesitzer Gundermann
3.2 Hochadel
3.2.1 Graf Barby
3.2.2 Gräfin Melusine Barby
3.2.3 Comtesse Armgard Barby
4. Der Adel und die Politik
4.1 Die Wahl in Rheinsberg-Wutz
4.2 Die Rolle der Sozialdemokratie
4.3 Die Thematik der Revolution
5. Fontanes Einstellungen zum Adel
6. Abschließende Betrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Adels im ausgehenden 19. Jahrhundert anhand von Theodor Fontanes Roman "Der Stechlin". Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, inwiefern der Autor den Adel einerseits einer permanenten Kritik unterzieht und andererseits dessen Kompetenzen hervorhebt, sowie zu analysieren, welche zukünftige Rolle dem Adel in der Gesellschaft und Politik seitens des Autors zugeschrieben wird.
3.1.1 Dubslav von Stechlin
Der Ritterschaftsrat Dubslav von Stechlin ist der Protagonist des Romans Der Stechlin; er ist der „Typus eines Märkischen von Adel“ (8), obwohl er einen „pommerschen Namen“ (9) trägt. Über diese Namensgebung äußert Dubslav seinen Unmut, denn „Was ein Märkischer ist, der muß Joachim heißen oder Woldemar“ (10). Es wird ersichtlich, dass die Hervorhebung der märkischen Abstammung für Dubslav von großer Relevanz ist. Trotz seiner Zugehörigkeit zum Adel besitzt er „manche Eigenschaften, die dem landläufigen Bild des preußischen Adeligen auf den ersten Blick zu widersprechen scheint“22. Dubslav von Stechlin war „von jung an lieber im Sattel als bei den Büchern“ (8), sodass ein typisch adeliges Desinteresse an der Bildung diagnostiziert werden kann. Überdies kann er „eigentlich Fremdwörter nicht leiden“ (73). Für Dubslav ist Bildung „fester Besitz, nicht lebenslanger Prozess“ (16). Er gibt klar zu verstehen, dass man sich Bildung einmal im Leben anzueignen habe und diese dann lebenslang besitze. Dies spiegelt Dubslavs Auffassung der Gesellschaft wider; wird man als Adeliger geboren, bleibt man zeitlebens in diesem Stand der Gesellschaft und kann dessen Vorteile nutzen. Das geringe Interesse an der Bildung korreliert mit der Einstellung des Adels gegenüber der Bildung. Dieser war nicht dazu geneigt, sich ein erhöhtes Bildungsniveau anzueignen, was aufgrund der gesellschaftlichen Stellung auch zu keiner Zeit vonnöten war.23
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Handlungsarmut und die politische Dimension des Romans ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach Fontanes kritischer Auseinandersetzung mit dem Adel.
2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel erläutert die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des wilhelminischen Zeitalters, insbesondere den Wandel vom Agrar- zum Industriestaat.
3. Der Adel im Roman: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Figuren, unterteilt in Nieder- und Hochadel, wobei deren spezifische Verhaltensweisen und gesellschaftliche Positionen beleuchtet werden.
4. Der Adel und die Politik: Dieses Kapitel untersucht die abnehmende politische Macht des Adels, illustriert durch die Reichstagsersatzwahl und die wachsende Bedeutung der Sozialdemokratie und revolutionärer Tendenzen.
5. Fontanes Einstellungen zum Adel: Die Untersuchung befasst sich mit der Wandlung von Fontanes Haltung gegenüber dem Adel von anfänglicher Verehrung zu kritischer Distanzierung.
6. Abschließende Betrachtung: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass nur eine Verbindung liberaler und konservativer Kompetenzen eine Existenzberechtigung für den Adel im 20. Jahrhundert bietet.
Theodor Fontane, Der Stechlin, Adel, Deutsches Kaiserreich, Niederadel, Hochadel, Sozialdemokratie, politischer Wandel, Preußentum, Realismus, industrielle Revolution, Gesellschaftskritik, Dubslav von Stechlin, Konservatismus, Liberalismus
Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung des Adels im ausgehenden 19. Jahrhundert anhand von Theodor Fontanes Altersroman "Der Stechlin".
Im Zentrum stehen der historische Kontext des Kaiserreichs, die Typologie des Adels (Hoch- vs. Niederadel), das Verhältnis zur Politik sowie der Einfluss sozialer und technischer Umbrüche auf den Adelsstand.
Die Arbeit fragt, ob Fontane den Adel primär kritisiert oder auch dessen Kompetenzen hervorhebt und wie er dessen künftige Rolle im 20. Jahrhundert antizipiert.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman primärtextnah interpretiert und dabei mit zeitgenössischer Sekundärliteratur sowie historischen Quellen abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Charakteranalyse, die Darstellung politischer Prozesse wie der Reichstagswahl und eine Untersuchung von Fontanes persönlicher Einstellung zum Adel.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Preußentum, Adel, Sozialdemokratie, Konservatismus und literarischer Realismus charakterisiert.
Fontane differenziert zwischen einem als weltfremd und inkompetent kritisierten Niederadel (z.B. Dubslav von Stechlin) und einem liberaler agierenden Hochadel (z.B. Graf Barby und dessen Töchter).
Die Frauenfiguren, insbesondere Melusine und Armgard von Barby, fungieren als Repräsentantinnen des Liberalismus und zukunftsweisender Werte, die eine Synthese zwischen Tradition und Moderne verkörpern.
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