Diplomarbeit, 2010
102 Seiten, Note: 1,3
A. Einleitung und Grundlagen
I. Einleitung
1. Zitat
2. Idee und Ziel
3. Vorgeschichte
II. Allgemeine Informationen
1. Landschaftsarchitektur und Heilpflanzen
2. Hortus amoenus inest aptior et domino
3. Medizinische Praxis in Essen Steele
4. Heilpflanzen in der Medizin
5. Phytotherapeutische Landschaftsarchitektur als Beitrag zu Forschung und Entwicklung
III. Phytotherapie
1. Definition ,Phytotherapie‘
2. Geschichte der Phytotherapie
IV. Medizinische Grundlagen
1. Ayurveda
a) Definition Ayurveda
b) Die Tridosha-Lehre
c) Fünf Elemente
d) Guna - Das Wesen der Stoffe
e) Rasa - Der Geschmack
f) Pflanzenbeispiele: Rashona, Shatapatra und Tulsi
2. Traditionelle Chinesische Medizin
a) Definition TCM
b) Qi
c) Yin und Yang
d) Die fünf Wandlungsphasen
e) Die drei Klassen
f) Temperaturverhalten Siqi
3. Europäische Medizin
a) Die Wurzeln der Europäischen Medizin
b) Die vier Elemente
c) Medizin und Gärten in Europa
4. Resümee
B. Entwurfsplanung eines phytotherapeutischen Gartens
I. Knappschaftskrankenhaus Essen-Steele - Geschichte
II. Raumanalyse
1. Gebäude
2. Formensprache und Gestaltung der Umgebung
3. Topographie
4. Wege und Verbindungen
5. Entwurfsbereich
6. Licht und Wärme
7. Boden
8. Bestandspflanzen
9. Farbe und Materialität
III. Entwurf
1. Raum und Bauliches
a) Inspirationen
b) Räumliche Gliederung
c) Die vier (3+1) Beete
d) Materialität der baulichen Entwurfsbestandteile
2. Grundprinzipien der Pflanzenverwendung
a) Drifts
b) Kontraste
3. Pflanzenverwendung ,Kalt und Warm‘
a) Kalt und Warm
b) Optischer Temperaturverlauf (Farben)
c) Medizinischer Temperaturverlauf (Wirkung)
4. Pflanzenauswahl
a) Auswahlkriterien (Ayurveda, TCM, Traditionelle Europäische Medizin)
b) Gehölze
c) Stauden
d) Ein- und Zweijährige
5. Beet Traditionelle Chinesische Medizin
6. Beet Ayurveda
7. Beet Europäische Medizin
8. Grosses Beet
IV. Exkurs - Realisierung des Entwurfes
1. Antrag auf Finanzierung bei der Carstens-Stiftung
2. Kostenschätzung und Zeitplan
3. Pflanzenanzahl
4. Erhältlichkeit der Pflanzen im Handel
5. Anschreiben
6. Projektbeschreibung
7. Angebot einer regionalen Baufirma
V. Ausblick
Von Gärten, Menschen und Kulturen
Die Diplomarbeit hat das Ziel, die medizinische Praxis des Knappschaftskrankenhauses in Essen Steele in einen landschaftsarchitektonischen Entwurf zu übersetzen, indem ein phytotherapeutischer Garten geschaffen wird, der die drei medizinischen Traditionen – Ayurveda, Traditionelle Chinesische Medizin und Traditionelle Europäische Medizin – vereint und für Patienten sowie Personal erfahrbar macht.
DEFINITION ,PHYTOTHERAPIE‘
,Der Begriff Phytotherapie beschreibt die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten und Befindungsstörungen durch Pflanzen sowie Pflanzenteile wie Blatt, Blüte, Wurzel, Frucht oder Samen und deren Zubereitung. Hierfür geeignete Pflanzen werden traditionell auch Heilpflanzen bezeichnet.‘7 Die Besonderheit der Phytotherapie ist, dass die verwendete Arzneipflanze bzw. der verwendete Pflanzenteil immer als Ganzes und in ihrer natürlichen Form verwendet wird: Es werden keine Stoffe künstlich extrahiert oder isoliert. Ein phytotherapeutisches Arzneimittel ist also immer ein ,Mehrstoff- oder Vielstoffgemisch‘. Für Phytotherapeuten ist die Ganzheit von Heilpflanzen mehr, als nur die Summe von genetisch nachweisbaren Inhaltsstoffen. Das Stoffgemisch Pflanze erzielt nämlich oft eine Wirkung (die sog. ,Realerfahrung‘), die sich nicht durch die einzeln betrachteten Inhaltsstoffe (die sog. ,pharmakologisch-experimentelle Erfahrung‘) erklären lässt. Fintelmann, ein bedeutender Mediziner auf dem Gebiet der Phytotherapie, zitiert hierzu aus Goethes Faust:
,WER WILL WAS LEBENDIGS ERKENNEN UND BESCHREIBEN, SUCHT ERST DEN GEIST HERAUSZUTREIBEN, DANN HAT ER DIE TEILE IN SEINER HAND; FEHLT, LEIDER, NUR DAS GEISTIGE BAND.‘8
Dieses ,geistige Band‘ hält nach Definition der Phytotherapie auch jede Heilpflanze zusammen und manifestiert ihre charakteristischen Eigenschaften. Gemeint ist ein Geheimnis des Lebens, welches sich den Schubladen der Wissenschaft mit ihren Klassifikationen von Gattungen, Arten und Sorten entzieht. Der chinesische Philosoph Laotse (bzw. Laozi) nennt dieses unbeschreibliche, geistige Band ,Tao‘:
,DAS TAO IST SOWOHL BENANNT WIE NAMENLOS. DAS NAMENLOSE IST DER URSPRUNG ALLER DINGE, ALS BENANNTES IST ES DIE MUTTER DER ZEHNTAUSEND DINGE.‘9
A. Einleitung und Grundlagen: Dieses Kapitel führt in die Idee des phytotherapeutischen Gartens ein, erläutert die Grunddefinitionen der Phytotherapie und legt die medizinischen Grundlagen von Ayurveda, Traditioneller Chinesischer Medizin und Europäischer Medizin dar.
B. Entwurfsplanung eines phytotherapeutischen Gartens: Hier wird der konkrete Entwurfsprozess am Knappschaftskrankenhaus Essen-Steele beschrieben, beginnend bei der Raumanalyse bis hin zur detaillierten Pflanzenauswahl und den Gestaltungsprinzipien für die verschiedenen Themenbeete.
IV. Exkurs - Realisierung des Entwurfes: Dieser Abschnitt behandelt die praktischen Aspekte der Realisierung, einschließlich Finanzierungsanträgen bei der Carstens-Stiftung, Kostenschätzungen, Zeitplänen und logistischen Überlegungen zur Beschaffung der Pflanzen.
V. Ausblick: Der Ausblick reflektiert über die Rolle von Gärten, Menschen und Kulturen in einer modernen Gesellschaft und wie der Garten als Rückzugsort und Lernfeld fungieren kann.
Landschaftsarchitektur, Heilpflanzen, Phytotherapie, Ayurveda, Traditionelle Chinesische Medizin, TCM, Europäische Medizin, Entwurfsplanung, Knappschaftskrankenhaus, Pflanzenverwendung, Gartengestaltung, Arzneipflanzen, Gartenbau, Gesundheitswesen, Interkulturalität.
Die Arbeit befasst sich mit der landschaftsarchitektonischen Gestaltung eines phytotherapeutischen Gartens für das Knappschaftskrankenhaus in Essen-Steele, um heilende Pflanzen aus verschiedenen Kulturen in ein modernes klinisches Umfeld zu integrieren.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Phytotherapie in Ayurveda, TCM und europäischer Medizin, die Analyse der Gegebenheiten vor Ort sowie die Gestaltung und Bepflanzung spezifischer Themenbeete.
Das primäre Ziel ist es, medizinische Erkenntnisse aus drei globalen Traditionen in einen funktionalen und ästhetischen Freiraum zu übersetzen, der sowohl Patienten als auch Personal als Rückzugsort dient.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zu medizinischen Traditionen, eine detaillierte Standortanalyse (Raumanalyse), die Anwendung gestalterischer Prinzipien aus der Landschaftsarchitektur sowie eine praxisnahe Entwurfsplanung.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Entwurfsplanung, der Auseinandersetzung mit Standortfaktoren wie Boden und Licht, der Entwicklung der Gestaltungsprinzipien für die Beete sowie der detaillierten Selektion der Heilpflanzen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Landschaftsarchitektur, Phytotherapie, Ayurveda, TCM, Europäische Medizin und Gartengestaltung charakterisiert.
Das Krankenhaus wurde gewählt, da es bereits eine traditionsreiche Verbindung zur Naturheilkunde pflegt und als ideale Fläche für die Integration eines phytotherapeutischen Gartens diente, um Lehre, Leidenslinderung und Forschung zu verbinden.
Die Pflanzen sind in vier Beeten (drei nach medizinischen Richtungen getrennt, eines zur gemeinsamen Präsentation) organisiert, wobei der Einsatz von Streifenpflanzung und ein Temperaturverlauf von kalt nach warm als gestalterisches Grundprinzip dient.
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