Bachelorarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Finanztransaktionssteuer im Jahr 2012 – eine Übersicht
2.1 Hohe Handelsvolumina an den Finanzmärkten – ein Grund zur Sorge?
2.2 Der Stand der Dinge
2.2.1 Alternativen zur Finanztransaktionssteuer
2.2.2 Erfahrungen anderer Länder mit Transaktionssteuern
3 Von der Tobin-Steuer zur Finanztransaktionssteuer – Entwicklung und Kritik
3.1 Exkurs: Begriffliche Grundlagen
3.1.1 Typen von Marktteilnehmern
3.1.2 Spekulation und Noise-Trading
3.1.3 Liquidität
3.1.4 Hot Potato Trading
3.2 Tobin-Steuer
3.3 Finanztransaktionssteuer
3.3.1 Konzept und Ziele
3.3.2 Probleme bei der Ausgestaltung der Steuer
3.4 Ergebnisse des Kapitels
4 Erreicht die Finanztransaktionssteuer ihre Ziele? Erkenntnisse aus der Literatur
4.1 Auswirkungen auf die Volatilität der Finanzmärkte
4.1.1 Theoretische Modelle
4.1.2 Empirische Evidenz
4.2 Steueraufkommen
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Instrument der Finanztransaktionssteuer (FTS) im Hinblick auf deren Zielsetzung und tatsächliche Wirkung. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, ob eine solche Steuer die Finanzmarktvolatilität reduzieren kann, wie von Befürwortern postuliert, oder ob sie den stabilisierenden Liquiditätshandel beeinträchtigt und somit kontraproduktiv wirkt, während gleichzeitig das Potenzial zur Generierung von Steuereinnahmen bewertet wird.
3.1.4 Hot Potato Trading
Geht ein Market Maker eine offene Position ein, wird er aufgrund seiner Risikoaversion versuchen, diese schnellstmöglich wieder zu schließen. Findet sich auf der Gegenseite kein Käufer bzw. Verkäufer, gibt er die Position weiter oder sichert sich über Termingeschäfte ab. Dieser Vorgang, bei dem Risikopositionen wie „heiße Kartoffeln“ weitergegeben werden, wird als „Hot Potato Trading“ bezeichnet. Lyons (1997, S. 275–277) stellt in Bezug auf den Devisenmarkt fest, dass ungefähr 80 % des Handels zwischen den Banken stattfindet. Grund hierfür seien die Folgegeschäfte, die ein bei einer Bank eingegangener Kundenauftrag nach sich zieht. Die Bank agiert in diesem Fall sozusagen als Market Maker; findet sich kein Kunde auf der Gegenseite, wird die Position solange im Interbankenhandel weitergegeben, bis sich ein Abnehmer findet. Treffend formuliert Flood (1994, S. 147):
„The large volume of interbank trading is not primarily speculative in nature, but rather represents the tedious task of passing undesired positions along until they happen upon a market maker whose inventory discrepancy they neutralize.“
Jedoch behält Lyons (1997) zufolge jede Bank einen Teil der Risikoposition und gibt nur einen Teil weiter, wodurch am Ende nicht ein Marktteilnehmer das gesamte Risiko trägt, sondern dieses auf mehrere Händler verteilt wird (vgl. dazu und zum folgenden Beispiel Haberer, 2006, S. 20–22). Möchte sich beispielsweise ein Unternehmen gegen das Wechselkursrisiko eines Geschäfts absichern, so geht es mit einer Bank ein Devisengeschäft am Terminmarkt ein. Wenn die Bank keinen Kunden auf der Gegenseite findet, wird sie nur einen Teil der Position in ihrem Portfolio belassen und den Rest weitergeben. In diesem Beispiel behält die Bank 10 %, die verbleibende Position geht zum nächsten Händler über, der, wie jeder weitere, wiederum 10 % behält. Die Transaktionskette setzt sich solange fort, bis die Position entweder vollständig auf die verschiedenen Händler verteilt ist, oder diese vorzeitig von einem Händler aufgenommen wird, der die entsprechende offene Gegenposition in seinem Portfolio hält.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um die Finanztransaktionssteuer ein, stellt die gegensätzlichen Positionen von Befürwortern und Kritikern gegenüber und umreißt die Struktur sowie die Schwerpunkte der Arbeit.
2 Die Finanztransaktionssteuer im Jahr 2012 – eine Übersicht: Hier wird der Anstieg der Handelsvolumina analysiert, Alternativmodelle wie die Bankenabgabe vorgestellt und ein Überblick über internationale Erfahrungen mit ähnlichen Steuern gegeben.
3 Von der Tobin-Steuer zur Finanztransaktionssteuer – Entwicklung und Kritik: Kapitel 3 erläutert grundlegende Fachbegriffe, zeichnet die Entwicklung der Tobin-Steuer zur modernen Finanztransaktionssteuer nach und diskutiert konzeptionelle Probleme bei der Ausgestaltung.
4 Erreicht die Finanztransaktionssteuer ihre Ziele? Erkenntnisse aus der Literatur: Dieses Kapitel prüft kritisch anhand von theoretischen Modellen und empirischen Studien, ob die Steuer tatsächlich zur Reduktion der Volatilität beiträgt und welches Aufkommen realistisch erzielt werden kann.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung der Ergebnisse, betont die Abhängigkeit des Steuereffekts von der konkreten Ausgestaltung und bewertet die politische Umsetzbarkeit auf europäischer Ebene.
Finanztransaktionssteuer, Tobin-Steuer, Volatilität, Finanzmärkte, Spekulation, Liquidität, Hot Potato Trading, Marktteilnehmer, Finanzkrise, Steuereinnahmen, Steuervermeidung, Marktmikrostruktur, Finanzaktivitätssteuer, Derivate, Regulierung
Die Arbeit untersucht die Zielsetzungen und Wirkungsmechanismen einer Finanztransaktionssteuer (FTS) im Kontext der aktuellen ökonomischen Debatte in der Europäischen Union.
Zentrale Themen sind die Volatilität an den Finanzmärkten, die Rolle der Spekulation, die Bedeutung von Liquidität sowie die fiskalischen Erwartungen an eine solche Steuer.
Das primäre Ziel ist die Bewertung der Hypothese, ob eine Finanztransaktionssteuer durch die Eindämmung spekulativer Transaktionen zur Stabilisierung der Finanzmärkte beitragen kann.
Der Verfasser nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um sowohl theoretische Finanzmarktmodelle als auch empirische Studien zu vergleichen und kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Herleitung der Wirkungsweise sowie auf die Analyse von wissenschaftlichen Modellen und Datenreihen, die den Zusammenhang zwischen Steuer, Volatilität und Handelsaktivität beschreiben.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie Noise-Trading, Volatilitätsreduktion, Steuerbasis, Hot Potato Trading und die Differenzierung zwischen spekulativem und Liquiditätshandel geprägt.
Das Hot Potato Trading dient als wichtiges Beispiel, um zu verdeutlichen, dass eine Steuer nicht bloß Spekulation trifft, sondern auch legitimen Liquiditätshandel verteuern kann, wodurch der gewünschte stabilisierende Effekt gefährdet ist.
Die Arbeit stellt fest, dass das Scheitern der schwedischen Steuer primär der spezifischen Ausgestaltung (leichte Umgehungsmöglichkeit) zuzuschreiben ist und daher nicht zwangsläufig als Argument gegen eine generelle, breit angelegte FTS taugt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

