Examensarbeit, 2005
80 Seiten, Note: 1,0
A. Einleitung: Thematik, Problematik und Konzeption
B. Die Theologie der Religionen
I. Annäherung: Die Erklärung „Dominus Iesus“ als jüngster lehramtlicher Beitrag zur religionstheologischen Diskussion
1. Opposition gegen einen religiösen Pluralismus de iure
2. Ablehnung eines Relativismus
II. Fragestellungen
III. Antwortversuche
1. Exklusivismus
2. Inklusivismus
(a.) Wegmarken in Schrift und Tradition
(b.) Die religionstheologischen Aussagen des II. Vatikanischen Konzils
(c.) Kritische Würdigung
3. Pluralismus
(a.) Neue Ansätze nach dem Konzil
(b.) Akzente bei Paul F. Knitter
(c.) Perry Schmidt-Leukel als deutscher Vertreter der pluralistischen Religionstheologie
(d.) Kritische Würdigung
C. Der pluralistische Ansatz John Hicks
I. Zur Person John Hicks: Biographische Eckdaten und theologische Arbeit
II. Die epistemologische Basis der Pluralistischen Religionstheologie
1. Religiöse Erfahrung
2. Hicks Glaubensbegriff
3. Kognitivistische Gottesvorstellung
4. Kritische Anfragen an die Rationalität des Glaubens
III. Die zentralen Inhalte und Problemkomplexe der Pluralistischen Religionstheologie
1. Wissenschaftstheoretische Vorbemerkungen
2. Die Kopernikanische Wende in der Theologie
3. Die pluralistische Hypothese
(a.) Die Unbegreiflichkeit der letzten Wirklichkeit durch menschliche Begriffe
(b.) Der Rückgriff auf Kants Epistemologie
(c.) Die göttlichen personae und impersonae und ihre Wirklichkeit
(d.) Die Problematik der Beziehung zwischen dem Wirklichen an sich und seinen erfahrbaren Wirklichkeiten
(e.) Von schwarzen Löchern, Aporien und Agnostizismus – die Kritik an Hicks Konzeption eines Wirklichen an sich
4. Wider den Relativismus: Das soteriologische Kriterium
5. Die Modifizierung des traditionellen Wahrheitsverständnisses
6. Überleitung: Problematisierung des traditionellen Inkarnationsverständnisses
D. Die Implikationen der pluralistischen Hypothese für die Christologie
I. Einige Anmerkungen zum christlichen Offenbarungsverständnis
II. Der christologische Entwurf Hicks
1. Grundzüge der Entwicklung
2. Christologie nach der pluralistischen Wende
(a.) Hicks Kritik am christologischen Dogma Chalcedons
(b.) Hicks (Re-)Interpretation der chalcedonensischen Formel: The Metaphor of God Incarnate
(c.) Hicks Inspirationschristologie
3. Konsequenzen: „What Does This Mean for the Churches?“
III. Kritische Diskussion Hicks christologischer Positionen
E. Schlussbemerkungen und abschließende Reflexionen
Die vorliegende Arbeit untersucht den pluralistischen Ansatz des Religionstheologen John Hick, analysiert dessen epistemologische Grundlagen und beleuchtet kritisch die daraus resultierenden Implikationen für die christologische Lehre. Ziel ist es, die interne Logik und die theologischen Konsequenzen von Hicks Modell innerhalb des zeitgenössischen religionstheologischen Diskurses einzuordnen und auf seine Tragfähigkeit hin zu prüfen.
Die Kopernikanische Wende in der Theologie
Zunächst soll gezeigt werden, wie Hick selbst die pluralistische Hypothese in das (diachrone) Ganze der religionstheoretischen Theorienbildung einordnet. Hierfür sind vor allem zwei Begriffe entscheidend: Der des Paradigmenwechsels einerseits, und der der Kopernikanischen Wende beziehungsweise der Kopernikanischen Revolution andererseits, was sich zwar vorrangig auf die Überwindung einer „Ptolemaic theology“ bezieht, aber zugleich auf die für die pluralistische Hypothese bedeutsamen epistemologischen Folgen der Kantschen Philosophie verweist.
Hick diagnostiziert in der Geschichte des Christentums für mindestens 1500 Jahre die Dominanz einer exklusivistischen Haltung gegenüber Andersgläubigen, wobei sich letzte Reste einer grundsätzlichen Ablehnung von Heilsmöglichkeit ohne ein Bekenntnis zu Jesus Christus gerade in fundamentalistisch-evangelikalen Kreisen noch im 20. Jahrhundert finden ließen. Er selbst habe dieser Position 25 Jahre implizit angehangen, ohne sich über die Implikationen seiner Überzeugungen bewusst gewesen zu sein: „I believed by implication that the majority of human beings are eternally lost ...“. Dies sei möglich gewesen, da die Folgen einer absoluten Heilsuniversalität Jesu Christi solange keine Relevanz für ihn erhalten hatten, bis sich persönliche Kontakte mit Gläubigen anderer Religionen ergaben. Und selbst dann sei Überwindung und Bereitschaft nötig, die Konsequenzen aus den Problemen der neuen Situation globaler Interkulturalität zu ziehen.
Hick sieht in der Bewusstwerdung des Paradoxons eines erklärten universalen Heilswillens Gottes und seiner allumfassenden Liebe und der dem gegenüberstehenden historischen und geographischen Begrenztheit christlicher Offenbarung eine anbrechende Krise des traditionellen Verständnisses der eigenen Religion. Diese Krise müsse Anlass neuer wissenschaftlicher Theorien werden, da die alten nur durch komplizierte Hinzufügungen der neuen Situation gerecht werden könnten, was mit der Zeit zwangsläufig zu rational unverantwortbaren Inkonsistenzen führen müsse. Diese komplizierenden Hilfstheorien nennt Hick in Anlehnung an die Korrekturen des Ptolemäischen Systems Epizyklen.
A. Einleitung: Thematik, Problematik und Konzeption: Einführung in die aktuelle Situation religiöser Pluralität und die Zielsetzung der Arbeit zur Analyse von John Hicks Ansatz.
B. Die Theologie der Religionen: Überblick über das Feld der Religionstheologie, die Einteilung in Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus sowie die Auseinandersetzung mit dem Lehramtsdokument Dominus Iesus.
C. Der pluralistische Ansatz John Hicks: Detaillierte Betrachtung der Biographie Hicks, seiner epistemologischen Grundlagen sowie seiner Kernthesen wie der Kopernikanischen Wende und der Unterscheidung zwischen Wirklichkeit an sich und ihren Erscheinungsweisen.
D. Die Implikationen der pluralistischen Hypothese für die Christologie: Untersuchung der Auswirkungen des pluralistischen Modells auf die christliche Lehre, insbesondere hinsichtlich der Inkarnationstheologie und der Frage nach der Einzigartigkeit Jesu Christi.
E. Schlussbemerkungen und abschließende Reflexionen: Zusammenfassende Bewertung der Attraktivität sowie der offenen Fragen und Probleme von Hicks pluralistischem Modell für die zeitgenössische Theologie.
Religionstheologie, Pluralismus, John Hick, Christologie, Wirklichkeit an sich, Kopernikanische Wende, Epistemologie, Interreligiöser Dialog, Inklusivismus, Exklusivismus, Soteriologie, Dominus Iesus, Inkarnation, Transkategorialität.
Die Arbeit befasst sich mit der pluralistischen Religionstheologie von John Hick und deren massiven Auswirkungen auf das traditionelle christliche Verständnis von Wahrheit und Offenbarung.
Das Spektrum reicht von der allgemeinen religionstheologischen Einordnung (Exklusivismus bis Pluralismus) über die erkenntnistheoretischen Grundlagen von Hicks Denken bis hin zu seinen spezifischen christologischen Umdeutungen.
Die Arbeit untersucht, wie Hicks pluralistisches Modell die christologische Lehre modifiziert und ob diese christologische Umdeutung innerhalb eines christlichen Standpunktes theologisch tragfähig ist.
Es handelt sich um eine systematisch-theologische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit den philosophisch-theologischen Argumenten von John Hick basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der epistemologischen Grundlagen (u.a. Kant-Rezeption), die Analyse der pluralistischen Hypothese sowie die daraus resultierende Kritik am traditionellen christologischen Dogma.
Die wesentlichen Begriffe sind Religionstheologie, Pluralismus, Wirklichkeit an sich, Kopernikanische Wende, Christologie und der interreligiöse Dialog.
Hick versteht dogmatische Aussagen über die Inkarnation nicht als wörtliche Tatsachenbehauptungen, sondern als mythologische oder metaphorische Ausdrucksformen einer religiösen Erfahrung.
Sie dient Hick dazu, die letztendliche göttliche Wirklichkeit (noumenon) von den historisch und kulturell bedingten Wahrnehmungen dieser Wirklichkeit (phainomena) zu trennen, um so die Vielfalt der Religionen pluralistisch zu begründen.
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