Masterarbeit, 2010
78 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Dilemma-Spiele
2.1 Das Gefangenen-Dilemma
2.2 Das Centipede Game
2.2.1 Das Centipede Game von McKelvey und Palfrey
2.2.2 Das Centipede Game mit Schachspielern
3 Verhandlungs-Spiele
3.1 Das Diktator-Spiel
3.2 Das Ultimatum-Spiel
3.2.1 Experten im Ultimatum-Spiel?
3.2.1.1 Kulturbedingte Experten
3.2.1.2 Bildungsstandbedingte Experten
3.2.2 Informationsgehalt im Ultimatum-Spiel
3.2.3 Mehrpersonen Ultimatum-Spiel
3.2.4 „Bäume“ statt verbale Erklärungen
3.2.5 Das Freedom to Veto Spiel
3.3 Das Rubinstein-Spiel
4 Soziale Präferenzen
4.1 Der Fairness-Aspekt
4.2 Ungleichheitsaversion
4.2.1 Das Fehr-Schmidt Modell
4.2.2 Das Modell von Bolton und Ockenfels
4.3 Alternative Ansätze
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen den Vorhersagen der klassischen Spieltheorie (Rational Choice) und den tatsächlich in Experimenten beobachteten Ergebnissen bei Verhandlungs- und Dilemma-Spielen. Ziel ist es, diese Abweichungen durch psychologische Faktoren, soziale Präferenzen und Lerneffekte zu erklären und zu analysieren, unter welchen Bedingungen theorienähere Ergebnisse erzielt werden.
3.2.1 Experten im Ultimatum-Spiel?
Die bestehende Diskrepanz zwischen Theorie und Empirie im Ultimatum-Game hat Tabelle 3.2 illustriert, demnach zum einen nahezu keine Gebote kleiner als 20% existieren und zum anderen liegt das Modalgebot zwischen 40% und 50%. Eine weitere Diskrepanz liegt in der relativ hohen Ablehnungswahrscheinlichkeit positiver Angebote seitens der Responder. In diesem Abschnitt werde ich anhand zweier ausgewählter Charakteristika versuchen, theorienähere Resultate im UG zu erzielen. Hierbei werde ich im ersten Teil untersuchen, ob „kulturelle Unterschiede“ zu veränderten Verhaltensweisen im UG führen. Der zweite Abschnitt wird sich mit Unterschieden bzgl. des „Bildungsstandes“ der Probanden beschäftigen.
1 Einleitung: Vorstellung der Diskrepanz zwischen Rational-Choice-Vorhersagen und experimentellen Beobachtungen in Verhandlungs-Spielen, sowie Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2 Dilemma-Spiele: Untersuchung des Gefangenen-Dilemmas und des Centipede Games unter besonderer Berücksichtigung der Frage, inwiefern Expertise (z.B. Schachspieler) theorienäheres Verhalten fördern kann.
3 Verhandlungs-Spiele: Detaillierte Analyse des Diktator-, Ultimatum- und Rubinstein-Spiels, inklusive der Auswirkungen von Informationsasymmetrien, Mehrpersonen-Situationen und der Darstellungsweise von Spielregeln.
4 Soziale Präferenzen: Erörterung der Einflüsse von Fairness, Ungleichheitsaversion (Fehr-Schmidt- und Bolton-Ockenfels-Modelle) sowie psychologischen Faktoren auf das menschliche Entscheidungsverhalten.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse, dass Menschen nicht rein materiell motiviert sind und Theorien zur Erklärung dieser Abweichungen (searching for meanings) an Bedeutung gewinnen.
Spieltheorie, Ultimatum-Spiel, Diktator-Spiel, Gefangenen-Dilemma, Rational Choice, Fairness, Ungleichheitsaversion, Verhandlungsspiele, Experimentelle Wirtschaftsforschung, Reziprozität, Nash-Gleichgewicht, Strategische Interaktion, Experten, Informationsasymmetrie, Nutzenfunktion.
Die Arbeit analysiert die systematischen Abweichungen zwischen spieltheoretischen Modellen und dem tatsächlich beobachteten Verhalten in strategischen Experimenten, insbesondere in Verhandlungs- und Dilemma-Spielen.
Die zentralen Themen umfassen Verhandlungsanomalien, den Einfluss von sozialen Präferenzen, die Rolle von Expertenwissen und die Bedeutung der Informationslage in strategischen Situationen.
Das Hauptziel besteht darin, die Diskrepanz zwischen Theorie und Empirie quantitativ und qualitativ zu erfassen und zu erklären, warum sich Akteure oft nicht gemäß der "Rational Choice"-Annahmen verhalten.
Neben einer fundierten Literaturanalyse basiert die Arbeit auf eigenen experimentellen Studien (UG und Rubinstein-Spiel) sowie der statistischen Auswertung dieser Daten mittels des Mann-Whitney-U-Tests.
Der Hauptteil deckt verschiedene Spieltypen ab, von klassischen Dilemma-Spielen bis hin zu komplexen Verhandlungsmodellen, und untersucht Faktoren wie kulturelle Unterschiede, Bildungsstand, Informationsgehalt und das Verständnis von Spielbäumen.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Verhandlungs-Spiele, Fairness, Ungleichheitsaversion, Rational Choice und experimentelle Wirtschaftsforschung geprägt.
Es zeigt sich, dass Probanden mit höherem theoretischem Hintergrundwissen (Experten) oder spezifischem Training häufiger theorienähere Entscheidungen treffen als Nicht-Experten.
Die Arbeit zeigt auf, dass die visuelle Präsentation durch Spielbäume anstatt rein verbaler Instruktionen das Verhalten der Akteure signifikant in Richtung der spieltheoretischen Vorhersagen lenken kann.
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