Magisterarbeit, 2010
126 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Geschichte: Eine Nation entsteht
3. Die politische Entwicklung in den 50er- und 60er Jahren
3.1. Die Beziehung zu den Nachbarstaaten
3.1.1. Ein Zwerg zwischen zwei Riesen
3.1.2. Das indische Hilfsprogramm
3.2. Erste politische Reformen
3.2.1. Der erste Schritt zur Demokratie: Die Gründung der Nationalversammlung
3.2.2. Weitere Reformen des Staatswesens
3.2.3. Die ersten zwei Fünf-Jahres-Pläne
4. Exkurs Entwicklungspolitik
5. Gross National Happiness oder das Bruttoglücksprodukt
5.1. Was ist Glück und wie lässt es sich messen?
5.2. Wie definiert Bhutan sein Glück?
5.3. Human Development
5.4. Leitprinzipien der bhutanischen Entwicklungsstrategie
6. Die 70er Jahre, Öffnung nach Außen und Internationalisierung
7. Der ethnische Konflikt
7.1. Die Ausgangslage
7.2. Die bhutanische Staatsbürgerschaft
7.3. Driglam Namzha
7.4. Radikalisierung und Massenausbürgerung
7.5. Internationale Reaktionen und Lösungsvorschläge
8. Wirtschaft
8.1. Nachhaltigkeit als Voraussetzung für Wirtschaftswachstum
8.2. Nachhaltiger Tourismus als Beispiel für eine prosperierende Wirtschaft
9. Bildungs- und Gesundheitswesen
9.1. Bildungswesen
9.2. Hygiene und Gesundheit
10. Gesellschaftliche Entwicklung
10.1. Soziale Veränderungen und Bewahrung der Kultur
10.2. Gleichberechtigung
11. Good Governance
11.1. Vom Königreich zur Demokratie
11.2. Die Verfassung
11.3. Die Wahlen
12. Fazit
Diese Magisterarbeit analysiert die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung Bhutans in den letzten sechs Jahrzehnten und untersucht dabei kritisch die Rolle sowie die Wirksamkeit der internationalen Entwicklungszusammenarbeit beim Modernisierungsprozess des Königreichs.
3.1.2. Das indische Hilfsprogramm
Seit dem Verlust der fruchtbaren Tiefebenen nach dem britisch-bhutanischen Krieg 1864-65 erhielt Bhutan eine regelmäßig erhöhte jährliche finanzielle Zuwendung von Indien als Ausgleichszahlung. Diese war an keine Vorgaben geknüpft und floss direkt in die Staatskasse. Somit könnte man diese Hilfe als generelle Budgethilfe ansehen, wie sie seit einigen Jahren von den Geberländern in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit als Instrument der Entwicklungshilfe eingesetzt wird.
Die indische Finanzhilfe wurde von ursprünglich 25.000 Rupien (Rs) 1865 in regelmäßigen Neuverhandlungen auf 50.000, 100.000 1910, bis Rs 500.000 1949 erhöht. Durch die kriegerischen Handlungen mit China vorsichtig geworden, entschied sich die indische Regierung in den 60er Jahren erstmals, eine Zusatzhilfe für militärische Zwecke bereit zu stellen.
Ohne die indische Finanzhilfe wäre Bhutan tatsächlich sehr in Bedrängnis geraten, denn der traditionelle Handel mit Tibet wurde nach dessen vollständiger Annexion durch China von bhutanischer Seite total abgebrochen. Kurz zuvor hatte Indien ein offizielles Handelsembargo gegen Tibet verhängt. Da bis dato jedoch nach Indien noch kein ausreichendes Wegenetz bestand, konnten die Ausfälle in den ersten Jahren bei Weitem nicht durch die neue Ausrichtung kompensiert werden. Der Bau einer Autobahn nach Indien hatte deshalb absolute Priorität, sowohl für Bhutan als auch für die indische Armee, die auf Nachschub aus Indien angewiesen war. Diese erste Straßenverbindung nach Indien konnte 1962 eröffnet werden. Zum Bau der Straße wurde ein eigenes Arbeitsgesetz erlassen, das jede Familie verpflichtete, für jedes erwachsene Mitglied 23 Tage Arbeitsleistung zu erbringen – entweder von ein und demselben Familienmitglied oder abwechselnd. Solche unentgeltliche Arbeit für Großprojekte gehörte in Bhutan seit jeher zu den Abgaben, die an das Königshaus geleistet werden mussten. Auch die Klöster hatten das Recht auf diesen Tribut und nutzten ihn ausgiebig, wenn ein Neubau oder eine Renovierung anstand. Bis in die Sechzigerjahre waren Abgaben in Form von Naturalien die übliche Steuerleistung des Volkes an Königshaus und Klöster. Diese konnten teilweise bis zu 50% der bäuerlichen Ernte ausmachen.
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über das unbekannte Bergland Bhutan, die Relevanz der Entwicklungszusammenarbeit und die Struktur der Arbeit.
2. Geschichte: Eine Nation entsteht: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und Nationsbildung Bhutans vom 7. Jahrhundert bis zur Gründung der Erbmonarchie.
3. Die politische Entwicklung in den 50er- und 60er Jahren: Das Kapitel beschreibt die ersten politischen Reformschritte unter König Jigme Dorje Wangchuck und die kritische Abhängigkeit von Indien.
4. Exkurs Entwicklungspolitik: Dieser Abschnitt bietet einen theoretischen Überblick über die internationale Entwicklungspolitik, deren Motive und Problematiken.
5. Gross National Happiness oder das Bruttoglücksprodukt: Die Vorstellung des bhutanischen Konzepts der Lebensqualität als Alternative zu reinem Wirtschaftswachstum.
6. Die 70er Jahre, Öffnung nach Außen und Internationalisierung: Analyse der Öffnung des Landes für Touristen und der zunehmenden Integration in internationale Strukturen.
7. Der ethnische Konflikt: Darstellung der Spannungen zwischen der Drukpa-Mehrheit und der Lhotshampa-Minderheit und deren Folgen.
8. Wirtschaft: Untersuchung des wirtschaftlichen Aufbaus, der Industrialisierung und der Bedeutung des Tourismus als nachhaltige Einnahmequelle.
9. Bildungs- und Gesundheitswesen: Dokumentation der massiven Fortschritte beim Aufbau der Basisinfrastruktur im sozialen Bereich.
10. Gesellschaftliche Entwicklung: Analyse des soziokulturellen Wandels im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.
11. Good Governance: Zusammenfassung des einzigartigen Demokratisierungsprozesses vom Königreich zur konstitutionellen Monarchie.
12. Fazit: Eine abschließende Synthese, die die Wirksamkeit der bhutanischen Entwicklungsstrategie unter Berücksichtigung der externen Hilfe bewertet.
Bhutan, Entwicklungspolitik, Gross National Happiness, Bruttoglücksprodukt, Demokratisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Lhotshampas, Tradition, Modernisierung, Infrastruktur, Good Governance, Indien, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit beleuchtet die politische, wirtschaftliche und soziale Transformation des Königreichs Bhutan in den letzten 60 Jahren und analysiert, wie das Land den Modernisierungsprozess im Kontext der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gestaltet hat.
Zu den Schwerpunkten gehören der Aufbau staatlicher Strukturen, die Einführung des Konzepts des Bruttonationalglücks, der Umgang mit ethnischen Minderheiten, der wirtschaftliche Wandel sowie der bemerkenswerte Übergang von einer absoluten Monarchie zu einer Demokratie.
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die internationale Entwicklungszusammenarbeit an den Fortschritten des Landes beteiligt war und ob eine selbstbestimmte Entwicklung trotz externer Hilfe möglich war.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Analyse von offiziellen Regierungsdokumenten, historischen Berichten sowie politikwissenschaftlicher Fachliteratur, ergänzt durch die Auswertung internationaler Statistiken.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Vorstellung der bhutanischen Entwicklungsprinzipien, die Untersuchung sozioökonomischer Sektoren und eine eingehende Betrachtung der Good Governance und des Demokratisierungsprozesses.
Die zentralen Begriffe sind: Bhutan, Gross National Happiness, Entwicklungszusammenarbeit, Demokratisierung, Tradition, Nachhaltigkeit und soziale Transformation.
Der Erfolg wird nicht primär am Wirtschaftswachstum gemessen, sondern an der Umsetzung der sechs Säulen der Entwicklungsstrategie, darunter kulturelle Identität, nachhaltige Wirtschaft, gute Regierungsführung und menschliches Wohlbefinden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Bhutan trotz internationaler Unterstützung einen sehr eigenständigen, vorausschauenden Weg gegangen ist, bei dem nationale Interessen und Traditionen erfolgreich mit modernen Anforderungen verknüpft wurden.
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