Seminararbeit, 2009
22 Seiten, Note: 3,0
1. EINLEITUNG
2. DIE GESCHICHTE DES AGATHON
2.1 Einordnung in die Zeit der Aufklärung und das Genre des Romans
2.2 Wielands Agathon
3. WIELANDS AGATHON UND DER BEZUG ZU ANDEREN AUTOREN
3.1 Fielding und Wielands Agathon
3.2 Blanckenburg und Wielands Agathon
3.3 Shaftesbury und Wielands Agathon
4. SCHLUSSGEDANKEN
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Poetik des anthropologischen Romans der Aufklärung am Beispiel von Christoph Martin Wielands Werk „Geschichte des Agathon“. Ziel ist es, die spezifische Funktion und Struktur dieses Romans sowie dessen Einordnung in den literaturhistorischen Kontext aufzuarbeiten, indem Wielands Werk in Bezug zu einflussreichen zeitgenössischen Autoren und Theoretikern gesetzt wird.
3.1 Fielding und Wielands Agathon
Die Entwicklungslinie der modernen Erzählkunst, die eher eine „mehr gegen die Torheit als gegen das Laster gerichtete Möglichkeit, den Roman zum Bildungsinstrument auszugestalten“ (RuE, Seite 26) ist, geht hauptsächlich von HENRY FIELDING (1707-1784) aus. Dieser schrieb den ersten realhistorischen Roman der englischen Literatur. [Vgl. DUDEN, S.227] Genau dieser Punkt machte FIELDING zu einem wesentlichen Vorbild für WIELAND und sein Schaffen.
Die „Geschichte des Agathon“ ist ja wie vorher beschrieben dem aufklärerischen Bildungsroman verpflichtet. Dort existiert dann auch, in einigen ausgewählten Werken FIELDINGs, eine Verständigungsgemeinschaft zwischen dem Leser und dem Erzähler. Dies war bereits unschwer durch die zahlreichen Beispiele, welche in den vorhergehenden Kapiteln Erwähnung fanden, zu erkennen.
„Der Herausgeber der gegenwärtigen Geschichte sehet so wenig Wahrscheinlichkeit vor sich, das Publicum überreden zu können, daß sie in der Tat aus einem alten Griechischen Manuskript gezogen sei; daß er am besten zu tun glaubt, über diesen Punkt gar nichts zu sagen, und dem Leser zu überlassen, davon zu denken, was er will.“ (GdA, S. 28)
Laut WIELAND versteht man „unter der Wahrscheinlichkeit einer Geschichte, dass sie als mögliches Geschehen aufgefasst werden kann und nicht im Widerspruch zur Erfahrung steht“ (RuE, S. 29). Er begreift außerdem „die menschliche Natur als eine sich vielfältige Einheit“ und zielt „darauf ab, den »Karakter« des Titelhelden »in einem mannigfaltigen Lichte und von allen Seiten bekannt zu machen«“ (RuE, S. 29).
1. EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Themenwahl im Kontext der Vorlesung zur Theorie des Romans und grenzt das Untersuchungsfeld auf die erste Fassung von Wielands „Geschichte des Agathon“ ein.
2. DIE GESCHICHTE DES AGATHON: Dieses Kapitel verortet das Werk in der Epoche der Aufklärung, definiert den Begriff des Bildungsromans und arbeitet die spezifischen Intentionen Wielands heraus.
3. WIELANDS AGATHON UND DER BEZUG ZU ANDEREN AUTOREN: In drei Unterkapiteln wird das Werk mit den Theorien von Henry Fielding, Christian Friedrich von Blanckenburg und Shaftesbury kontrastiert, um Wielands Poetik zu schärfen.
4. SCHLUSSGEDANKEN: Die Arbeit resümiert, dass Wieland durch seine Erzählweise den Leser aktiv in den Bildungsprozess einbezieht und das Werk zurecht als ersten großen Bildungsroman der deutschen Literatur betrachtet wird.
Aufklärung, Christoph Martin Wieland, Geschichte des Agathon, Bildungsroman, Literaturwissenschaft, Erzähltheorie, Menschenbild, Henry Fielding, Christian Friedrich von Blanckenburg, Shaftesbury, Realitätsanspruch, Vernunft, Romanpoetik, Epik, Literaturgeschichte.
Die Arbeit analysiert die Poetik des anthropologischen Romans der Aufklärung am Beispiel von Christoph Martin Wielands Werk „Geschichte des Agathon“ (1766/67).
Im Zentrum stehen die Einordnung des Romans in das 18. Jahrhundert, die Funktion des Bildungsromans sowie der Einfluss von Zeitgenossen auf Wielands theoretisches Verständnis.
Das Ziel ist es, Wielands Roman als ein zentrales Werk der Aufklärung darzustellen, das sich durch einen spezifischen Wahrheitsanspruch und eine gezielte Leserlenkung auszeichnet.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Werk in einen intertextuellen Kontext setzt und Vergleiche mit theoretischen Positionen führender zeitgenössischer Autoren zieht.
Der Hauptteil befasst sich mit der geschichtlichen Einordnung, der literarischen Gattung des Bildungsromans und den spezifischen Einflüssen von Fielding, Blanckenburg und Shaftesbury auf das Agathon-Projekt.
Zu den prägenden Begriffen gehören Bildungsroman, Aufklärung, Erzählstruktur, Anthropologie, Individualcharakter, Wahrscheinlichkeit und literarische Vorbildfunktion.
Wieland versteht darunter, dass eine Geschichte als ein mögliches Geschehen aufgefasst werden kann, welches nicht im Widerspruch zu den menschlichen Erfahrungen steht.
Der Vorbericht dient als entscheidendes Element zur Leserlenkung; er gibt einen Umriss der Zielsetzung des Autors und etabliert den Wahrheitsanspruch des erzählten Stoffes.
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