Bachelorarbeit, 2013
60 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN DES PRIVATE EQUITY
2.1 Begriffsbestimmungen und Abgrenzung von Private Equity
2.2 Buyout-Formen bei Private Equity Beteiligungen
2.3 Private Equity Prozesse
2.3.1 Zeitlicher Ablauf eines Private Equity Investments
2.3.2 Ausstiegszenarien
3 EINFLUSSNAHME DER PRIVATE EQUITY GESELLSCHAFT AUF IHRE BETEILIGUNGEN
3.1 Direkte Beeinflussung der Wertschöpfungskette
3.1.1 Strategie- und Geschäftsentwicklung
3.1.2 Finanz- und Vermögensmanagement
3.1.3 Operative Geschäftsprozesse
3.2 Indirekte Beeinflussung der Wertschöpfungskette
3.2.1 Governance
3.2.2 Managementinfrastruktur
3.2.3 Struktur und Fertigkeiten des Topmanagements
4 ERFOLGSENTWICKLUNG BEI PRIVATE EQUITY BETEILIGUNGEN
4.1. Erfolg im engeren Sinne
4.1.1 Kurzfristiger Erfolg
4.1.2 Langfristiger Erfolg
4.2 Erfolg im weiteren Sinne
4.2.1 Qualität der Managementprozesse
4.2.2 Qualität der operativen Geschäftsprozesse
5 PRIVATE EQUITY - EINE PRAXISBETRACHTUNG
5.1 Positive Praxisbeispiele
5.1.1 SHW (Schwäbische Hüttenwerke) AG
5.1.2 Adler Modemärkte AG
5.1.3 Berentzen-Gruppe AG
5.2 Negative Praxisbeispiele
5.2.1 Edscha Holding GmbH
5.2.2 Deutsche Woolworth GmbH
5.2.3 Neckermann.de GmbH
6 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Private-Equity-Beteiligungen auf Unternehmen, mit dem Ziel, die ambivalente Wahrnehmung der Branche („Fluch oder Segen“) wissenschaftlich zu hinterfragen. Dabei wird analysiert, inwieweit Investoren durch direkte und indirekte Eingriffe in die Wertschöpfungskette und Managementstrukturen den Unternehmenserfolg beeinflussen können.
1 Einleitung
„I like being able to fire people who provide services to me.“1 Mitt Romney - Januar 2012
Bereits 2005 entstand in Deutschland die sogenannte Heuschreckendebatte, als der SPD - Politiker und damalige Parteivorsitzende Franz Müntefering eine breite Diskussion über ausländische Kapitalbeteiligungsgesellschaften eröffnete. In der deutschen Gesellschaft war der Begriff Private Equity bis dahin nur in Fachkreisen bekannt, doch durch den deutschen Sozialdemokraten wurde diese Art des Investments schlagartig in die Öffentlichkeit katapultiert.2 Münteferings Äußerung in der Bild am Sonntag am 17. April 2005 („Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“3) erfolgte aufgrund des Abbaus von 1.500 Arbeitsplätzen durch den Sanitär- und Küchenarmaturenhersteller Grohe AG.4
1 EINLEITUNG: Einführung in die öffentliche Wahrnehmung von Private Equity und Darstellung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 GRUNDLAGEN DES PRIVATE EQUITY: Definition und Abgrenzung von Private Equity sowie Erläuterung der Buyout-Formen und der Investitionsprozesse.
3 EINFLUSSNAHME DER PRIVATE EQUITY GESELLSCHAFT AUF IHRE BETEILIGUNGEN: Untersuchung der direkten und indirekten Eingriffsmöglichkeiten in die Wertschöpfungskette und Managementstrukturen von Portfoliounternehmen.
4 ERFOLGSENTWICKLUNG BEI PRIVATE EQUITY BETEILIGUNGEN: Analyse der finanziellen Erfolgskriterien sowie qualitativer Faktoren wie Management- und Prozessoptimierung.
5 PRIVATE EQUITY - EINE PRAXISBETRACHTUNG: Fallstudien zu verschiedenen Private-Equity-Investitionen, differenziert nach erfolgreichen Beispielen und Krisenfällen.
6 FAZIT: Zusammenfassende Würdigung der Untersuchungsergebnisse und Einordnung der Bedeutung von Private Equity für die deutsche Unternehmenslandschaft.
Private Equity, Buyout, Wertschöpfungskette, Unternehmensbeteiligung, Venture Capital, Leveraged Buyout, Turnaround, Governance, Management, Restrukturierung, Finanzinvestoren, Unternehmenskrise, Eigenkapital, Rendite, Praxisbetrachtung.
Die Arbeit befasst sich mit der ambivalenten Rolle von Private-Equity-Gesellschaften bei Unternehmensbeteiligungen und untersucht, ob diese Investitionen eher als „Fluch“ oder „Segen“ für die Unternehmen zu betrachten sind.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Private Equity, die Methoden der Einflussnahme auf die Wertschöpfungskette, die Messung des Unternehmenserfolgs sowie der Vergleich von positiven und negativen Praxisbeispielen.
Das Ziel ist es, die Pauschalkritik an der Private-Equity-Branche wissenschaftlich zu prüfen und aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen solche Investitionen den Unternehmenserfolg nachhaltig fördern können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Praxisbetrachtung anhand von Fallstudien (u.a. SHW AG, Adler Modemärkte AG, Berentzen-Gruppe, Edscha, Woolworth, Neckermann.de).
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die detaillierte Analyse der direkten und indirekten Einflussnahme auf die Geschäftsprozesse und das Management sowie die Erfolgsentwicklung bei Beteiligungen.
Wichtige Begriffe sind Private Equity, Buyout, Wertschöpfungskette, Restrukturierung, Governance, Management, Finanzinvestoren und Unternehmenskrise.
Der Autor zeigt auf, dass Private-Equity-Gesellschaften häufig das Topmanagement austauschen oder neu strukturieren, um eine effizientere Ausrichtung und eine stärkere Interessenidentität mit den Eigentümern (Governance) zu erreichen.
Die SHW AG wird als positives Beispiel für einen erfolgreichen Turnaround durch einen Private-Equity-Investor angeführt, bei dem trotz notwendiger Restrukturierungen langfristig die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und Arbeitsplätze gesichert wurden.
Diese Unternehmen sind Beispiele für ein Scheitern nach Private-Equity-Engagement, häufig bedingt durch eine zu hohe Verschuldung (Leveraged Buyout) in schwierigen Marktumfeldern sowie strategische Fehleinschätzungen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine pauschale Verurteilung der Branche nicht gerechtfertigt ist, da die Auswirkungen von der Arbeitsweise des jeweiligen Investors und den individuellen Gegebenheiten des Zielunternehmens abhängen.
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