Masterarbeit, 2009
142 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen des Religionsunterrichtes an berufsbildenden Schulen
2.1 Kirchliche Verlautbarungen zum katholischen Religionsunterricht
2.2 Bildungsstandards und Kerncurricula
2.3 Rahmenrichtlinien statt Bildungsstandards
2.4 Grundlegende Orientierungen – ein Resümee
3. Lebensorientierungen, Werte und Religiosität Jugendlicher im Spiegel empirischer Jugendforschung
3.1 Shell Jugendstudie 2006
3.2 Sinus-Jugend-Studie U27: „Wie ticken Jugendliche?“
3.3 „Feige-Gennerich-Studie“ zu Lebens- und Wertorientierungen Jugendlicher
3.3.1 Forschungsumfang und -bandbreite
3.3.2 Forschungsdesign und -methodologie
3.3.3 Forschungsauswertung und -dokumentation
4. Ergebnisse und Konsequenzen der „Feige-Gennerich-Studie“ für den Religionsunterricht an gewerblich-technischen berufsbildenden Schulen
4.1 Jugendliche im gewerblich-technischen Ausbildungssegment
4.2 Wertorientierungen Jugendlicher
4.3 Beziehungen und Gemeinschaft als Basis
4.4 Bedeutung von Religion und Religiosität
4.5 Ordnung der „Welt“ – der weltanschaulich-theologische Bereich
4.5.1 Lebenslauf – Lebenssinn – und nach dem Tod?
4.5.2 Entstehung der Welt: Schöpfung oder Zufallsprodukt?
5. Die „Feige-Gennerich-Studie“ – Leitorientierung für den Religionsunterricht im gewerblich-technischen Ausbildungsbereich
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Ergebnisse der „Feige-Gennerich-Studie“ hinsichtlich ihrer Bedeutung und Konsequenzen für den katholischen Religionsunterricht, spezifisch fokussiert auf den gewerblich-technischen Bereich an berufsbildenden Schulen, um Lehrkräften praxisorientierte Unterstützung bei der Gestaltung eines lebensweltorientierten Unterrichts zu bieten.
4.1 Jugendliche im gewerblich-technischen Ausbildungssegment
Die Lebensphase der Jugend, als Verhaltensphase des Menschen zwischen der Rolle des Kindes und der noch nicht übernommenen Rolle des Erwachsenen als vollgültiger Träger der sozialen Institutionen, stellt in vielerlei Hinsicht besondere Anforderungen an Jugendliche. Es gilt einen Konsens zwischen den normativen Anforderungen der Gesellschaft und der Orientierung zur Bildung einer eigenen Identität zu finden, in einer Phase des Aufbaus von tieferen, zwischenmenschlichen Beziehungen beiderlei Geschlechts, der Loslösung vom Elternhaus und der Entwicklung einer eigenen Weltanschauung, die u. a. die Werteorientierung festlegt, nach der das eigene Verhalten ausgerichtet wird.
Für die Umwelt, der die Aufgabe zukommt, den Jugendlichen entsprechende Angebote zur möglichen Identitätsbildung zur Verfügung zu stellen, stellt sich die Problematik einer hohen Ungleichzeitigkeit der Lebensverläufe dieser Jugendlichen. Einen objektiven Rahmen zur Verfügung zu stellen ist quasi unmöglich, was im Übrigen auch für den Religionsunterricht in dieser Altersgruppe Geltung hat. Die Folge ist eine hochexperimentale Phase, in der hinsichtlich der Identitätsbildung und Selbstfindung Jugendlicher vieles ausprobiert und ausgelotet wird.
1. Einleitung: Darstellung der Herausforderungen an den Religionsunterricht angesichts gesellschaftlicher Pluralität und der Notwendigkeit, Jugendliche in ihrer spezifischen Lebenswelt zu erreichen.
2. Grundlagen des Religionsunterrichtes an berufsbildenden Schulen: Erörterung der gesetzlichen und kirchlichen Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht sowie eine Zusammenfassung der zentralen didaktischen Aufgaben.
3. Lebensorientierungen, Werte und Religiosität Jugendlicher im Spiegel empirischer Jugendforschung: Überblick über relevante Jugendstudien (Shell, Sinus) und detaillierte Vorstellung der methodischen Ausrichtung der Feige-Gennerich-Studie.
4. Ergebnisse und Konsequenzen der „Feige-Gennerich-Studie“ für den Religionsunterricht an gewerblich-technischen berufsbildenden Schulen: Analyse der Studienergebnisse mit Fokus auf die Zielgruppe der gewerblich-technischen Berufsschüler und Ableitung praxisnaher didaktischer Konsequenzen.
5. Die „Feige-Gennerich-Studie“ – Leitorientierung für den Religionsunterricht im gewerblich-technischen Ausbildungsbereich: Abschließende Synthese der Erkenntnisse und Einordnung der Ergebnisse als Orientierungshilfe für die Gestaltung des Religionsunterrichts.
Religionsunterricht, Berufsbildende Schulen, Feige-Gennerich-Studie, Lebensorientierungen, Wertorientierungen, Religiosität, Jugendliche, Identitätsbildung, Gewerblich-technischer Bereich, Alltagsethik, Jugendforschung, Religionspädagogik, Lebensweltorientierung, Beziehungsorientierung, Selbstorientierung.
Die Arbeit untersucht, wie die Erkenntnisse der „Feige-Gennerich-Studie“ zu Lebens- und Wertorientierungen genutzt werden können, um den katholischen Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen, speziell im gewerblich-technischen Segment, adressatengerecht und lebensnah zu gestalten.
Die Studie beleuchtet schwerpunktmäßig die Bereiche Wertorientierungen, die Bedeutung von Beziehungen und Gemeinschaft, das Verständnis von Religion und Religiosität sowie weltanschauliche Fragen wie Lebenssinn, Tod und Weltentstehung.
Ziel ist es, Religionslehrkräften durch eine fundierte Analyse der Studienergebnisse praxisorientierte Hilfestellungen zu geben, um den Unterricht im Spannungsfeld schwindender religiöser Sozialisation und hoher gesellschaftlicher Anforderungen erfolgreich zu bewältigen.
Die Studie nutzt einen wissenssoziologisch-hermeneutischen Ansatz, bei dem mittels einer computergestützten Befragung („Was ist mir wichtig im Leben?“) und anschließender Wertefeld-Clusteranalyse die Einstellungen Jugendlicher empirisch erfasst werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen, die Vorstellung der empirischen Jugendforschung, die detaillierte Auswertung der Feige-Gennerich-Studie hinsichtlich verschiedener Wertefelder und die Ableitung konkreter didaktischer Konsequenzen für den gewerblich-technischen Bereich.
Neben dem zentralen Fokus auf den Religionsunterricht prägen Begriffe wie Identitätsbildung, Wertorientierungen, Jugendliche im gewerblich-technischen Bereich und der Anspruch einer lebensweltorientierten Didaktik die Arbeit.
Die Jugendlichen verbinden „Sünde“ vorrangig nicht mit religiösen, sondern mit anthropozentrischen Kategorien, vor allem als Verletzung von zwischenmenschlichen Beziehungen und Spielregeln im sozialen Nahbereich.
Diese Schülergruppe ist durch eine hohe Selbstorientierung, eine ausgeprägte Distanz zu transzendenten Themen, eine überwiegend männliche Zusammensetzung und eine teilweise geringere kommunikative Vertrautheit mit religiöser Sprache geprägt.
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