Diplomarbeit, 2012
110 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Vorgehensweise
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Vom Unternehmer zum Entrepreneur – Annäherung an eine Definition
2.1.1 Der Unternehmer in der ökonomischen Theorie
2.1.2 Der Unternehmer als Entrepreneur
2.2 Ethnische Ökonomie und begriffliche Abgrenzungen
2.2.1 Definition der Ethnie
2.2.2 Ethnische Entrepreneure
2.2.3 Ethnic Entrepreneurship und Ethnische Ökonomie
2.2.4 Ethnic Business
2.2.5 Immigrant Business (Migrantenökonomie)
2.2.6 Ethnische Enklavenökonomie
2.2.7 Ethnische Nischenökonomie
2.2.8 Ausländische Selbstständigkeit
3. Forschungsstand zum Ethnischen Entrepreneurship im deutschsprachigen Raum
3.1 Forschungsstand in der BRD
3.2 Forschungsstand in der Schweiz
3.3 Forschungsstand in Österreich
4. Erklärungsansätze im Ethnischen Entrepreneurship
4.1 Middleman Minority Ansatz
4.2 Kulturmodell
4.3 Ressourcenmodell
4.4 Nischenmodell
4.5 Reaktionsmodell
4.6 Interaktionsmodell
4.7 Neue Ansätze: Mix-Embeddedness und die Push- und Pull-Faktoren
5. Entrepreneure der türkischen Ethnie in Deutschland
5.1 Migration der türkischen Ethnie
5.2 Struktur und Merkmale der türkischen Bevölkerung
5.3 Türkische Selbstständige: eine Bestandsaufnahme der ersten und zweiten Generation
6. Türkische Selbstständige der ersten und zweiten Generation in Kassel
6.1 Methodik und Vorgehensweise
6.2 Untersuchungsregion
6.3 Ergebnisse und Analyse
6.3.1 Persönliche Merkmale
6.3.2 Betriebliche Merkmale
6.3.3 Gründungsrelevante Merkmale
6.3.4 Kulturelle Merkmale
6.4 Generationsspezifischer Erklärungsansatz
7. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Selbstständigkeit türkischstämmiger Entrepreneure der ersten und zweiten Generation im Raum Kassel. Ziel ist es, auf Basis des Konzepts der ethnischen Ökonomie zu untersuchen, ob sich die Nachfolgegeneration beim Schritt in die Selbstständigkeit anders verhält als ihre Vorfahren oder ob sie ähnlichen Mustern folgt.
Definition Entrepreneur
Ein Entrepreneur schätzt die zukünftigen Kundenwünsche auf dem Markt ab. Er erkennt diese, indem er sein Wissen dazu nutzt neue Ideen und Innovationen zu schaffen. Er glaubt an sein Vorhaben, hat Mut sowie Leistungsbereitschaft und trägt allein das Risiko. Zur Realisierung seiner Ideen, Innovationen und Produkten gründet er ein Unternehmen. Er sorgt somit für das Zusammenkommen von Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Wenn er seine verfügbaren Ressourcen optimal koordiniert und zum Wohlwollen der Gemeinschaft beiträgt, bekommt er als Verdienst dafür sein Residualeinkommen. Der Entrepreneur ist somit anhand dieser Eigenschaften gleichzeitig Unternehmer. Die Gesamtheit aller Gründungen durch Entrepreneure wird als Entrepreneurship bzw. Unternehmensgründungen aufgefasst. Die Entrepreneurship-Forschung beschäftigt sich mit den Entrepreneuren, die durch die Gründung den Weg in die Selbstständigkeit zur Selbstverwirklichung gemacht haben.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Rückgang von Existenzgründungen in Deutschland bei gleichzeitigem Anstieg der Unternehmensgründungen durch Personen mit Migrationshintergrund, insbesondere aus der türkischstämmigen Bevölkerung.
2. Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Gründungsforschung wie Entrepreneur und Unternehmer sowie Konzepte der ethnischen Ökonomie wie Nischen- und Enklavenökonomie.
3. Forschungsstand zum Ethnischen Entrepreneurship im deutschsprachigen Raum: Hier erfolgt ein Überblick über bisherige Studien zur ethnischen Ökonomie in Deutschland, der Schweiz und Österreich, differenziert nach regionalen und inhaltlichen Schwerpunkten.
4. Erklärungsansätze im Ethnischen Entrepreneurship: Das Kapitel stellt theoretische Modelle vor, darunter das Middleman Minority Ansatz, das Kultur-, Ressourcen-, Nischen-, Reaktions- und Interaktionsmodell sowie neuere Ansätze wie Mix-Embeddedness.
5. Entrepreneure der türkischen Ethnie in Deutschland: Hier wird der historische Hintergrund der türkischen Arbeitsmigration und die sozio-demografische Struktur der türkischen Bevölkerung in Deutschland beleuchtet.
6. Türkische Selbstständige der ersten und zweiten Generation in Kassel: Dieser Abschnitt präsentiert die empirische Untersuchung in Kassel, einschließlich der Methodik, der Ergebnisse zu persönlichen und betrieblichen Merkmalen und der Entwicklung eines generationsspezifischen Erklärungsansatzes.
7. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Erkenntnisse der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungsalternativen und Forschungsfragen für türkische Entrepreneure der zweiten Generation.
Ethnische Ökonomie, Entrepreneurship, Türkische Selbstständige, Migrationshintergrund, Existenzgründung, Erste Generation, Zweite Generation, Kassel, Nischenökonomie, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Unternehmensgründung, Arbeitsmarktintegration, Beratungsresistenz, Humankapital.
Die Arbeit untersucht die Selbstständigkeit türkischstämmiger Personen im Raum Kassel und vergleicht dabei die erste Einwanderergeneration mit der in Deutschland aufgewachsenen zweiten Generation.
Zentrale Felder sind die Gründungsforschung bei Migranten, die Bedeutung ethnischer Ressourcen, der Vergleich von Push- und Pull-Motiven bei der Existenzgründung sowie die Rolle von Bildung und Integration.
Die Forschungsfrage lautet, ob sich die zweite Generation türkischstämmiger Selbstständiger in ihrem Verhalten und ihren Strategien von der ersten Generation unterscheidet oder ähnlichen Mustern folgt.
Es wurde eine Befragung von 45 türkischen Selbstständigen in Kassel durchgeführt, deren Ergebnisse mit bundesweiten Studien und theoretischen Modellen (wie dem Nischen- oder Interaktionsmodell) in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition der ethnischen Ökonomie und Gründungsmodelle sowie einen methodischen Teil, der die Daten der Umfrage in Kassel detailliert auswertet.
Wichtige Begriffe sind ethnische Ökonomie, Entrepreneurship, Migrationshintergrund, zweite Generation, Nischenökonomie, Push- und Pull-Faktoren sowie Arbeitsmarktintegration.
Die Studie zeigt, dass eine bessere Qualifikation der zweiten Generation den Zugang zu wissensintensiven Dienstleistungen erleichtert, während die erste Generation häufiger in traditionellen Branchen tätig ist.
Die Arbeit identifiziert eine gewisse Beratungsresistenz bei den befragten Unternehmern, die oft auf negativen Erfahrungen der Elterngeneration oder dem Vertrauen auf innerethische Netzwerke basiert.
Obwohl die zweite Generation besser integriert ist, zeigt die Studie, dass viele Gründer auch in der zweiten Generation (unfreiwillig) in Nischenmärkte gedrängt werden, um die spezifische Nachfrage ihrer eigenen Community zu bedienen.
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