Examensarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
0. Einleitung
1. Typisch Mädchen – typisch Junge?
1.1. Geschlechterzuschreibungen und Rollendifferenzierungen
1.2. Kindliche Wahrnehmung von Geschlechterzuschreibungen
1.3. Die Schule als Lern- und Gestaltungsraum kritischer Reflexion von Geschlechterstereotypen
1.4. Einfluss und Bedeutung der Lehrenden bei der Entwicklung und Hinterfragung von Geschlechterstereotypen
2. Das Bilderbuch und der kindliche Rezipient
2.1. Was ist ein Bilderbuch?
2.2. Funktionen des Bilderbuches
2.3. Das Bilderbuch als Fenster zur Welt
2.4. Welche Bilderbücher eignen sich zur Thematisierung von Geschlechterstereotypen mit Grundschulkindern?
2.5. Das Bilderbuch „Paul und die Puppen“
2.5.1 Inhaltliche Zusammenfassung
2.5.2. Inhaltliche Aspekte und ihre Bedeutung für eine (erste) kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen
3. Unterrichtssequenz zum Bilderbuch „Paul und die Puppen“
3.1. Vorüberlegungen zur Sequenz und zur Lerngruppe
3.2. Darstellung didaktisch-methodischer Entscheidungen
3.2.1. Tabellarische Sequenzplanung
3.2.2. Einordnung in den Rahmenplan
3.2.3. Begründung der Unterrichtssequenz und ihrer Strukturierung
4. Die einzelnen Unterrichtsstunden zum Bilderbuch „Paul und die Puppen“
4.1. Didaktisch-methodische Darstellung und Begründung der ersten Stunde
4.2. Reflexion der ersten Stunde
4.3. Didaktisch-methodische Darstellung und Begründung der zweiten Stunde
4.4. Reflexion der zweiten Stunde
4.5. Didaktisch-methodische Darstellung und Begründung der dritten Stunde
4.6. Reflexion der dritten Stunde
4.7. Didaktisch-methodische Darstellung und Begründung der vierten Stunde
4.8. Reflexion der vierten Stunde
4.9. Didaktisch-methodische Darstellung und Begründung der fünften Stunde
4.10. Reflexion der fünften Stunde
5. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Geschlechterstereotype die kindliche Entwicklung beeinflussen können und wie diese im Deutschunterricht der ersten Klasse durch den Einsatz eines geeigneten Bilderbuches kritisch reflektiert werden können, um eine geschlechtsunabhängige Persönlichkeitsentfaltung zu fördern.
2.5.2. Inhaltliche Aspekte und ihre Bedeutung für eine (erste) kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen
Die inhaltliche Fokussierung des Bilderbuches „Paul und die Puppen“ auf das Spielen an sich sowie auf das geschlechtsspezifische Spielverhalten der Kinder, als auch die gelungene bildliche Darstellung des Geschehens, dürfte es den kindlichen Lesern leicht machen, einen direkten Zugang zum Buch zu finden. Es ist zu vermuten, dass sich alle Kinder auf ihre Art mit Paul identifizieren können, obwohl er ein Junge ist. So haben möglicherweise einige Jungen ebenfalls bereits erlebt, dass an sie die Erwartung gestellt wird, sie müssten sich immer für Fußball interessieren. Andere haben vielleicht erfahren, dass Jungen (angeblich) nicht mit Puppen spielen oder sich verkleiden sollten. Wohingegen einige Mädchen sicherlich schon einmal gehört haben, dass Kämpfen und Roboter bauen (stellvertretend für die Beschäftigung mit technischen Dingen im Allgemeinen) doch nur etwas für Jungen sei.
Zudem spielen neben Paul auch die anderen Jungen und Mädchen im Buch eine wichtige Rolle, denn ihr Verhalten dürfte den meisten Kindern vertraut sein. Idealerweise finden sie sich in diesem selbst wieder oder erkennen „typische Spiele der Jungen“ sowie „typische Spiele der Mädchen“. Die kindlichen Rezipienten können hier also Erfahrungen wieder finden, die sie bereits selbst gemacht haben. Auch Widersprüchliches, wie die Freude an einem bestimmten Spiel bzw. Spielzeug und die Kommentierung von Erwachsenen „Das ist nichts für dich, denn du bist ein Junge/Mädchen“, womit sicherlich schon die meisten Kinder in Berührung gekommen sind, wird in „Paul und die Puppen“ offenbart. Zwar benennt die Autorin Missstände oder einseitige Zuschreibungen nie direkt, schafft es aber dennoch, sie so deutlich darzustellen, dass es für Kinder leicht sein dürfte, sie zu erkennen und zu begreifen.
0. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Auswirkungen einseitiger Geschlechterzuschreibungen auf die kindliche Entwicklung und stellt eine Unterrichtssequenz zur kritischen Auseinandersetzung mit diesen Rollenbildern vor.
1. Typisch Mädchen – typisch Junge?: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Hintergründe zu Geschlechterrollen, die kindliche Wahrnehmung dieser Zuschreibungen sowie die Verantwortung der Schule als Raum zur Reflexion.
2. Das Bilderbuch und der kindliche Rezipient: Es wird die didaktische Funktion von Bilderbüchern als Medium der Sozialisation untersucht und die Auswahl sowie inhaltliche Relevanz des Buches „Paul und die Puppen“ dargelegt.
3. Unterrichtssequenz zum Bilderbuch „Paul und die Puppen“: Dieses Kapitel erläutert die Planung und didaktisch-methodische Einordnung der Unterrichtsreihe, inklusive der Ziele für die Lerngruppe der ersten Klasse.
4. Die einzelnen Unterrichtsstunden zum Bilderbuch „Paul und die Puppen“: Die Durchführung der fünf Unterrichtsstunden wird detailliert dargestellt und jeweils kritisch reflektiert, um den Lernfortschritt der Schüler zu evaluieren.
5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Thematisierung von Geschlechterstereotypen durch das gewählte Bilderbuch erfolgreich zur Sensibilisierung der Schüler beitragen konnte.
Geschlechterstereotype, Rollendifferenzierung, Grundschule, Deutschunterricht, Bilderbuch, Paul und die Puppen, geschlechtsspezifisches Spielverhalten, Sozialisation, Identitätsfindung, Unterrichtssequenz, pädagogisches Handeln, Geschlechtergerechtigkeit, Medienkompetenz, Handlungsalternativen.
Die Arbeit untersucht, wie einseitige Geschlechterzuschreibungen die kindliche Entwicklung beeinflussen und wie Grundschullehrkräfte durch den Einsatz von Bilderbüchern helfen können, diese Stereotype kritisch zu hinterfragen.
Die zentralen Felder sind die Wahrnehmung von Geschlechterrollen bei Kindern im Grundschulalter, die Funktion von Literatur im Unterricht sowie die Rolle der Lehrperson als Vorbild und Moderator bei der Reflexion von Rollenmustern.
Das Ziel ist es, durch die Analyse und Erprobung einer Unterrichtssequenz aufzuzeigen, dass bereits Grundschüler der ersten Klasse durch ein kindgerechtes Medium wie das Bilderbuch „Paul und die Puppen“ für Geschlechterstereotype sensibilisiert und zur Reflexion angeregt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu geschlechtsspezifischer Sozialisation und Bilderbuchdidaktik, kombiniert mit einer praxisorientierten Fallstudie in Form einer selbst durchgeführten Unterrichtssequenz in einer ersten Klasse.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen zu Geschlechterzuschreibungen und zur Funktion des Bilderbuches erörtert. Anschließend wird eine konkret geplante Unterrichtssequenz vorgestellt, deren fünf Stunden detailliert dokumentiert und reflektiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschlechterstereotype, Grundschulunterricht, Bilderbuchdidaktik, Rollendifferenzierung und geschlechtsspezifisches Spielverhalten charakterisiert.
Das Buch wurde ausgewählt, weil es kindgerecht ist und Verhaltensmuster zeigt, die den Alltag der Schüler widerspiegeln, ohne direkt belehrend zu wirken, und es bietet somit einen idealen Anknüpfungspunkt für Diskussionen über Spielräume.
Die Kinder zeigten sich sehr interessiert und waren teilweise überrascht, dass die Charaktere im Buch entgegen ihrer ursprünglichen Erwartung alternative Spielwege einschlugen, was die Schüler zu lebhaften Diskussionen über ihre eigenen Spielpräferenzen anregte.
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