Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Konzeptioneller Rahmen
2.2 Emotionale Reaktionen
2.3 Preisstimuli als Auslöser emotionaler Reaktionen
2.3.1 Preispositionierung
2.3.2 Preisvariation
2.3.3 Preiskommunikation
2.4 Konsumentenverhalten auf Preisemotionen
2.5 Moderatoren zwischen Preisstimuli und Preisemotionen
3. Empirische Studien
3.1 Untersuchungszusammenhänge der Studien
3.2 Effekte der Preispositionierung
3.3 Effekte der Preisvariation
3.4 Effekte der Preiskommunikation
4. Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse
5. Implikationen
5.1 Implikationen für die Forschung
5.2 Implikationen für die Praxis
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Rolle emotionaler Reaktionen bei der Preiswahrnehmung und dem daraus resultierenden Konsumentenverhalten systematisch zu analysieren und bisherige Forschungsergebnisse kritisch zusammenzufassen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie verschiedene Preisstimuli emotionale Prozesse auslösen und inwiefern diese als Mediatoren zwischen der Preisgestaltung und dem Kaufverhalten fungieren.
3.2 Effekte der Preispositionierung
Suri, Manchanda und Kohli (2002) begründen den Erfolg von EDLP-Strategien im Vergleich zu Hi-Lo-Strategien mit dem empirischen Befund, dass Dauerniedrigpreisstrategien stärkere positive Emotionen auslösen als Preisstrategien mit Rabattelementen. Die Autoren betrachten dabei als mögliche Erklärung dieses Ergebnisses das Zusammenspiel kognitiver und emotionaler Prozesse bei der Evaluierung eines Angebots. Preisstimuli werden im Hi-Lo Kontext kognitiv wesentlich intensiver bearbeitet. Das Angebot eines rabattierten Produktes wird durch den Konsumenten meist negativer bewertet, weil Einsparungen verglichen werden und die Höhe des Rabattes negative Wirkung auf die Qualitätsbeurteilung des Produktes haben kann. Außerdem weisen Rabatte den Konsumenten verstärkt auf den monetären Verlust im Zuge des Kaufgeschäfts hin (vgl. Suri, Manchanda, Kohli, 2002, S. 167 f.). In diesem Zusammenhang kommt es zu verstärkten negativen Emotionen der Verunsicherung. Im EDLP Kontext überwiegen hingegen positive Emotionen und die Verarbeitung von Preisstimuli erfolgt weniger gründlich (vgl. Suri, Manchanda, Kohli, 2002, S. 168). Eine mögliche Begründung dieses Phänomens sehen die Autoren in der Mood Maintainance Theory. Diese geht davon aus, dass Menschen motiviert sind ihre positive Stimmung aufrechtzuerhalten, indem sie negative Informationen auszublenden versuchen. Die Bereitschaft Informationen über mögliche Rabatte zu verarbeiten sinkt, weil Grübeleien diese positive Gemütslage negativ beeinflussen könnten (vgl. Suri, Manchanda, Kohli, 2002, S. 162). Zudem weisen die Autoren nach, dass sich Konsumenten im EDLP Kontext weniger mit den monetären Verlusten beschäftigen und die Qualität eines Produktes schnell als stimmig mit dem deklarierten Preis bewerten. Im Umkehrschluss wird in der Studie gefolgert, dass Konsumenten durch die Anwendung dieser einfachen Preis-Qualitäts-Heuristik nicht nur höhere Preise mit höherer Qualität verbinden, sondern dies im Vorkaufverhalten auch eine höhere Zahlungsbereitschaft auslöst (vgl. Suri, Manchanda, Kohli, 2002, S. 168). Der Einfluss positiver Preisemotionen auf die Preis-Qualitäts-Heuristik konnte auch von O’Neill und Lambert (2002) bestätigt werden. In dieser explorativen Studie konnten die Autoren folgende Korrelation nachweisen: Je stärker die Freude über einen Preis, desto eher schließt ein Konsument vom Preis auf die Produktqualität.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung emotionaler Reaktionen neben kognitiven Prozessen im Bereich des Behavioral Pricing und definiert den wissenschaftlichen Rahmen der Arbeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen: In diesem Kapitel werden der theoretische SOR-Rahmen, die Definition emotionaler Reaktionen sowie die Kategorisierung verschiedener Preisstimuli erarbeitet.
3. Empirische Studien: Dieser Hauptteil analysiert bestehende empirische Studien hinsichtlich der Effekte von Preispositionierung, Preisvariation und Preiskommunikation auf die Emotionen der Konsumenten.
4. Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse: Hier werden die Ergebnisse der analysierten Studien zusammengeführt und die zentrale Rolle der Wechselwirkungen zwischen Preisemotionen und Preiskognitionen betont.
5. Implikationen: Das Abschlusskapitel leitet aus den gewonnenen Erkenntnissen Empfehlungen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen sowie für die praktische Ausgestaltung der Preispolitik ab.
Behavioral Pricing, Preisemotionen, Konsumentenverhalten, Preisstimuli, Preispositionierung, Preisvariation, Preiskommunikation, SOR-Modell, kognitive Bewertungstheorie, Smart-Shopper Feelings, Preis-Qualitäts-Heuristik, emotionale Reaktion, Kaufentscheidung, Preisfairness, Marktforschung.
Die Arbeit untersucht, wie Preise nicht nur als ökonomische Zahlenwerte wirken, sondern als Stimuli emotionale Reaktionen bei Konsumenten auslösen, die das spätere Kaufverhalten maßgeblich beeinflussen.
Die zentralen Felder umfassen die konzeptionelle Einordnung von Preisemotionen, die Analyse der Wirkung verschiedener Preisstrategien sowie die Untersuchung von Moderatoren, die diesen Prozess beeinflussen.
Das Ziel ist die systematische Zusammenfassung und kritische Analyse empirischer Forschungsergebnisse, um ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Emotionen als Mediatoren zwischen Preisgestaltung und Kaufentscheidung fungieren.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, bei der Beiträge aus führenden Marketing- und Wirtschaftspsychologie-Fachzeitschriften aus den Jahren 1990 bis 2012 ausgewertet wurden.
Im Hauptteil werden die Effekte von Preispositionierung, Preisvariation und Preiskommunikation auf die Gefühlswelt der Konsumenten detailliert anhand spezifischer Studien dargelegt.
Behavioral Pricing, Preisemotionen, Konsumentenverhalten, Preisstimuli, Preis-Qualitäts-Heuristik und kognitive Bewertungstheorie stehen im Zentrum der Untersuchung.
Die Theorie besagt, dass Konsumenten motiviert sind, ihre positive Stimmung aufrechtzuerhalten, weshalb sie in bestimmten Preiskontexten dazu neigen, negative Informationen über Rabatte oder monetäre Verluste aktiv auszublenden.
Das Konzept verdeutlicht, dass Konsumenten beim Erhalt von Rabatten, insbesondere wenn sie diese durch eigene Anstrengung (z.B. Coupons) erarbeitet haben, einen psychisch-sozialen Zusatznutzen erfahren, der sich in positiven Emotionen wie Stolz widerspiegelt.
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