Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Methoden
1.2 Relevanz ethnologischer Stadtforschung
2. Begriffsdefinition
3. Voraussetzungen für die Entstehung von Gentrifizierung
3.1 Gebäude und Mietstruktur
3.2 Ökonomisches Handeln
3.3 Demographische Struktur
3.4 Lebensstile
4. Erklärungsansätze
4.1 Der angebotsorientierte Ansatz (production theory) – Neil Smith
4.2 Der nachfrageorientierte Ansatz (comsumption theory) – David Ley
4.3 Kritik oder ein dritter Ansatz
5. Pioniere, Gentrifier und Sonstige Haushalte
6. Der Verlauf des Prozesses
6.1 Veränderung der Miet- und Wohnungspreise
6.2 Verdrängung der Bewohner
6.3 Modelle zur Beschreibung des Prozesses der Gentrifizierung
6.3.1 Der (einfache) Invasions-Sukzessions-Zyklus
6.3.2 Der doppelte Invasions-Sukzessions-Zyklus
7. Gentrifizierung – ein unendlicher Kreislauf?
8. Wien ist anders?
9. Geschichte von Ottakring
10. Gentrifizierung in Wien
10.1 Veränderungsprozesse zur Begünstigung von Gentrifizierung in Wien
10.1.3 Wien ist anders!
11. Mietrecht in Österreich
12. Ottakring in Zahlen
13. Das Brunnenviertel
13.1 Brunnenmarkt
14. Der Aufwertungsprozess
14.1 Soho in Ottakring
15. Berlin Kreuzberg
16. Daten und Fakten
17. Wohnungspolitik in Deutschland und Berlin
18. Geschichtliche Hintergründe
19. Die Rolle der Medien und des Mythos Kreuzberg
20. Kultureller Wandel
20.1 Generation X
20.2 Berlin als Global City
21. Tourismus
22. Exkurs: Soziale Mischung vs. Kulturelle Enklave
23. Conclusio
23.1 Ottakring vs. Kreuzberg
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen Gentrifizierung anhand der Fallbeispiele Wien (speziell Ottakring/Brunnenviertel) und Berlin (Berlin-Kreuzberg). Das Ziel ist es, den Gentrifizierungsprozess theoretisch zu definieren, dessen Ursachen und Folgen zu analysieren und zu prüfen, inwieweit das Modell der „sanften Stadterneuerung“ in Wien als sinnvolle Stadtentwicklungsstrategie betrachtet werden kann oder ob es zur Verdrängung marginalisierter Gruppen beiträgt.
3. Voraussetzungen für die Entstehung von Gentrifizierung
Gentrifizierung entwickelt sich meistens in alten Stadtvierteln mit viel Altbaubestand, in denen die Mieten eher niedrig gelegen sind und somit die Möglichkeit besteht durch Sanierung und Renovierung eine relevante Mietpreissteigerung zu erreichen. (sieha auch Kapitel 4.1) (vgl. Meinharter/Rode 2001: 21)
Höchstmöglicher Gewinn ist der Leitsatz ökonomischen Handelns. Sanierung und Renovierung ist im Normalfall billiger als Neubau. Wenn also die Voraussetzungen in der Gebäude- und Mietstruktur da sind, wird das wirtschaftliche Handeln die Erneuerung bevorzugen. Hinzu kommt, dass Altbaugebäude und -wohnungen für viele Menschen attraktiven Wohnraum darstellen. Die Nachfrage nach renovierten Altbauwohnungen ist also groß. (vgl. Blasius 1993: 24)
Ein wichtiger Aspekt, der das ökonomische Handeln in den Vordergrund stellt, ist die Veränderung der Rolle der Stadt durch die Globalisierung. Die Städte stehen in Konkurrenz zu anderen Städten, was dazu führt, dass die städtische Politik ihren Fokus auf Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit, statt auf soziale Integration legt. Dangschat (2001: 28) nennt das die „neue Urbanität“. Durch Stadtinszenierung mit Hilfe von Kulturveranstaltungen wie Festivals, Open-Airs und andere Events sollen zahlungskräftige In- und Ausländer zum Geldausgeben gebracht werden. Diese neue Urbanität findet in der Innenstadt sowie in innenstadtnahen Gebietet statt. Alte Gebäude, Straßen, Gassen, alles Geschichtsträchtige und Neue wird als Werbemittel inszeniert. Dieser Inszenierung stehen BettlerInnen, Obdachlose und andere unerwünschte, das inszenierte Stadtbild störende Personen im Weg. (vgl. Dangschat 2001: 28f)
1. Einleitung: Vorstellung des Themas Gentrifizierung, der Forschungsziele und der Fallbeispiele Wien und Berlin.
2. Begriffsdefinition: Erläuterung des Ursprungs und der Bedeutung des Begriffs Gentrifizierung als Phänomen der Stadterneuerung.
3. Voraussetzungen für die Entstehung von Gentrifizierung: Analyse der ökonomischen, demographischen und baulichen Faktoren sowie der neuen Urbanität als Motoren der Aufwertung.
4. Erklärungsansätze: Darlegung der angebots- und nachfrageorientierten Theorien sowie kritische Diskussion eines integrativen Ansatzes.
5. Pioniere, Gentrifier und Sonstige Haushalte: Beschreibung der zentralen Akteursgruppen im Gentrifizierungsprozess.
6. Der Verlauf des Prozesses: Untersuchung der Mietpreisentwicklung, Verdrängungsformen und der Invasions-Sukzessions-Modelle.
7. Gentrifizierung – ein unendlicher Kreislauf?: Historischer Rückblick auf die europäische Stadtentwicklung und die Genese des Instruments der sanften Gentrifizierung.
8. Wien ist anders?: Einführung in das Fallbeispiel Wien und die städtische Rhetorik der Ablehnung des Gentrifizierungsphänomens.
9. Geschichte von Ottakring: Historische Entwicklung und sozioökonomische Charakteristika des 16. Wiener Bezirks.
10. Gentrifizierung in Wien: Detaillierte Betrachtung der Wiener Stadtentwicklungspolitik und des Konzepts der sanften Stadterneuerung.
11. Mietrecht in Österreich: Erörterung der rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf Aufwertungsprozesse.
12. Ottakring in Zahlen: Statistische Analyse und Datengrundlage zum Bezirk Ottakring im Jahr 2010.
13. Das Brunnenviertel: Beschreibung des zentralen Aufwertungsgebiets in Ottakring und die Rolle des Brunnenmarktes.
14. Der Aufwertungsprozess: Untersuchung der baulichen und künstlerischen Interventionen im Brunnenviertel, insbesondere durch private Investoren und Kunstprojekte.
15. Berlin Kreuzberg: Vorstellung des zweiten Fallbeispiels als historisch gewachsenes Gentrifizierungsgebiet.
16. Daten und Fakten: Übersicht zur demographischen Situation und Bevölkerungsdichte in Berlin-Kreuzberg.
17. Wohnungspolitik in Deutschland und Berlin: Analyse der wohnungspolitischen Umbrüche nach 1949 und nach der Wiedervereinigung.
18. Geschichtliche Hintergründe: Darstellung der Entwicklung von Kreuzberg als isolierter Randbezirk zum zentralen, gentrifizierten Ortsteil.
19. Die Rolle der Medien und des Mythos Kreuzberg: Untersuchung der medialen Konstruktion und Zelebrierung des Mythos Kreuzberg.
20. Kultureller Wandel: Analyse der hedonistischen Konsumkultur, der Generation X und der Entwicklung zur Global City.
21. Tourismus: Betrachtung der ökonomischen Bedeutung und der sozialen Folgen des boomenden Tourismus für den Bezirk.
22. Exkurs: Soziale Mischung vs. Kulturelle Enklave: Kritische Auseinandersetzung mit dem Ideal der sozialen Mischung und der Funktion kultureller Cluster.
23. Conclusio: Synthese der Erkenntnisse aus den Fallbeispielen und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage.
Gentrifizierung, Wien, Ottakring, Berlin-Kreuzberg, Stadtentwicklung, Pioniere, Gentrifier, sanfte Stadterneuerung, soziale Mischung, Mietrecht, Verdrängung, Global City, Stadtsoziologie, Mietlücke, Brunnenviertel.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gentrifizierung als städtischen Veränderungsprozess und dessen Auswirkungen auf die soziale Struktur, unter besonderer Berücksichtigung der Städte Wien und Berlin.
Die Autorin unterscheidet primär zwischen "Pionieren" (z.B. Studierende, Künstler), "Gentrifiern" (einkommensstärkere Haushalte) und der "alteingesessenen Bevölkerung", wobei deren Interaktionen und Lebensstile analysiert werden.
Das primäre Ziel ist es, den theoretischen Prozess der Gentrifizierung zu beschreiben und anhand von Ottakring und Kreuzberg zu prüfen, ob "sanfte Stadterneuerung" ein positives Modell darstellt oder soziale Verdrängung fördert.
Die Arbeit ist als theoretische Bachelorarbeit konzipiert und basiert ausschließlich auf einer umfassenden Literaturrecherche, inklusive Monographien, Fachartikeln und statistischen Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsansätze, die Analyse von Gentrifizierungsverläufen sowie detaillierte Fallbeispiele zu den Entwicklungen in Wien-Ottakring und Berlin-Kreuzberg.
Zentrale Begriffe sind Gentrifizierung, soziale Mischung, Mietlücke (Rent-Gap), sanfte Stadterneuerung sowie der Begriff des "Bobos" als spezifischer Typus des Gentrifiers.
Ottakring wird durch das Konzept der "sanften Stadterneuerung" geprägt, welches Verdrängungsprozesse durch staatliche Förderungen verlangsamt und abgeschwächt, im Gegensatz zu ungebremsteren Formen der Aufwertung.
Die Wiedervereinigung wirkte als Motor für den Aufwertungsprozess, da sie den Bezirk von einer isolierten Randlage in eine zentrale städtische Lage überführte und damit Immobilienspekulation sowie den Wandel zum Szeneviertel massiv beschleunigte.
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