Magisterarbeit, 2011
125 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. STRASSENKINDERPROBLEMATIK IN DEUTSCHLAN
2.1 BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN
2.1.1 Definition von Wohnungslosigkeit
2.1.2 Definition des Begriffs „Straßenkind“
2.2 Zahlenmaterial & Statistiken über deutsche Obdachlose
3. FORSCHUNGSGEGENSTAND WEIBLICHER SOZIALISATION IM HINBLICK AUF DIE STRASSENFLUCHT
3.1 Weibliche Entwicklungstendenzen im Zuge eines fortschreitenden Individualisierungsprozesses
3.1.1 Weibliche Sozialisation in der Adoleszenz
3.1.2 Einfluss von Peer-Groups
3.1.3 Problematik der Frauenrolle
3.2 Wege in die Wohnungslosigkeit
3.2.1 Forschungsgegenstand von Fluchtmotiven weiblicher Straßenjugendlicher
3.2.2 Familiäre Risikofaktoren
4. THEORETISCHER HINTERGRUND
4.1 Einbettung in sozialstrukturellen Kontext
4.2 Klassische Kriminalitätstheorien
4.2.1 Ätiologische Kriminalsoziologie basierend auf der Anomietheorie von Merton
4.2.2 Labeling approach
5. QUALITATIVE SOZIALFORSCHUNG
5. 1 Planungsphase und Darstellung meiner Forschung
5.1.1 Untersuchungsmethode mittels eines qualitativen Interviews
5.1.2 Erstellung des Leitfadens
5. 2 Durchführungsphase
5.2.1 Methodisches Vorgehen in der Praxis: Die Kontaktaufnahme
5.2.2 Datenerhebung mittels der durchgeführten Interviews
5.2.3 Auswertung der Interview
6. ERGEBNISSE CHARAKTERISIERENDER MERKMALE WEIBLICHER STRAßENJUGENDLICHER ANHAND DER INTERVIEWS
6.1 Interview mit „M.“ (15 Jahre alt)
6.1.1 Darstellung von „M.“ Lebenserfahrungen in der Familie
6.1.2 Wichtige Stationen während ihres Straßenlebens
6.2 Interview mit „E.“ (17 Jahre alt)
6.2.1 Biographische Auszüge aus ihrer familiären Lebenssituation
6.2.2 „E.“ Straßenkarrierre
6.3 Interview mit „S.“ (20 Jahre alt)
6.3.1 „S.“ Leben vor ihrer Straßenflucht
6.3.2 „S.“ Erfahrungen im Straßenalltag
6.4 Vergleichende Darstellung hinsichtlich ihrer Merkmalsausprägungen
6.4.1 Gewalt in der Familie
6.4.2 Bezug zur Schule
6.4.3 Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung
6.4.4 Fremd- und Selbstbild
6.4.5 Bewältigungsstrategien im Straßenalltag
6.4.6 Beziehungs- und Sexualverhalten
6.4.7 Suchtverhalten hinsichtlich des Alkohol- und Drogenkonsum
6.4.7.1 Alkoholsucht
6.4.7.2 Drogensucht
6.4.8 Strafauffälligkeit
6.4.9 subkulturelle Beziehungen und Szenestrukturen
6.4.10 Einfluss von Peer Groups:
6.4.11 Erfahrungen mit öffentlichen Beratungsstellen
6.4.12 Wünsche und Zukunftsperspektiven
6.5. Theoretische Einbindungen
6.5.1 struktureller Zusammenhang
6.5.2 Überprüfung herausgearbeiteter Merkmale im Hinblick auf die Anomietheorie von Merton
6.5.3 Empirische Untersuchung des Datenmaterials hinsichtlich des Labeling approach Ansatzes
7. FAZIT UND DIMENSIONALER AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Lebensumstände sowie die Hintergründe von Fluchtmotiven weiblicher Straßenjugendlicher im Alter von 14 bis 21 Jahren, um ein tieferes Verständnis für deren Bewältigungsstrategien im Straßenalltag zu entwickeln.
3.2.1 Forschungsgegenstand von Fluchtmotiven weiblicher Straßenjugendlicher
Im folgenden Abschnitt werden gezielt die auslösenden Faktoren der Straßenflucht weiblicher Jugendlicher aufgeführt. Vorausgehend dient dieser Einblick vor allem dazu, der Argumentation in den späteren empirisch herausgearbeiteten Ergebnisdarstellungen der Interviews zu stützen und den Bezugsrahmen darzustellen.
Historisch betrachtet lässt sich die wissenschaftliche Erforschung der Straßenflucht von weiblichen Jugendlichen in zwei Phasen unterteilen, wobei die erste den 1980er Jahren und die zweite den 1990er Jahren zuzuordnen ist. In der älteren Forschungsdiskussion wie z.B. in der Veröffentlichung „Ausreißerinnen und Trebegängerinnen“ (1989) von Gitta Trauernicht richtet sich die Thematik auf das spezifische Verhalten der Ausreißer und erklärt defizitäre familiäre Strukturen als bedeutendste Ursachen für die Straßenflucht.
Grundlegender Maßstab ist eine idealisierte Vorstellung eines Familienbildes, das sich am ehesten anhand von Stabilität, Geborgenheit, Privatsphären und stabilen, tragfähigen Beziehungen festmachen lässt. Der Ausbruch weist „auf konflikthafte Beziehungen [des – VM] Kindes oder Jugendlichen mit seiner relevanten Umwelt“ hin. Abweichendes Verhalten von Kindern wie Jugendlichen wurde so thematisiert, das es stark von einem Erhalt kollektiver Werte und Normen in der jeweiligen Erziehung abhängt. Im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs hinsichtlich auslösender Impulse für eine Straßenflucht wird der Schwerpunkt auf die individuellen Biographien der Betroffenen sowie auf die unterschiedlichen Einstiegs- und Ausstiegsbedingungen von Straßenszenen gelegt, wie sie zum Beispiel in den publizierten Studien von Stefan Thomas (2005), Martina Bodenmüller (2003), Peter Hansbauer (2000) angesprochen werden. Paradigmatisch zeigt die selbst durchgeführte Feldstudie am Hamburger Hauptbahnhof von Ute Metje (2005) neue Denkrichtungen auf, da die Forscherin in der Einrichtung „KIDS“ am Tagesgeschehen teilnehmend junge Frauen beobachtet und ihre Erfahrungen und Betrachtungen detailliert und persönlich schildert.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik obdachloser Jugendlicher in Deutschland, mit Fokus auf die Lebenslage weiblicher Jugendlicher im Alter von 14 bis 21 Jahren.
2. STRASSENKINDERPROBLEMATIK IN DEUTSCHLAN: Definition zentraler Begriffe wie Wohnungslosigkeit und Straßenkind sowie Analyse aktueller Statistiken zur obdachlosen Bevölkerung.
3. FORSCHUNGSGEGENSTAND WEIBLICHER SOZIALISATION IM HINBLICK AUF DIE STRASSENFLUCHT: Untersuchung der weiblichen Entwicklung im Kontext von Individualisierung, Peer-Group-Einflüssen und familiären Risikofaktoren.
4. THEORETISCHER HINTERGRUND: Einbettung der Thematik in sozialstrukturelle Kontexte und Anwendung klassischer Kriminalitätstheorien wie der Anomietheorie und des Labeling Approach.
5. QUALITATIVE SOZIALFORSCHUNG: Darstellung der methodischen Planung, der Durchführung qualitativer Interviews und der anschließenden Auswertungsstrategie.
6. ERGEBNISSE CHARAKTERISIERENDER MERKMALE WEIBLICHER STRAßENJUGENDLICHER ANHAND DER INTERVIEWS: Detaillierte Einzelfallanalyse und vergleichende Darstellung der befragten Mädchen hinsichtlich ihrer Lebenswelt, Bewältigungsstrategien und Zukunftsperspektiven.
7. FAZIT UND DIMENSIONALER AUSBLICK: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion weiterführender gesellschaftlicher Ansätze zum Umgang mit straffälligem Verhalten.
Weibliche obdachlose Jugendliche, Straßenflucht, Sozialisation, Bewältigungsstrategien, Anomietheorie, Labeling Approach, qualitative Sozialforschung, Straßenkarriere, Familienkonflikte, Peer-Groups, Adoleszenz, Wohnungslosigkeit, Subkultur, Delinquenz.
Die Magisterarbeit untersucht die Lebenssituation und die Gründe für die Straßenflucht von weiblichen Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren in Deutschland.
Die Arbeit behandelt Themen wie weibliche Sozialisation, familiäre Risikofaktoren, den Einfluss von Peer-Groups sowie Bewältigungsstrategien im Straßenalltag.
Ziel ist es, die individuellen Fluchtmotive und die lebensweltlichen Erfahrungsprozesse der Mädchen zu rekonstruieren und deren Verhalten soziologisch einzuordnen.
Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit drei betroffenen jungen Frauen.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Interviews in Bezug auf Familienverhältnisse, den Einfluss von Szenestrukturen, Alkoholkonsum, Drogen und die Reaktionen der sozialen Kontrolle.
Weibliche Straßenjugendliche, Straßenkarriere, soziale Desintegration, Labeling Approach und Bewältigungsstrategien sind zentrale Begriffe.
Die Untersuchung soll die spezifischen geschlechtsspezifischen Problemlagen hervorheben, die in einer männlich dominierten Straßenszene oft übersehen oder bagatellisiert werden.
Die Anomietheorie und der Labeling Approach dienen dazu, das abweichende Verhalten der Mädchen nicht nur individuell, sondern als gesellschaftliche Reaktion auf mangelnde Chancen und Stigmatisierung zu erklären.
Die KuB fungiert als wichtiges Netzwerk, das den Kontakt zu den interviewten Jugendlichen ermöglichte und als zentrale Anlaufstelle für die Betroffenen dient.
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