Diplomarbeit, 1993
70 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Was ist Musik?
2.1. Die Gestalt der Musik nach Hegi
2.1.1. Der Rhythmus
2.1.2. Der Klang
2.1.3. Die Melodie
2.1.4. Die Dynamik
2.1.5. Die Form
2.2. Musikimprovisation und auditive Wahrnehmung
3. Was ist Improvisation?
3.1. Improvisation in verschiedenen Musikidiomen
3.1.1. Improvisation in der abendländischen Klassik
3.1.2. Improvisation im Jazz
3.1.3. Improvisation in der elektronischen Musik
3.1.4. Improvisation in der indischen Klassik
3.1.5. Improvisation im Flamenco
3.1.6. Zusammenfassung
3.2. Improvisation in der Musikpädagogik
3.2.1. Geschichtlicher Exkurs
3.2.2. Improvisation aus pädagogischer Sicht
3.3. Improvisation am Beispiel CAN
4. Was ist musikalische Gruppenimprovisation?
4.1. Exemplarischer Ablauf von Musikimprovisation unter Einbeziehung spiel- und reflexionsrelevanter Faktoren
4.2. Die Dimensionen der Gruppenimprovisation nach Kapteina
4.2.1. Die ästhetische Dimension
4.2.2. Die pädagogische Dimension
4.2.3. Die politische Dimension
4.2.4. Die sozialpsychologische Dimension
4.2.5. Die tiefenpsychologische Dimension
4.2.6. Die spirituelle Dimension
5. Musikimprovisation in der Sozialpädagogik
5.1. Musikimprovisation mit Kindern
5.2. Musikimprovisation mit Jugendlichen
5.3. Musikimprovisation mit Suchtkranken
5.4. Musikimprovisation mit behinderten Menschen
5.5. Musikimprovisation mit alten Menschen
5.6. Musikimprovisation mit Familien
5.7. Musikimprovisation in der Ausbildung
6. Schlußbemerkungen
Die Arbeit untersucht das Wesen, die Wirkung und die praktischen Möglichkeiten der musikalischen Gruppenimprovisation innerhalb der Sozialpädagogik, wobei insbesondere die Rolle von Kommunikation, Selbsterfahrung und persönlichem Wachstum im Vordergrund steht.
3.1.2. Improvisation im Jazz
Der entscheidende Impuls zur Wiederbelebung der Improvisation in der abendländischen Musik des 20. Jahrhunderts ging zweifellos vom Jazz aus. Dieser kann als eine unverwechselbare Art des Musizierens bezeichnet werden, bei der "gewisse Zwischenwerte des Rhythmus, der Phrasierung, der Tonbildung, der Improvisation des dem Augenblick entspringenden eigenen Antriebs der Spieler entscheidender sind als die Grundwerte der überkommenen europäischen Musik." (LINDLER, 278)
Im konventionellen Jazz basiert die Improvisation auf melodisch-harmonischen Themen (tunes) und deren Taktgliederung, sprich: eine nach einem festgelegten Taktschema gespielte Harmoniefolge wird in Melodielinien, Skalen und Arpeggien aufgelöst, wobei dem Harmoniegerüst stets eine der 'popular songs'-Formen oder der Blues in seiner zwölftaktigen Form zugrunde liegt. "Wirkliches Improvisieren umschließt aber die Fähigkeit, 1. zu komponieren, 2. das im Augenblick improvisatorisch komponierte auch richtig zu interpretieren. Die Einheitlichkeit in der Dreiheit Improvisator-Komponist-Interpret macht es so schwer (vielleicht gar unmöglich) das Entstandene durch andere Musiker nachspielen zu lassen" (LINDLER, 280), was aus improvisatorischer Sicht auch nicht Sinn des Ganzen wäre.
Völlig ausgeschriebene Partituren sind nur im kommerziellen Jazz denkbar, während die innovative Richtung mit größtmöglicher Improvisationsfreiheit der Free Jazz ist. Steve LACY, ein Beteiligter an der Entwicklung dieses Stils, sagt: "Für mich muß sich die Musik immer dort befinden - auf der Kante zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten. Und man muß sie ständig ins Unbekannte vorantreiben, sonst verkümmert sie und man selbst auch." (BAILEY, 93) Der Sprung ins Unbekannte führt seiner Meinung nach über die Improvisation, sie ist der Lebensnerv des Jazz. Solche Einstellungen sind allerdings eher die Seltenheit, und so hat sich das meiste, was an Jazz gespielt wird, "von einer aggressiven, unabhängigen, vitalen und vorwärtsdrängenden Musik in ein nettes Erinnerungsstück an die gute alte Zeit gewandelt." (BAILEY, 88)
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung und den Stellenwert von Musik und Improvisation innerhalb des Studiums der Sozialpädagogik.
2. Was ist Musik?: Detaillierte Analyse der musikalischen Grundelemente Rhythmus, Klang, Melodie, Dynamik und Form sowie deren Bedeutung für das menschliche Erleben.
3. Was ist Improvisation?: Untersuchung der Improvisation in verschiedenen musikalischen Genres und deren geschichtliche Entwicklung sowie pädagogische Einordnung.
4. Was ist musikalische Gruppenimprovisation?: Beschreibung der praktischen Abläufe der Gruppenimprovisation und theoretische Herleitung durch die Dimensionen nach Kapteina.
5. Musikimprovisation in der Sozialpädagogik: Darstellung der Anwendungsmöglichkeiten von Gruppenimprovisation in verschiedenen Zielgruppenfeldern der sozialen Arbeit.
6. Schlußbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit zur Relevanz der Musikimprovisation als Mittel zur Selbsterfahrung und pädagogischen Arbeit.
Musikalische Gruppenimprovisation, Sozialpädagogik, Musiktherapie, Improvisation, Kommunikation, Selbsterfahrung, Rhythmus, Klang, Pädagogik, Instrumentarium, Ausdruck, Gemeinschaft, Kreativität, Veränderung, Wahrnehmung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Bedeutung, Wirkung und den Anwendungsmöglichkeiten der musikalischen Gruppenimprovisation im Rahmen der Sozialpädagogik.
Neben theoretischen Grundlagen zu Musik und Improvisation stehen die psychologischen Dimensionen der Gruppenarbeit sowie die spezifischen Einsatzgebiete in der Sozialpädagogik im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gruppenimprovisation als Methode der Selbsterfahrung und Kommunikation zur Entfaltung von Persönlichkeit und zur Bewältigung von Lebensproblemen in verschiedenen Zielgruppen beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und theoretischen Aufarbeitung sowie der Verknüpfung mit praktischen Erfahrungen aus Seminaren und der sozialpädagogischen Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Musik und Improvisation, die Vorstellung der sechs Dimensionen der Gruppenimprovisation nach Hartmut Kapteina sowie die detaillierte Beschreibung von Anwendungsfeldern wie Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Suchtkranken, Behinderten und Senioren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gruppenimprovisation, Sozialpädagogik, Kommunikation, Selbsterfahrung und kreative Ausdrucksformen charakterisieren.
CAN wird als Beispiel für eine Gruppe angeführt, deren Improvisationskonzept und kollektive Arbeitsweise als Modell für die Synthese von Musik und persönlichem Wachstum dienen kann.
Der Autor sieht in der Musik eine Chance für Suchtkranke, einen gesunden Zugang zu Lustgewinn und Ausdruck zu finden, warnt jedoch vor der Gefahr, dass Musik als reiner Fluchtweg missbraucht wird.
Das 'Horchen' wird als aktive Form der Wahrnehmung definiert, die für Kommunikation und echte Selbsterfahrung in der Improvisation entscheidend ist, während das 'Hören' als passiver Akt dient.
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