Bachelorarbeit, 2011
61 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 F&E-Kooperationen
2.1 Einleitung und Definition
2.2 Ziele der F&E
2.3 Kooperation als Quelle externen Wissens
2.4 Determinanten der F&E-Kooperation
2.5 Chancen und Risiken
3 Vertrauen in F&E-Kooperationen
3.1 Das Konstrukt Vertrauen
3.1.1 Definition und wirtschaftlicher Aspekt
3.1.2 Systematisierungen
3.2 Vertrauen in F&E-Kooperationen
4 Messung von Vertrauen in F&E-Kooperationen
4.1 Einleitung und Zielsetzung
4.2 Datenerhebung und grundlegende Messverfahren
4.3 Anforderungen an die Messverfahren
4.4 Methoden und Studien zur Messung von Vertrauen
4.4.1 Interpersonal Trust Scale
4.4.2 Organizational Trust Inventory
4.4.3 Vertrauensmessung von Doney und Cannon
4.4.4 Vertrauensmessung mit der Nutzwertanalyse
4.4.5 Vertrauensmessung mit AHP
5 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das komplexe Konstrukt „Vertrauen“ im Kontext von F&E-Kooperationen zu geben und zu untersuchen, inwieweit eine Operationalisierung und Messung dieses Vertrauens mittels verschiedener wissenschaftlicher Verfahren möglich ist.
3.1.1 Definition und wirtschaftlicher Aspekt
Vertrauen ist für das menschliche Leben zweifellos von essentieller Bedeutung. Es kann sogar als Grundlage von Gesellschaft und Zivilisation angesehen werden, auf dem sich jede Beziehung aufbaut. So gibt es wohl kaum ein menschliches Verhalten oder eine Handlung, bei der Vertrauen nicht zumindest peripher relevant ist. Hinzu kommt, dass Vertrauen meist nicht aktiv wahrgenommen wird, sondern den Individuen oftmals unbewusst ist. So wird es in einer Beziehung oftmals erst dann wirklich wahrgenommen, wenn es belastet oder gestört ist.
Gemäß der Bedeutung für das menschliche Leben, hat das Vertrauen auch Einzug in viele wissenschaftliche Disziplinen erhalten. So beschäftigt sich neben der Philosophie, Soziologie und Psychologie auch die Wirtschaftswissenschaft mit dem Konstrukt Vertrauen. Daraus ergeben sich zwangsweise unterschiedliche Perspektiven und Differenzierungen, so dass auch eine allgemeingültige Definition von Vertrauen nicht gegeben sein kann. Im Rahmen dieser Arbeit soll sich im Folgenden auf den ökonomischen Aspekt beschränkt werden, der ebenfalls vielfältige Ausprägungen annehmen kann. Vertrauen ist z.B. ein wichtiger Bestandteil der Spieltheorie, in der es als Erscheinungsform von kooperativem Verhalten gilt und mit diesem auch oftmals gleichgesetzt wird. Aber auch über die Spieltheorie hinaus erhält das Konstrukt u.a. über die Principal-Agent-Theory Einzug in die durch unvollkommene Märkte, begrenzte Rationalität und Opportunismus gekennzeichnete Neue Institutionenökonomie. So verhalten sich nach einem Vertrauensbeziehungs-Modell von Rippberger Prinzipale und Agenten als Vertrauensgeber bzw. Vertrauensnehmer.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Dynamik der modernen Wirtschaft ein, die F&E-Kooperationen notwendig macht, und umreißt die zentrale Problemstellung der schwierigen Messbarkeit von Vertrauen in diesem Bereich.
2 F&E-Kooperationen: Hier werden Definitionen, Ziele sowie die verschiedenen Formen, Determinanten und die damit verbundenen Chancen und Risiken von F&E-Kooperationen dargelegt.
3 Vertrauen in F&E-Kooperationen: Dieses Kapitel definiert das Konstrukt Vertrauen aus ökonomischer Sicht, systematisisiert es und erläutert seine fundamentale Rolle für erfolgreiche und stabile Kooperationen.
4 Messung von Vertrauen in F&E-Kooperationen: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Verfahren zur Messung von Vertrauen, darunter die Interpersonal Trust Scale, das Organizational Trust Inventory sowie multikriterielle Methoden wie die Nutzwertanalyse und den Analytic Hierarchy Process.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der untersuchten Messverfahren für F&E-Kooperationen, wobei auf den Analytic Network Process als weiterführenden Ansatz verwiesen wird.
Vertrauen, F&E-Kooperationen, Forschungs- und Entwicklungskooperationen, Nutzwertanalyse, Analytic Hierarchy Process, Goodwill-Vertrauen, Kompetenz-Vertrauen, Interpersonal Trust Scale, Organizational Trust Inventory, Operationalisierung, Informationsasymmetrie, Opportunismus, Kooperationsmanagement, Validität, Reliabilität
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Einordnung und der praktischen Messbarkeit von Vertrauen als kritischem Erfolgsfaktor in Forschungs- und Entwicklungskooperationen (F&E-Kooperationen).
Zentrale Themen sind die ökonomische Definition von Vertrauen, die verschiedenen Ausprägungen von Kooperationen sowie die detaillierte Analyse und kritische Beurteilung von Messverfahren für Vertrauensbeziehungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das komplexe und mehrdimensionale Konstrukt Vertrauen in F&E-Kooperationen operationalisiert und mittels verschiedener mathematischer oder befragungsbasierter Methoden messbar gemacht werden kann.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Evaluierung bestehender empirischer Skalen (wie ITS und OTI) und untersucht die Anwendbarkeit von multikriteriellen Entscheidungsverfahren wie der Nutzwertanalyse und dem Analytic Hierarchy Process (AHP).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Systematisierung von Vertrauen und eine methodische Prüfung von Instrumenten, die zur Messung von Vertrauen in Kooperationen geeignet sein könnten, unter Berücksichtigung von Validitäts- und Reliabilitätskriterien.
Zu den prägenden Begriffen gehören Vertrauensmessung, F&E-Kooperationen, Kompetenz-Vertrauen, Goodwill-Vertrauen, Nutzwertanalyse, AHP und Operationalisierung.
Goodwill-Vertrauen bezieht sich auf die Erwartung, dass der Partner gute Absichten hat und nicht opportunistisch handelt, während Kompetenz-Vertrauen auf die Überzeugung abzielt, dass der Partner über das notwendige Wissen und die Fähigkeiten verfügt, zum Erfolg beizutragen.
Die Nutzwertanalyse wird als kritisch bewertet, da die Annahme der Nutzenunabhängigkeit der Kriterien in der Realität schwer zu halten ist und die Methode keine Konsistenzprüfung der Gewichtungen ermöglicht.
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