Bachelorarbeit, 2013
78 Seiten, Note: 1,7
Einführung
1. Entwicklungen in der Behindertenhilfe
1.1 Zum Begriff Behinderung
1.2 Menschen mit geistigen Behinderungen
1.3 Von der Exklusion zur Inklusion- ein Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik
2. Menschen mit (geistigen) Behinderungen in der Arbeitsgesellschaft
2.1 Der Arbeitsmarkt im Kapitalismus
2.2 Zur Bedeutung von Arbeit
2.3 Zur beruflichen Situation von Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt
2.4 Das Recht auf Arbeit für Menschen mit (geistigen) Behinderungen
3. Übergang von der Förderschule in die Arbeitswelt
3.1 Entwicklungsaufgaben und Besonderheiten Jugendlicher im ÜbergangDie
3.2 Einführung in das System der Beruflichen Rehabilitation
3.2.1 Berufliche Orientierung und Integrationsförderung an der Schule
3.2.2 Schulische und nachschulische Berufsvorbereitung
3.3 Arbeitsmarktpolitische Instrumente im Rahmen zur Eingliederung
3.3.1 Arbeitgeberorientierte Förderinstrumente
3.3.2 Arbeitnehmerorientierte Förderinstrumente
4. Empirische Sozialforschung an der Schule mit dem Förderschwer- punkt Geistige Entwicklung
4.1 Methode der Datenerhebung – Experteninterview
4.2 Setting
4.3 Darstellung der Ergebnisse
4.3.1 Methodik der „Beruflichen Orientierung und Integrationsförderung“
4.3.2 Begleitung/Beratung
4.3.3 Vermittlung
5. Schlussfolgerungen /Zusammenfassung
6. Fazit/Ausblick
Die Arbeit untersucht die Teilhabechancen und -barrieren für Menschen mit geistiger Behinderung beim Übergang von der Förderschule in den ersten Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung inklusiver Ansätze und aktueller arbeitsmarktpolitischer Instrumente.
1.1 Zum Begriff Behinderung
Grundsätzlich ist das Wesen einer Behinderung und deren Bewertung einerseits von subjektorientierten, anderseits von umweltbedingten- (sozialen und baulichen) Faktoren abhängig, die zudem im historischen und wissenschaftlichen Kontext stehen. Alle diese Bedingungen tragen zur Prägung des Menschenbildes bei. Bevor ich mich den geschichtlichen Entwicklungen des 19./20. Jahrhunderts widme, werden die Begriffe Behinderung und speziell Geistige Behinderung näher erläutert.
Die traditionellen fachlichen Disziplinen, insbesondere die medizinische Sichtweise, verorten Behinderungen vor allem im Subjekt, indem sie die Ausprägung der Krankheitssymptomatik offenlegen (vgl. Abschnitt 1.2). Ulrich Bleidick erweitert diese Definition um systemische Aspekte. Als behindert gelten seiner Ansicht nach Personen, die infolge einer Schädigung ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Funktionen soweit beeinträchtigt sind, dass ihre unmittelbaren Lebensverrichtungen oder ihre Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft erschwert werden (vgl. Röh 2005, zit. nach Bleidick 1999).
Klassifikation nach dem System der WHO (ICD X)
In seiner Betrachtung lehnt sich Bleidick an das klassische Klassifikationssystem der WHO aus dem Jahr 1980 an. Das vorrangig personenorientierte Modell, das ICIDH (International Classification of Impairments, Disabilities und Handicaps), beschreibt eine Folgekette. Aus einer angeborenen oder erworbenen gesundheitlichen Schädigung (impairment) erwächst eine Beeinträchtigung physischer und psychosozialer Funktionen (disability), die sich im Ergebnis als soziale Behinderung (handicap) in unterschiedlicher qualitativer und quantitativer Ausprägung innerhalb der Lebenswelt äußern kann (vgl. Neuer-Miebach 2008). In der erweiterten Fassung (2002), dem ICF (International Classification of Functioning), erfahren die Aspekte der sozialen Teilhabe eine besondere Gewichtung. Erst wenn die drei oben markierten Items in Beziehung zu den Umweltfaktoren des Individuums gesetzt werden, wird der tatsächliche Grad der Behinderung messbar.
1. Entwicklungen in der Behindertenhilfe: Historische Einordnung des Begriffs Behinderung und Darstellung des Paradigmenwechsels von der Segregation hin zur Inklusion.
2. Menschen mit (geistigen) Behinderungen in der Arbeitsgesellschaft: Untersuchung der ökonomischen Arbeitsmarktanforderungen und deren Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung unter Einbeziehung der UN-Behindertenrechtskonvention.
3. Übergang von der Förderschule in die Arbeitswelt: Systemische Analyse der Entwicklungsaufgaben Jugendlicher und der verfügbaren berufsvorbereitenden sowie rehabilitativen Instrumente.
4. Empirische Sozialforschung an der Schule mit dem Förderschwer- punkt Geistige Entwicklung: Qualitative Studie auf Basis von Experteninterviews zur praktischen Umsetzung der beruflichen Integration an einer konkreten Förderschule.
5. Schlussfolgerungen /Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse mit Fokus auf die Bedeutung von Netzwerken und die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und tatsächlicher Vermittlungspraxis.
6. Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Teilhabemöglichkeiten und Forderung nach bundeseinheitlichen Standards für einen nahtlosen Übergang in den Arbeitsmarkt.
Geistige Behinderung, Inklusion, Arbeitsmarkt, Förderschule, berufliche Rehabilitation, Unterstützte Beschäftigung, Berufswegeplanung, Selbstbestimmung, Teilhabe, Unterstützerkreis, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Behindertenrechtskonvention, Übergang Schule-Beruf, Personenzentrierung
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen bei der beruflichen Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt, besonders beim Übergang von der Schule in die Berufswelt.
Die zentralen Themen sind der Wandel des Behindertenbegriffs, die ökonomischen Anforderungen des Arbeitsmarktes, gesetzliche Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung von Netzwerken wie dem Unterstützerkreis.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Barrieren bei der Ersteingliederung geistig behinderter Absolventen zu ergründen und die Wirksamkeit von Begleitungs- und Beratungsmethoden zu analysieren.
Es wird eine qualitative empirische Sozialforschung in Form von Experteninterviews mit Vertretern einer Förderschule und eines Integrationsfachdienstes durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der rechtlichen und sozialen Grundlagen sowie eine empirische Untersuchung der praktischen Übergangsgestaltung.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, berufliche Rehabilitation, Unterstützte Beschäftigung, Berufswegeplanung und Selbstbestimmung.
Das Netzwerk, bestehend aus Schule, Integrationsfachdienst, Agentur für Arbeit und Eltern, ist entscheidend, um den Übergang zu koordinieren und durch individuelle Förderpläne passgenaue Lösungen zu finden.
Aufgrund hoher ökonomischer Leistungsanforderungen und teilweise unzureichender Vernetzung sowie langwieriger Qualifizierungsprozesse landen viele Jugendliche weiterhin in separierten Systemen statt im ersten Arbeitsmarkt.
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