Examensarbeit, 2012
101 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
1. Die Weinrebe
1.1. Biologische Einordnung der Weinrebe
1.2. Klimabedingungen der Rebe
1.2.1. Vegetationszeit
1.2.2. Temperatur
1.2.3. Sonneneinstrahlungsdauer und Strahlungsintensität
1.2.4. Niederschläge
1.3. Gegenwärtiges und zukünftiges Vorkommen der Weinrebe unter klimatischen Aspekten
1.3.1. Geographische Ausbreitung der Weinrebe
1.3.2. Klimaindikator Weinbau
2. Historischer Ausblick auf die Verbreitung des Weinbaus in Mainfranken
2.1. Über die Anfänge des Weinbaus in Mainfranken im 8. Jahrhundert hin zur größten Ausdehnung um 1560/70
2.2. Sukzessiver Rückgang der Rebflächen bis 1800
2.3. Krise in 'Weinfranken'
2.4. Der Wiederaufbau seit 1960
3. Weinbergböden Frankens
3.1. Germanische Trias
3.2. Geologische Hauptformationen der Trias
3.2.1. Buntsandstein
3.2.2. Muschelkalk
3.2.3. Keuper
3.2.4. Neigung der Triashorizonte
3.3. Der Main als Reliefformer
4. Fränkisches Weinland in der Gegenwart
4.1. Die EU-Weinbaukartei
4.2. Strukturdaten der fränkischen Weinbauregion
5. Klimawandel und Weinbau
5.1. Staatliche Förderung
5.2. Globale Erwärmung
5.2.1. Temperatur-Trend
5.2.2. Temperatur bedingte Auswirkungen und Folgen für den Weinbau
5.2.2.1. Mikroklima
5.2.2.2. Veränderungen des Rebsortenspektrums
5.2.2.3. Temperatureinfluss auf die Phäno-Phasen
5.2.2.4. Hitzestress
5.3. CO2-Trend
5.4. Ozon
5.4.1. Allgemeines über Ozon
5.4.2. AOT40
5.4.3. Prognose der Ozonentwicklung
5.4.4. Auswirkungen bei Pflanzen
5.4.5. Auswirkungen auf die Weinpflanze
5.5. Aerosole
5.6. Globalstrahlung oder auch Global dimming and brightening
5.8. Rebschädlinge und -krankheiten
5.9. Niederschlags-Trend
5.9.1. Wann kommt Wassermangel zustande?
5.9.2. Folgen von Wassermangel
5.9.3. Bewässerungsanlagen im Weinbau
5.9.4. Rechtliche Grundlagen
5.9.5. Planung einer Bewässerungsanlage
5.9.6. Wasserqualität und -verfügbarkeit
5.9.7. Gründe und Vorteile einer Bewässerungsanlage
5.9.8. Bewässerungsanlage Sommerach
5.9.9. Bewässerungsanlage Volkach
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des globalen Klimawandels auf den fränkischen Weinbau, wobei besonderer Wert auf die geologischen Bodenverhältnisse, die historische Entwicklung sowie aktuelle Strukturdaten gelegt wird, um Anpassungsstrategien an zukünftige klimatische Veränderungen zu bewerten.
1.2.4. Niederschläge
Die Niederschläge bilden gerade in der Vegetationsphase einen bedeutenden Faktor und die Menge der Niederschläge ist in vielen Gebieten der Faktor, der die Erträge begrenzt. Um im Weinbau 1 kg Trockenmasse herzustellen, benötigt man etwa 300 Liter Wasser. Zu viel Trockenheit beeinflusst die Pflanze negativ in ihrer Stoffwechselleistung und führt mitunter zu einem hemmenden Wachstum und Verrieselung (Abfallen von Blüten oder kleinen Beeren), was folglich in einem Ertrags- und Qualitätsrückgang resultiert. Darüber hinaus ist zu viel Trockenheit für verminderte Frostresistenz der Pflanze verantwortlich (vgl. BLAICH 2012; REDL 1996: 19).
Neben dem Mangel an Niederschlägen, der zu Auswirkungen auf Wachstum und Reifung der Beere führt, ist auch der Überfluss von Niederschlägen nicht unbedingt förderlich für den Rebstock. So können bspw. kurz vor und während der Weinlese hohe und lang anhaltende Niederschläge zu einer Qualitätsminderung der Ernte führen, da die Aromen in den Beeren durch die erneute Feuchtigkeitsaufnahme 'verwässert' werden. Ein weiterer ungünstiger Faktor hoher Niederschlagsraten von über 1000 mm/Jahr ist die mit ihr einhergehende erhöhte Infektionsgefahr der Rebstöcke durch Pilzerkrankungen (vgl. REDL 1996: 19).
Die Weinpflanze gehört im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen zu den Arten, die in hohem Maße tolerant gegenüber Austrocknungen sind. Dies liegt mitunter am Wurzelwerk der Pflanze, welches in tief reichende Bodenschichten ragt und so häufig die Versorgung mit Wasser während Dürrephasen überbrücken kann. Bei Studien mit unterschiedlichen Sorten wie bspw. Müller-Thurgau, Riesling, Trollinger und Chardonnay stellte man fest, dass nach einer Reduzierung der Wasserversorgung in der Familie der Vitis-Arten bedeutende Unterschiede bezüglich des Wasserflusses innerhalb der Pflanze, der Reaktion sowie der Transpirationsrate bestehen. Man kann folglich zwischen hydrostabilen und hydrolabilen Rebsorten unterscheiden. Die hydrolabilen Pflanzen regulieren ihr Wasserpotential bei Trockenheit früh über ihre Stomata, also Poren, die den Gasaustausch mit der Umgebungsluft ermöglichen. Die Stomata hydrostabiler Pflanzen sind toleranter gegenüber Trockenheit. Sie haben osmotisch wirksame Stoffe in deren Zellen eingelagert, sodass sie auch bei niedrigem Wasserpotential die geringen Wasservorräte ausschöpfen können.
1. Die Weinrebe: Dieses Kapitel erläutert die biologische Klassifizierung der Weinrebe sowie die entscheidenden klimatischen Faktoren für ihr Wachstum und ihre geographische Verbreitung.
2. Historischer Ausblick auf die Verbreitung des Weinbaus in Mainfranken: Hier wird die Entwicklung des fränkischen Weinbaus von den Anfängen im Mittelalter über historische Krisen bis hin zum Wiederaufbau nach 1960 nachgezeichnet.
3. Weinbergböden Frankens: Das Kapitel beschreibt die geologischen Formationen der Germanischen Trias und deren spezifische Eignung für den Weinbau in Franken.
4. Fränkisches Weinland in der Gegenwart: Hier werden die EU-Weinbaukartei sowie aktuelle Strukturdaten des fränkischen Weinbaus für die Jahre 2011 und 2012 zusammengefasst.
5. Klimawandel und Weinbau: Dieses zentrale Kapitel analysiert die verschiedenen Facetten des Klimawandels wie Temperaturerhöhung, CO2-Anstieg und Ozonbelastung und diskutiert deren Auswirkungen auf Rebpflanzen sowie den Einsatz von Bewässerungssystemen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken des Klimawandels für die fränkischen Winzer zusammen und betont die Notwendigkeit von Anpassungsstrategien.
Klimawandel, Weinbau, Franken, Mainfranken, Weinbergsböden, Trias, Rebsorten, Temperatur, Niederschlag, Bewässerung, Trockenstress, Ozon, Anpassungsstrategie, Phänologie, Ertragssicherheit.
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Weinbauregion Franken unter besonderer Berücksichtigung historischer, geologischer und klimatischer Aspekte.
Die zentralen Themen sind die klimatischen Standortbedingungen, die geologischen Bodenverhältnisse der Trias, die historische Entwicklung des Weinbaus sowie die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf die Rebpflanze und deren Bewirtschaftung.
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Folgen des Klimawandels für den fränkischen Weinbau aufzuzeigen und zu untersuchen, wie Winzer durch Anpassungsmaßnahmen, wie etwa Bewässerung, auf veränderte klimatische Bedingungen reagieren können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung meteorologischer Daten, geologischer Grundlagen und Strukturdaten des fränkischen Weinbaus zur Evaluierung zukünftiger Entwicklungen.
Der Hauptteil behandelt die biologischen Grundlagen der Rebe, die Historie des Weinbaus in Mainfranken, die geologischen Bodenformationen, aktuelle Strukturdaten und eine detaillierte Analyse klimatischer Faktoren wie Temperatur, Ozon, Aerosole und Wasserverfügbarkeit.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Klimawandel, Weinbau in Franken, Weinbergböden, Rebsorten, Trockenstress, Bewässerungsmanagement und Anpassungsstrategien charakterisiert.
Das Bewässerungsprojekt in Volkach dient als konkretes Beispiel für eine Anpassungsmaßnahme, um in trockenen Vegetationsphasen eine stabile Wasserversorgung der Reben zu gewährleisten und die negativen Folgen von Trockenstress zu minimieren.
Der Huglin-Index wird als bioklimatischer Wärmefaktor genutzt, um die Anbaufähigkeit verschiedener Rebsorten unter veränderten Temperaturbedingungen im fränkischen Weinbau zu bewerten.
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