Bachelorarbeit, 2013
104 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemformulierung
1.2. Die internationale Gerechtigkeitsdebatte im Überblick
1.3. Inhalt und Aufbau der Untersuchung
2. Geltungsbereich der Gerechtigkeit
2.1. Thomas Nagel
2.1.1. Das Individuum als Ausgangspunkt
2.1.2. Gegenstand und Geltungsbereich der Gerechtigkeit
2.1.3. Signifikanz von Grenzen
2.2. Thomas Pogge
2.2.1. Das Individuum als Ausgangspunkt
2.2.2. Gegenstand und Geltungsbereich der Gerechtigkeit
2.2.3. Signifikanz von Grenzen
2.3. Zwischenfazit
3. Der internationale Handel
3.1. Thomas Nagel
3.1.1. Armut und die Begründung von Hilfspflichten
3.1.2. Akteure der internationalen Ordnung - Träger der Pflichten
3.1.3. Charakterisierung des internationalen Handels
3.1.4. Ressourcen
3.2. Thomas Pogge
3.2.1. Armut und die Begründung negativer Pflichten
3.2.2. Akteure der internationalen Ordnung - Träger der Pflichten
3.2.3. Charakterisierung des internationalen Handels
3.2.4. Ressourcen
3.3. Zwischenfazit
4. Möglichkeiten einer gerechte(re)n Welt
4.1. Thomas Nagel
4.1.1. Souveränität als Selbstbestimmung
4.1.2. Souveränität als Ermöglichungsbedingung
4.2. Thomas Pogge
4.2.1. Souveränität als Selbstbestimmung und Ermöglichungsbedingung?
4.2.2. Reformvorschläge im Lichte der Selbstbestimmung
4.2.3. Ermöglichungsbedingungen der Reformvorschläge
4.3. Zwischenfazit
5. Fazit
Die Arbeit untersucht im Rahmen eines problemorientierten Theorievergleichs, inwiefern die Verteilung von und der Handel mit Rohstoffen Fragen globaler Gerechtigkeit aufwerfen und ob hierfür Gerechtigkeitsprinzipien etabliert werden können.
1.1. Problemformulierung
Der Zugang zu Rohstoffen ist ein entscheidender Faktor für das ökonomische Potential von Volkswirtschaften und den Wohlstand der unter ihnen zusammengefassten Menschen. Gleichwohl ist der weltweite Verbrauch durch radikale Ungleichheit gekennzeichnet. Obwohl die Bundesrepublik Deutschland, abgesehen von Braun- und Steinkohle, nur über vergleichsweise geringe Vorkommen an Bodenschätzen verfügt, gehört sie zusammen mit den USA, Europa und weiteren Industrienationen in die Reihe derjenigen, die sich durch einen hohen Rohstoffkonsum auszeichnen. Hingegen sind Individuen, die nicht in diesen Staaten leben, nur in geringem Umfang an ihrer Nutzung beteiligt oder gänzlich davon ausgeschlossen. Das betrifft vor allem Personen in den Entwicklungsländern, deren Situation vielerorts zugleich durch gravierende Armut und mangelnde Versorgung mit medizinischen Gütern oder Nahrung gekennzeichnet ist. Mit diesen Tatsachen konfrontiert drängt sich die Frage auf, ob und inwiefern ein solch radikale Diskrepanz der Chancen und Anteile an Gütern gerecht sein kann. Die nachfolgenden Beispiele dürften diesen Impuls, nach einer Rechtfertigung zu verlangen, bei den meisten Menschen noch verstärken.
Denn tatsächlich verfügen einige Entwicklungsländer über sehr große Reserven an nutzbaren Bodenschätzen. Nigeria beispielsweise besitzt die größten Öl- und Erdgasvorkommen Afrikas, im Jahr 2007 umfasste der Anteil der Ölausfuhren 95 Prozent der gesamten Exporte und etwa 52 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig leidet ein erheblicher Teil der Bevölkerung unter gravierender Armut, die sich trotz der Einnahmen aus dem Rohstoffexport von etwa 300 Billion USD zwischen 1970 und 2000 dramatisch verschärft hat. Dieser auf den ersten Blick paradoxe Zusammenhang zwischen großen Rohstoffvorkommen einerseits und gravierender Armut andererseits hat in die wissenschaftliche Debatte Einzug unter dem Begriff Ressourcenfluch erhalten. Darunter versteht man auffallend geringe Wachstumsraten und eine erhöhte Ausprägung sozialer Konflikte sowie autoritärer Regimes in rohstoffreichen Ländern.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der ungleichen Rohstoffverteilung ein und erläutert das Ziel, die Positionen von Thomas Nagel und Thomas Pogge gegenüberzustellen.
2. Geltungsbereich der Gerechtigkeit: Hier werden die theoretischen Ansätze beider Autoren hinsichtlich der Rolle des Individuums und der Bedeutung territorialer Grenzen für Gerechtigkeitsfragen analysiert.
3. Der internationale Handel: Dieses Kapitel untersucht, welche Pflichten sich aus den Theorien der Autoren für den internationalen Handel und den Umgang mit Ressourcen ergeben.
4. Möglichkeiten einer gerechte(re)n Welt: Hier werden Reformvorschläge und die Rolle der nationalstaatlichen Souveränität im Hinblick auf eine gerechtere Weltordnung kritisch geprüft.
5. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse des Theorievergleichs zusammen und beantwortet die zugrunde liegende Forschungsfrage.
Globale Gerechtigkeit, Thomas Nagel, Thomas Pogge, Rohstoffpolitik, Ressourcenfluch, Internationale Ordnung, Souveränität, Menschenrechte, Institutionenethik, Verteilungsgerechtigkeit, Globale Rohstoffdividende, Armut, Hilfspflichten, Handelsgerechtigkeit, Entwicklungsländer
Die Arbeit analysiert die Problematik globaler Gerechtigkeit, speziell im Kontext der ungleichen Verteilung und Nutzung von natürlichen Rohstoffen.
Zentrale Themen sind die theoretische Begründung von Gerechtigkeit, die Rolle nationalstaatlicher Institutionen, die Verantwortung für Armut im globalen Maßstab und der Einfluss des internationalen Handels.
Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Gerechtigkeitstheorien von Thomas Nagel und Thomas Pogge, um herauszuarbeiten, wie sie die moralische Verantwortung der Weltgemeinschaft hinsichtlich der Rohstoffnutzung bewerten.
Es handelt sich um einen problemorientierten Theorievergleich, bei dem die Argumentationslinien beider Philosophen systematisch gegenübergestellt und auf ihre Anwendbarkeit auf aktuelle globale Probleme geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Geltungsbereichs von Gerechtigkeit, die Analyse des internationalen Handels und die Prüfung konkreter Möglichkeiten für eine gerechtere Weltordnung.
Wichtige Begriffe sind Globale Gerechtigkeit, Souveränität, Ressourcenfluch, Institutionenethik und die Positionen von Nagel und Pogge.
Nagel vertritt einen stärkeren Etatismus und sieht Gerechtigkeit primär als Pflicht innerhalb von Nationalstaaten, während Pogge ein moralischer Universalist ist, der eine Mitverantwortung für globale Armut durch ungerechte Institutionen postuliert.
Pogge schlägt unter anderem eine "Globale Rohstoffdividende" vor, um die aus der Ressourcenextraktion erwachsenden Vorteile gerechter an die ärmsten Teile der Weltbevölkerung zu verteilen.
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