Examensarbeit, 2008
48 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Darstellung des Problems
2.1 Problembezogene Lerngruppenbeschreibung
2.2 Darstellung der Ausgangslage und Benennung des Problems
3. Theoretische Grundlagen
3.1. Die Methode des Lesetagebuchs
3.1.1 Geschichtliche Entwicklung der Methode des Lesetagebuchs
3.1.2 Definition der unterschiedlichen Formen des Lesetagebuchs
3.1.3 Begründete Entscheidung für die Wahl einer Form des Lesetagebuchs
3.2 Zum Begriff der Motivation und seine Bedeutung für die Arbeit mit Lesetagebüchern
3.3 Leistungsbewertung in Form von Lesetagebüchern
4. Praktische Umsetzung
4.1 Konzeptionelle Überlegungen zur geplanten Durchführung
4.2 Durchführung des Unterrichtsvorhabens
4.2.1 Unterrichtsverlauf
4.2.2 Dokumentation der Durchführung anhand exemplarischer Schülertexte
5. Evaluation und Reflexion
6. Perspektiven für die Weiterarbeit
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang
8.1 Formblatt zur Erstellung des Lesetagebuchs zu Otfried Preußlers Roman ‚Krabat‘
8.2 Formblatt zur Erstellung des Prozessportfolios zu ‚Wilhelm Tell‘ von Friedrich Schiller
8.3 Schülertext zur Apfelschussszene
8.4 Schülertext: Innerer Monolog aus der Sicht von Wilhelm Tell in der Apfelschussszene
8.5 Schülertext: Brief an den Autor
8.6 Schülertext: Brief an den Autor
8.7 Schülerarbeit: Zeichnung zu einer Szene des Dramas
8.8 Schülerarbeit: Gestaltung eines Deckblattes
8.9 Schülerarbeit: Ein Comic zur Apfelschussszene
8.10 Feedbackbogen einer Schülerin
8.11 Feedbackbogen eines Schülers
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Methode des Lesetagebuchs (bzw. Prozessportfolios) dazu geeignet ist, die Motivation von Schülern der Klasse 8 beim Umgang mit anspruchsvollen Ganzschriften im Deutschunterricht zu steigern, das Textverständnis zu fördern und eine alternative Form der Leistungsbewertung zu etablieren.
3.1.2 Definition der unterschiedlichen Formen des Lesetagebuchs
Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Zielsetzungen, die das Lesetagebuch seit seiner Einführung im Deutschunterricht durchlaufen hat, haben sich nicht nur inhaltlich, sondern auch formal unterschiedliche Konzepte des Lesetagebuchs entwickelt.
Nach Gerd Bräuer lassen sich mittlerweile vor allem drei Konzepte von Lesetagebüchern unterscheiden: das Tagebuch, das Portfolio und das Arbeitsjournal. Das Lesetagebuch im traditionellen Sinne begleitet, protokolliert und dokumentiert den individuellen Leseprozess. Es enthält mehr oder weniger stark vorgegebene Aufgaben, die von den Schülern in einem gewissen Zeitrahmen bearbeitet werden müssen. Häufig sind die Eintragungen zudem im Tagebuchstil verfasst. Bräuer kritisiert die Bezeichnung des Lesetagebuchs, da sie seiner Meinung nach eher einen privaten Diskurs darstellen, der nur für den Schreiber selbst und nicht für Außenstehende bestimmt ist. Durch die Veröffentlichung der Lesetagbücher vor den Mitschülern und dem Lehrer wird der eigentlich geschützte Bereich des Tagebuchschreibens, „in dem auch Platz für Geheimes, Gewagtes, Probeweises und Unfertiges“ sein sollte, verlassen. Dies kann zu einer Verfremdung dessen führen, was man eigentlich hätte schreiben wollen, es aus Angst vor den Lesern oder der Beurteilung durch den Lehrer aber nicht tut.
Obwohl die Bezeichnung Lesetagebuch vor allem im schulischen Kontext am weitesten verbreitet ist, und häufig als Überbegriff für die Methode im Allgemeinen verwendet wird, präferiert Bräuer doch eher den Begriff des Arbeitsjournals, wenn Mitschüler und Lehrer als Leser und Kommentatoren auftreten und dadurch das Lesetagebuch aus seinem privaten und geschützten Bereich gehoben wird. Das Lese- bzw. Arbeitsjournal ist nach Bräuer ein Arbeitstagebuch bzw. ein Werkstattbericht, in dem die Entwicklung, Kommentierung und Bewertung von Texten dokumentiert wird und damit stark dem Portfolio ähnelt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten von Schülern mit Lese- und Schreibanforderungen und führt die Methode des Lesetagebuchs als Lösungsansatz ein.
2. Darstellung des Problems: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe der Klasse 8a und legt die Motivation für die Erprobung der Methode bei der Lektüre des Dramas "Wilhelm Tell" dar.
3. Theoretische Grundlagen: Hier werden die geschichtliche Entwicklung, verschiedene Konzepte sowie die motivationale und bewertungstechnische Bedeutung von Lesetagebüchern theoretisch fundiert.
4. Praktische Umsetzung: Dieser Abschnitt erläutert die konzeptionellen Überlegungen, den tabellarischen Unterrichtsverlauf und die Dokumentation der Methode anhand von Schülerarbeiten.
5. Evaluation und Reflexion: Der Autor bewertet die Wirksamkeit der Methode, reflektiert aufgetretene Schwierigkeiten und diskutiert die Erkenntnisse aus den Schülerergebnissen.
6. Perspektiven für die Weiterarbeit: Abschließend werden Optimierungsmöglichkeiten und Empfehlungen für den zukünftigen Einsatz der Methode in der Unterrichtspraxis gegeben.
Lesetagebuch, Prozessportfolio, Deutschunterricht, Ganzschrift, Motivation, Textverständnis, Leistungsbewertung, Schülertexte, Wilhelm Tell, Schreibdidaktik, Lektürebegleiter, Binnendifferenzierung, Reflexion, Unterrichtspraxis, Literaturdidaktik
Die Arbeit untersucht den Einsatz des Lesetagebuchs als methodisches Werkzeug im Deutschunterricht einer Klasse 8, um Schüler zur intensiven Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Ganzschriften zu motivieren.
Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Lesetagebucharbeit, die Steigerung der Lernmotivation, die Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen sowie die Möglichkeiten einer alternativen Leistungsbewertung.
Das Hauptziel ist zu klären, inwieweit sich die Methode des Lesetagebuchs zur Lektüreunterstützung bei einem klassischen Drama wie "Wilhelm Tell" eignet und welchen Lernertrag die Schüler dabei erzielen.
Es handelt sich um eine praxisorientierte Erprobungsarbeit, in der theoretische didaktische Konzepte in einem realen Unterrichtsvorhaben angewendet, dokumentiert und anschließend evaluiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Motivation, Leistungsbewertung) und die konkrete praktische Umsetzung der Methode anhand von Unterrichtssequenzen und der Analyse exemplarischer Schülertexte.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Lesetagebuch, Prozessportfolio, Ganzschrift, Motivation und Leistungsbewertung charakterisiert.
Die Wahl fiel auf "Wilhelm Tell", da es als Lehrplanlektüre für die Jahrgangsstufe 8 vorgesehen ist, jedoch aufgrund der altertümlichen Sprache und dramatischen Form hohe Hürden für die Schüler aufweist, die durch das Portfolio abgemildert werden sollten.
Die Schüler bewerteten die Benotung der Portfolios ambivalent; sie wünschten sich zwar Sicherheit durch Kriterien, fühlten sich aber in ihrem kreativen und freien Schreibprozess durch den Aspekt der Leistungsbewertung teilweise gehemmt.
Der Autor schlussfolgert, dass zu offene Arbeitsvorgaben jüngere oder schwächere Schüler anfangs verunsichern können, weshalb eine Balance zwischen Freiheit zur individuellen Entfaltung und konkreten inhaltlichen Impulsen notwendig ist.
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