Diplomarbeit, 2001
139 Seiten, Note: 1,9
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Was ist Management?
2.2 Was ist ein Managementkonzept?
3 Entstehung des Managements
3.1 Historische Begründung zur Entstehung des Managements
3.1.1 Arbeitspolitische Lage im ausgehenden 18. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts
3.1.2 Die Industrialisierung als Wendepunkt
3.1.3 Der Wandel der Produktionsformen
3.2 Theoretische Begründung zur Entstehung des Managements
3.2.1 Ausgangsprobleme in Unternehmen
3.2.1.1 Das Koordinationsproblem
3.2.1.2 Das Kontrollproblem
3.2.1.2.1 Theoretische Hintergründe der Kontrollthematik – Struktur versus Akteur
3.2.1.2.2 Zentrale Aspekte der Arbeitskontrolle – BRAVERMAN und Andere
3.3 Management als Lösung
4 Klassische Managementkonzepte
4.1 Managementkonzepte der Betriebswirtschaftslehre
4.1.1 Der Taylorismus
4.1.1.1 Zur Person TAYLORs
4.1.1.2 Das Konzept der „Wissenschaftlichen Betriebsführung“
4.1.1.2.1 Denkhintergründe dieses Konzeptes
4.1.1.2.2 Kerngedanken der „Wissenschaftlichen Betriebsführung“
4.1.1.3 Kritische Betrachtung des Taylorismus
4.1.2 Die praktische Weiterentwicklung: Der Fordismus
4.1.2.1 Ansatzpunkte der Weiterentwicklung
4.1.2.2 Kerngedanken des Fordismus
4.1.2.3 Wesentliche Veränderungen
4.1.2.4 Kritik am Fordismus
4.1.3 Lösung der Ausgangsprobleme?
4.1.3.1 Lösung des Koordinationsproblems?
4.1.3.2 Lösung des Kontrollproblems?
4.2 Managementkonzepte der Soziologie
4.2.1 Richard Edwards: Die drei Formen der Kontrolle
4.2.1.1 Ausgangsüberlegungen
4.2.1.2 Die Gründe des Arbeitskampfes oder: Die Notwendigkeit der Arbeitskontrolle
4.2.1.3 Die Dimensionen der Kontrolle
4.2.1.4 Die drei Formen der Kontrolle
4.2.1.4.1 Die einfache oder persönliche Kontrolle
4.2.1.4.2 Die technische Kontrolle
4.2.1.4.3 Die bürokratische Kontrolle
4.2.1.5 Schlußbetrachtung und Ausblick
5 Dilemmata des Managements
5.1 Rahmen der Kontrolle durch das Management
5.2 Wer kontrolliert die Kontrolleure?
5.2.1 Notwendigkeit der Managementkontrolle
5.2.1 Beispiele opportunistischen Managerhandelns
6 Moderne Managementkonzepte
6.1 Entwicklung moderner Managementkonzepte
6.1.1 Begründung der permanenten Entwicklung
6.1.2 Ein Überblick moderner Managementkonzepte
6.2 Ausgewählte Konzepte
6.2.1 Lean Management
6.2.1.1 Ursprung des Lean Managements
6.2.1.2 Ausgangsprobleme in Unternehmen und Wirtschaft
6.2.1.3 Lean Management - Das Konzept
6.2.1.4 Kontrollaspekte im Lean Management
6.2.1.5 Kritik
6.2.2 Business Reengineering
6.2.2.1 Ursprung des Business Reengineering
6.2.2.2 Ausgangsprobleme in Unternehmen und Wirtschaft
6.2.2.3 Business Reengineering - Das Konzept
6.2.2.3.1 Die „Schlagworte“ des Business Reengineering
6.2.2.3.2 Merkmale „reengineerter“ Unternehmen
6.2.2.4 Kontrollaspekte im Business Reengineering
6.2.2.5 Kritik
7 Lösung alter Probleme oder Schaffung neuer?
8 Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Managements als Instanz zur Koordination und Kontrolle in industriellen Unternehmen. Ausgehend von den klassischen Konzepten des Taylorismus und Fordismus analysiert der Autor kritisch, ob moderne Managementkonzepte wie Lean Management und Business Reengineering tatsächlich bestehende Kontrollprobleme lösen oder lediglich neue Herausforderungen schaffen.
Die industrielle Revolution als Wendepunkt
Wie oben erwähnt nennt STEAHLE „die industrielle Revolution als Geburtsstunde des industriellen Managements“ (STAEHLE 1999, S. 4). Dabei unterscheidet er die Industrialisierung in England, in Deutschland und in Nordamerika. In England nimmt sie gegen Mitte des 18.Jahrhunderts ihren Ausgang; eindrucksvoll dokumentiert durch technische Innovationen wie die erste Spinnmaschine im Jahre 1735 und die erste Dampfmaschine 1769, beides durch J. Wyatt. Besonders aber auch die Tatsache eines zunehmend liberalisierten Weltmarktes und die Erkenntnis der produktionstechnischen Vorteile der Arbeitsteilung durch A. Smith im Jahre 1776 waren zusammen mit der Existenz eines liberalen Staates die Vorraussetzungen für die Entwicklung hin zur kapitalistischen Marktwirtschaft. (vgl. STAELE 1999, S. 4)
„Ende des 18. Jh., als England schon zu weiten Teilen industrialisiert ist, präsentiert sich Deutschland noch als Agrarland; 85% der Bevölkerung leben auf dem Lande (...). Die vorherrschende Produktionsform ist das Handwerk. Der Beginn der Industrialisierung wird für Deutschland mit den Jahren 1835-1845 angegeben. Verschiedenen Entwicklungen haben diesen gesellschaftlichen und sozialen Prozeß ermöglicht bzw. gefördert.“ (STAELE 1999, S.5) Dazu zählt STAEHLE zum einen die Gründung des Deutschen Reiches, was zur Vereinheitlichung von Währung und Wirtschaftspolitik - und somit schließlich zur Schaffung eines wirtschaftlichen Großraumes - führte. Zum anderen nennt er als weitere Entwicklungsgrundlage das starke Bevölkerungswachstum, wodurch die Lohnkosten sanken extrem sanken. Damit zusammenhängend erwähnt er weiterhin den rasch voranschreitenden Ausbau des Verkehrsnetzes - hier vor allem der des deutschen Eisenbahnnetzes - dessen Auswirkungen die Vergrößerung des Absatzmarktes und eine gestiegene Nachfrage auf diesem Markt waren. (vgl. STAEHLE 1999, S. 5-6) Weiter begründet er die Ausbildung zahlreicher Industriezweige durch die „bahnbrechenden Erfindungen“ (ebenda) dieser Tage. So entstanden der Maschinenbau (ab 1835), die Chemische Industrie (ab 1850), die Elektronische Industrie (ab 1880) und die Automobilindustrie (ab 1883) (vgl. ebenda).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Kontrolle in der modernen Gesellschaft und leitet die Forschungsfrage zur Kontrollproblematik im industriellen Management her.
2 Begriffsbestimmung: Hier werden die zentralen Begriffe Management und Managementkonzepte definiert und theoretisch eingeordnet.
3 Entstehung des Managements: Dieses Kapitel analysiert die historische und theoretische Genese des Managements als Reaktion auf Koordinations- und Kontrollprobleme in der Industrialisierung.
4 Klassische Managementkonzepte: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung des Taylorismus und Fordismus sowie des soziologischen Kontrollmodells von Richard Edwards.
5 Dilemmata des Managements: Das Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen Managementkontrolle und dem Opportunismus der Akteure.
6 Moderne Managementkonzepte: Eine umfassende Analyse aktueller Konzepte wie Lean Management und Business Reengineering im Kontext ihrer Lösungsfähigkeit für bestehende Kontrollprobleme.
7 Lösung alter Probleme oder Schaffung neuer?: Hier findet eine kritische Synthese der bisherigen Erkenntnisse statt, um die Wirksamkeit der Managementkonzepte zu hinterfragen.
8 Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die anhaltende Relevanz der Kontrollthematik in modernen Unternehmen.
Management, Managementkonzepte, Arbeitskontrolle, Koordination, Industrialisierung, Taylorismus, Fordismus, Lean Management, Business Reengineering, Arbeitsteilung, Organisationsstruktur, Kontrolle, Prozessmanagement, Transformation, Effizienzsteigerung.
Die Arbeit analysiert, wie das Management als Instanz zur Koordination und Kontrolle in industriellen Betrieben entstanden ist und wie es sich von klassischen Methoden (Taylorismus/Fordismus) zu modernen Konzepten (Lean Management/Business Reengineering) weiterentwickelt hat.
Die zentralen Felder sind die historische Entstehung des Managements, die theoretische Begründung der Arbeitskontrolle, der Vergleich verschiedener Managementkonzepte sowie die Diskussion über opportunistisches Handeln von Akteuren innerhalb von Unternehmen.
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob moderne Managementkonzepte tatsächliche Lösungen für die Kontrollproblematik bieten oder ob sie lediglich bestehende Probleme auf andere Ebenen verschieben.
Es handelt sich um eine freie wissenschaftliche Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse soziologischer und betriebswirtschaftlicher Theorien basiert, um die industrielle Arbeitskontrolle historisch und systematisch herzuleiten.
Im Hauptteil werden zunächst der Taylorismus und Fordismus als klassische Lösungen für das Koordinations- und Kontrollproblem untersucht. Danach folgen die soziologische Betrachtung der Arbeitskontrolle durch Richard Edwards sowie eine tiefe Analyse von Lean Management und Business Reengineering.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Managementkontrolle, Arbeitsteilung, industrielle Beziehungen, Rationalisierung und organisatorische Reengineering-Prozesse charakterisieren.
Der Autor sieht das Management als notwendige, aber durch Opportunismus anfällige Instanz, die durch neue Konzepte wie Partizipation versucht, die Kontrolle effizienter oder unauffälliger auszugestalten.
Die IT wird als entscheidendes Hilfsmittel bei Business Reengineering gesehen, um durch Datenvernetzung und Expertensysteme die Kontrolle zu dezentralisieren und Prozesse radikal neu zu gestalten.
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