Wissenschaftliche Studie, 2013
59 Seiten
1 Einleitung
2 Das Forschungsprojekt GUESSS
2.1 Teilnehmende Hochschulen
2.2 Charakteristika der Befragten
2.2.1 Alter
2.2.2 Geschlecht
2.2.3 Nationalität
2.3 Studienstufe
2.4 Studienfächer
3 Die Entrepreneurship Education-Angebote der Hochschulen
3.1 Wahrgenommene Angebote der Hochschulen
3.2 Unterstützungsbedarfe der Studierenden
3.3 Nutzung von Hochschulangeboten
3.4 Zufriedenheit der Studierenden mit dem genutzten Angebot
3.5 Einfluss des Hochschulangebotes auf Kompetenzen
4 Karriereabsichten von Studierenden
4.1 Karriereabsichten direkt und fünf Jahre nach dem Studium
4.2 Detaillierte Betrachtung der Karriereabsichten
4.2.1 Karriereabsichten direkt nach dem Studium
4.2.2 Karriereabsichten fünf Jahre nach dem Studium
4.2.3 Karriereabsichten nach Geschlecht
4.3 Motive der Befragten für die Wahl des zukünftigen Berufsweges
5 Ausmaß der Gründungsneigung und –aktivität von Studierenden
6 Potenzielle GründerInnen
6.1 Gründungsneigung nach Geschlecht
6.2 Gründungsneigung nach Alter
6.3 Unternommene Gründungsschritte
6.4 Branchen der geplanten Unternehmen
6.5 Idee zur Unternehmensgründung
6.6 Berufserfahrung
6.7 GründungspartnerInnen
6.8 Kapitalbedarf für die Unternehmensgründung
6.9 Gründungsbarrieren
7 Aktive GründerInnen
7.1 Charakteristika der aktiven GründerInnen
7.2 GründungspartnerInnen
7.3 Kapital
7.4 Angestellte und Umsatz
7.5 Branche
7.6 Gründungsidee
7.7 Bisherige Erfahrungen und Anstrengungen der aktiven GründerInnen
7.8 Finanzierungsquellen
8 Resümee und Schlussfolgerungen
8.1 Zusammenfassung der Erhebungsergebnisse
8.2 Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht das Gründungspotenzial sowie die tatsächlichen Gründungsaktivitäten von Studierenden an österreichischen Hochschulen im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts GUESSS. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis der unternehmerischen Einstellung zu gewinnen und darauf aufbauend Empfehlungen für die Gestaltung hochschulweiter Entrepreneurship-Education-Konzepte abzuleiten, um Studierende bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit zielgruppengerecht zu unterstützen.
1 Einleitung
Das Thema Unternehmensgründung und –nachfolge hat in den letzten Jahren international deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Gründungsstatistik der Wirtschaftskammern Österreichs weist für 2011 über 35.000 Personen aus, die den Weg in die Selbstständigkeit eingeschlagen haben.
Dabei kommt sowohl aus wirtschafts- als auch arbeitsmarktpolitischen Gründen innovationsorientierten Unternehmensgründungen durch AkademikerInnen hohe Bedeutung zu. Sowohl bei Studierenden als auch bei AbsolventInnen belegen Studien ein reges Interesse an der Karriereoption Selbstständigwerden und ein beachtliches Gründungspotenzial. Diejenigen, die kein Interesse an dieser Karriereoption zeigen sind deutlich in der Minderheit.
Ein beachtlicher Prozentsatz der Studierenden erwirbt dabei bereits während des Studiums einschlägige Praxiserfahrungen durch Mitarbeit in Familienunternehmen oder als UnternehmensinhaberIn. Dieses unternehmerische Potenzial kann durch Hochschulen und Einrichtungen der Unterstützungsinfrastruktur weiter gesteigert und in Unternehmensgründungen und –übernahmen umgesetzt werden. Da ein erheblicher Teil der Studierenden erst nach Studienabschluss und dem Erwerb von mehrjähriger Praxis- und Branchenerfahrung unternehmerisch tätig wird, ist für Hochschulen auch die systematische Unterstützung ihrer Alumni ein wichtiges Anliegen – nicht zuletzt wegen der hohen Bedeutung der unternehmerisch tätigen Alumni sowohl als role model als auch als Netzwerkpartner in der Ausbildung zukünftiger UnternehmerInnen.
Es ist deshalb sinnvoll, Maßnahmen der Entrepreneurship Education zielgruppenadäquat auszurichten, um die Effektivität und Effizienz der Unterstützungsaktionen und –programme zu erhöhen und einen hohen Umsetzungserfolg sowohl hinsichtlich Veränderungen der Einstellung zu selbstständig werden als auch nachhaltig wirksamer Unternehmensgründungen und –übernahmen zu erzielen. Zielführend ist dabei die Erarbeitung hochschulweiter Entrepreneurship-Education-Konzepte mit Zielrichtung „entrepreneurial university“. Hochschulseitig wurde dem bereits durch die Einrichtung internationaler Netzwerke und Arbeitskreise Rechnung getragen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Unternehmensgründung und -nachfolge für AkademikerInnen und betont die Rolle der Hochschulen bei der Förderung dieses Potenzials durch gezielte Bildungsangebote.
2 Das Forschungsprojekt GUESSS: Dieses Kapitel beschreibt das internationale Forschungsprojekt GUESSS, dessen methodischen Rahmen und die Datenerhebung an den teilnehmenden österreichischen Hochschulen.
3 Die Entrepreneurship Education-Angebote der Hochschulen: Hier wird die Wahrnehmung, Nutzung und Zufriedenheit der Studierenden bezüglich des unternehmerischen Bildungsangebots an ihren Hochschulen analysiert.
4 Karriereabsichten von Studierenden: Das Kapitel betrachtet die beruflichen Pläne der Studierenden sowohl direkt nach dem Abschluss als auch mit einer Fünfjahresperspektive unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren.
5 Ausmaß der Gründungsneigung und –aktivität von Studierenden: Dieser Abschnitt klassifiziert die Studierenden in Nicht-Gründer, potenzielle und aktive GründerInnen und vergleicht diese Ergebnisse mit internationalen Daten.
6 Potenzielle GründerInnen: Hier liegt der Fokus auf der Gruppe der gründungsinteressierten Studierenden, ihren Gründungsschritten, Branchenpräferenzen, Kapitalbedarfen und den wahrgenommenen Barrieren.
7 Aktive GründerInnen: Dieses Kapitel charakterisiert die bereits unternehmerisch tätigen Studierenden hinsichtlich ihrer Gründungserfahrung, Partnerwahl, Finanzierung und ihrer persönlichen unternehmerischen Anstrengungen.
8 Resümee und Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Gestaltung zukünftiger Entrepreneurship-Education-Maßnahmen ab.
Entrepreneurship Education, Unternehmensgründung, Studierende, Gründungspotenzial, GUESSS, Österreich, Karriereabsichten, Gründungsneigung, Gründungsbarrieren, Unternehmertum, Praxiserfahrung, Finanzierung, Gründerkultur, Hochschulen, Start-up
Die Studie analysiert im Rahmen des GUESSS-Projekts das Gründungspotenzial sowie die tatsächlichen unternehmerischen Aktivitäten von Studierenden an österreichischen Hochschulen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Evaluierung von Entrepreneurship-Bildungsangeboten an Hochschulen, die Analyse von Karriereabsichten, die Erfassung von Gründungsmotiven und die Identifikation von Barrieren für GründerInnen.
Das Ziel ist es, ein empirisches Abbild der Gründungsneigung zu erstellen, um daraus fundierte, zielgruppenorientierte Empfehlungen für eine effektive Förderung von Entrepreneurship an Hochschulen abzuleiten.
Es handelt sich um eine quantitative Online-Befragung (GUESSS 2011), an der 4.548 Studierende aus 23 verschiedenen österreichischen Hochschulen teilgenommen haben.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Lehrangeboten, die Untersuchung von Karriereabsichten, die Differenzierung der Gründungsneigung und eine detaillierte Betrachtung sowohl von potenziellen als auch von bereits aktiven GründerInnen.
Wichtige Schlagworte sind Entrepreneurship Education, Gründungspotenzial, Karriereabsichten, Gründungsbarrieren und Unternehmertum.
Die Studie zeigt, dass die Gründungsneigung tendenziell mit dem Alter und der damit einhergehenden Berufserfahrung zunimmt, wobei die meisten potenziellen GründerInnen über 31 Jahre alt sind.
Dem Eigenkapital wird die höchste Bedeutung beigemessen, gefolgt von Bankkrediten und Mitteln aus dem Familien- oder Freundeskreis, während externe Investoren eine eher untergeordnete Rolle spielen.
Die Studierenden zeigen sich mehrheitlich zufrieden, weisen jedoch auf einen gewissen Veränderungsbedarf hin, insbesondere im Hinblick auf eine stärkere Praxisorientierung und die Notwendigkeit maßgeschneiderter Unterstützungsleistungen.
Ja, Frauen empfinden den Zugang zu Kapital und das finanzielle Risiko häufiger als signifikant größere Hürden, während bei Männern das Fehlen einer konkreten Geschäftsidee als stärkeres Hindernis wahrgenommen wird.
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