Diplomarbeit, 2001
79 Seiten, Note: sehr gut (1,5)
1 Einleitung
2 Gesellschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik
2.1 Die Entwicklung unserer Bevölkerung
2.1.1 Geburtenhäufigkeit
2.1.2 Bevölkerungsstruktur und Altersverteilung
2.1.3 Aus- und Zuwanderungen
2.1.4 Familien- und Hauhaltsstrukturen
2.1.5 Einstellung und Wertorientierung in unserer Gesellschaft
2.1.6 Frauen zwischen Erwerbstätigkeit und Familienarbeit
2.2 Die Konsequenzen dieser Entwicklung
3 Was ist Unterstützungs- bzw. Case Management
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Definition
3.3 Warum brauchen Menschen einen Unterstützungsmanager ?
3.3.1 Externe Behinderungen
3.3.2 Eigenes Unvermögen
3.3.3 Interne Hemmungen
3.4 Ziele und Funktionen von Unterstützungs- oder Case Management
3.4.1 Der Unterstützungsmanager als „Anwalt“ des Klienten
3.4.2 Der Unterstützungsmanager als „Vermittler“
3.4.3 Der Unterstützungsmanager als „Torwächter“
3.5 Case Management Konzepte und ihre Klassifizierung
3.6 Die verschiedenen Stadien des Unterstützungsmanagements
3.6.1 Stadium 1: Verpflichtung oder Engagement
3.6.2 Stadium 2: Einschätzung oder Assessment
3.6.3 Stadium 3: Planung
3.6.4 Stadium 4: Erschließung der Ressourcen
3.6.5 Stadium 5: Koordination
3.6.6 Stadium 6: Entpflichtung oder Disengagement
4 Der Sozialpädagoge als selbstständiger Unterstützungsmanager
4.1 Berufliche Selbstständigkeit versus Anstellung in einer Organisation
4.1.1 Anstellung oder Selbstständigkeit – eine Gegenüberstellung
4.2 Der Unterstützungsmanager als freiberuflicher Dienstleister
4.2.1 Das Arbeitsfeld und die Zielgruppe der Unterstützungsleistung
4.2.2 Aufgaben des Unterstützungsmanagers
4.2.3 Zusätzliche Qualifikationen des Unterstützungsmanagers
4.3 Die Finanzierung der freiberuflichen Unterstützungsleistung
4.3.1 Die Privatisierung sozialer Dienstleistungen
4.3.2 Die Berufsbetreuung als Vorbild eines Finanzierungskonzeptes für freiberufliches Unterstützungsmanagement
4.4 Rechtsformen für Freiberufler im Sozialsektor
4.5 Der Hausarzt als Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen und psychosozialen Krisen
4.5.1 Kooperation des Hausarztes mit anderen Berufsgruppen
4.6 Unterschiedliche Kooperationsmodelle
4.6.1 Der Unterstützungsmanager als Angestellter des Hausarztes
4.6.2 Der Unterstützungsmanager als selbstständiger Partner des Hausarztes
4.6.3 Die Kooperation des Unterstützungsmanagers mit anderen Berufsgruppen und Institutionen
4.6.4 Gegenüberstellung der einzelnen Modelle
5 Zusammenfassung
6 Resümee
Diese Diplomarbeit untersucht, ob eine freiberufliche Tätigkeit als Case Manager in der Bundesrepublik eine realistische Alternative zu Anstellungsverhältnissen im Sozial- und Gesundheitswesen darstellt, insbesondere mit Blick auf die Unterstützung älterer Menschen. Dabei wird analysiert, wie diese Profession finanziert, rechtlich strukturiert und durch Kooperationsmodelle, etwa mit Hausärzten, nachhaltig etabliert werden kann.
3.4.1 Der Unterstützungsmanager als „Anwalt“ des Klienten
„Advocacy“ - die anwaltschaftliche Funktion des Case Management – ist eine mit der Sozialen Einzelhilfe vergleichbare, helfende Form der Unterstützung. Sie zielt auf Menschen, die aufgrund von unvorhergesehener Lebenskrisen (Unfall, schwere Erkrankung, Arbeitslosigkeit) oder konfliktträchtigen Lebenssituationen (z.B. Armut, Behinderung, mangelnde Bildung, hohes Alter) kurz-, mittel- oder langfristig nicht in der Lage sind, ihre persönlichen Interessen ausreichend geltend zu machen.
Die anwaltschaftliche Intervention des Case Managers soll dieses Klientel dabei unterstützen, seine individuellen Bedürfnisse und Bedarfe gegenüber den entsprechenden politisch-institutionellen Instanzen geltend zu machen und zu realisieren. Wichtig hierbei ist, dass der Unterstützungsmanager die Situation seines Klienten nicht nur aus seinem professionellen Fallverständnis heraus wahrnimmt, sondern sie zudem aus der Perspektive des Klienten betrachtet.
So lassen sich der mögliche Verlauf einer Erkrankung oder sozialen Krise voraussehen und der daraus resultierende Hilfe- bzw. Versorgungsbedarf unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und der Ressourcen des Klienten bestimmen. Soziale Krisen oder Erkrankungen können so vermieden oder ihre Auswirkungen gelindert werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Case Managements bei der Umstrukturierung von Sozial- und Gesundheitssystemen ein und formuliert das Ziel der Diplomarbeit.
2 Gesellschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik: Das Kapitel analysiert demographische Veränderungen, wie die alternde Gesellschaft und Familienstrukturen, als Herausforderung für soziale Sicherungssysteme.
3 Was ist Unterstützungs- bzw. Case Management: Hier werden Definitionen und Kernfunktionen des Case Managements beleuchtet sowie verschiedene Phasen des Unterstützungsprozesses detailliert beschrieben.
4 Der Sozialpädagoge als selbstständiger Unterstützungsmanager: Dieses Hauptkapitel diskutiert die Bedingungen freiberuflicher Tätigkeit, Finanzierungsmodelle und praktische Kooperationsmodelle zwischen Case Managern und anderen Professionen wie Hausärzten.
5 Zusammenfassung: Es erfolgt ein Rückblick auf die demographischen Analysen und die Notwendigkeit einer professionellen, bedarfsgerechten Ausrichtung der Sozialen Arbeit.
6 Resümee: Das Schlusskapitel bewertet das Potenzial von Case Management als Zukunftsperspektive und betont den Bedarf an besseren rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.
Case Management, Unterstützungsmanagement, Soziale Arbeit, Freiberuflichkeit, Altenhilfe, Sozialsektor, Gesundheitswesen, Demographischer Wandel, Ressourcensteuerung, Kooperationsmodell, Advocacy, Fallmanagement, Sozialgesetzbuch, Finanzierungskonzept, Professionalisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung und Ausgestaltung von Case Management als professionelle Methode in der Sozialen Arbeit in der Bundesrepublik, mit einem besonderen Fokus auf die freiberufliche Ausübung.
Die Themen umfassen gesellschaftliche und demographische Veränderungen, theoretische Konzepte des Case Managements sowie die praktische Umsetzung einer freiberuflichen Tätigkeit im Sozialsektor.
Das Ziel ist die Klärung, ob und wie eine freiberufliche Tätigkeit als Case Manager eine tragfähige Zukunftsperspektive für Sozialpädagogen bieten kann, um Versorgungslücken für ältere Menschen zu schließen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Ableitung von Modellen, unter anderem durch den Vergleich mit der bereits etablierten Berufsbetreuung.
Der Hauptteil analysiert die Rolle als freiberuflicher Dienstleister, diskutiert Finanzierungsfragen, untersucht Rechtsformen für Freiberufler und entwickelt spezifische Kooperationsmodelle zwischen Case Managern und Hausärzten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Case Management, Freiberuflichkeit, Sozialsektor, Altenhilfe und die anwaltschaftliche Funktion des Unterstützungsmanagers.
Der Case Manager ist in der Regel zeitlich befristet tätig, um den Klienten zur Selbsthilfe zu befähigen, während der Berufsbetreuer oft langfristige, rechtlich autorisierte Vertretungsfunktionen ausübt.
Hausärzte fungieren als niedrigschwelliger erster Anlaufpunkt für Senioren; eine Kooperation ermöglicht es, soziale und medizinische Probleme effizient zu verknüpfen und Versorgungslücken zu schließen.
Die starre Trennung zwischen Gesundheits- und Sozialsystemen sowie die Abhängigkeit von Drittfinanzierern erschweren direkte Abrechnungsmodelle für freiberufliche soziale Dienstleistungen.
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