Masterarbeit, 2010
100 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
Einleitung
I. Theoretische Grundlagen – Life-Event-Forschung im Überblick
1. Kritische Lebensereignisse als Forschungsgegenstand
2. Ausgewählte Erklärungsmodelle in der Life-Event-Forschung
2.1 Stresstheoretische Konzepte
2.2 Personale Kontrolle und Erlernte Hilflosigkeit
2.3 Einzelereignisanalysen und Entwicklung von Stufenmodellen
3. Kritische Lebensereignisse und psychische Störungen
II. Biografische Ereignisse im Spiegel der Sucht - eine Untersuchung
1. Planung und Vorbereitung
1.1 Forschungsziele und Fragestellungen
1.2 Auswahlverfahren
1.2.1 Methodenauswahl
1.2.2 Stichprobenauswahl
1.3 Konstruktion des Interview-Leitfadens
2. Erhebungsphase
2.1 Fallkonstellationen und Hintergrundwissen
2.2 Allgemeiner Interviewverlauf
2.3 Ergänzende Eindrücke und Problematiken
3. Präsentation der Ergebnisse
3.1 Kategorienbildung
3.2 Zuordnung des Datenmaterials
3.2.1 "Er hat sein Soldatenleben auch nach Hause mitgebracht." (Interview I)
3.2.2 "Der Sport hat mein Leben bestimmt." (Interview II)
3.2.3 "Ich war schon immer ein Querulant." (Interview III)
3.2.4 "Vielleicht kann ich mich deshalb nicht so gut durchsetzen." (Interview IV)
3.2.5 "Ich dachte immer, ich bin so unwichtig." (Interview V)
3.2.6 "Ich hatte unheimliche Selbstzweifel." (Interview VI)
3.3 Überblick über die Ergebnisse
3.3.1 Kategorie A: Persönlichkeitsvariablen
3.3.2 Kategorie B: Art der Ereignisse
3.3.3 Kategorie C: Individuelles Belastungserleben
3.3.4 Kategorie D: Individuelle Bedeutung für den Suchtverlauf
3.4 Fachliche Einschätzung der individuellen Suchtentwicklung
4. Diskussion
5. Ausblick
Die vorliegende Master Thesis untersucht den Zusammenhang zwischen kritischen Lebensereignissen (Life Events) und der Entstehung sowie Aufrechterhaltung von Suchterkrankungen. Ziel ist es, aus der subjektiven Perspektive Betroffener zu eruieren, welche Bedeutung sie einzelnen Ereignissen in ihrem Lebensverlauf beimessen und wie diese in Verbindung mit ihrer Sucht stehen.
3.2.1 »Er hat sein Soldatenleben auch nach Hause mitgebracht.« (Interview I)
Herr G. konnte insgesamt sieben verschiedene, voneinander abgrenzbare Lebensereignisse benennen, die seiner Einschätzung nach für seine Entwicklung bzw. seine Biografie von besonderer Bedeutung oder Prägnanz waren.
Im Bereich der Kindheit berichtete er zunächst davon, oft den Wohnort und somit auch die Schule gewechselt zu haben (E1). Dies sei stets mit der Notwendigkeit verbunden gewesen, sich neu zu integrieren und Herr G. schilderte offen seine damaligen Ängste. In besonderer Erinnerung waren Herrn G. außerdem die gemeinsamen Familienausflüge ans Rote Meer oder Besuche bei seiner Großmutter in seinem Geburtsort (E2).
Er sei spät in die Pubertät gekommen, aber stets ein guter Schüler gewesen, habe gerne ab der 9. Klasse das Internat besucht und viel Sport getrieben. Immer häufiger sei es ab dem 15./16. LJ jedoch dann zu Streitsituationen mit seinem Vater gekommen, der streng, kontrollierend und reglementierend beschrieben wird. Bis zum 19. LJ habe es mehrfach in der Woche Auseinandersetzungen mit dem Vater gegeben, beispielsweise wegen „zu spät kommen“. Der Vater habe dann oft laut geschrien oder Beleidigungen geäußert (» Du bist blöd. «) (E3).
Vorwort: Einleitung in die Bedeutung der Anamneseerhebung bei Suchterkrankten und die Beobachtung, dass trotz individueller Lebensgeschichten oft redundante kritische Lebensereignisse auftreten.
Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, welche Zusammenhänge zwischen kritischen Lebensereignissen und Suchterkrankungen bestehen, sowie Erläuterung des methodischen Aufbaus der Arbeit.
I. Theoretische Grundlagen – Life-Event-Forschung im Überblick: Überblick über psychologische Modelle zu kritischen Lebensereignissen, einschließlich stresstheoretischer Konzepte und Bindungstheorien, sowie deren Bezug zu psychischen Störungen.
II. Biografische Ereignisse im Spiegel der Sucht - eine Untersuchung: Darstellung der eigenen qualitativen Studie, beginnend mit Planung, Erhebungsphase (Fallvorstellungen) bis hin zur Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Kritische Lebensereignisse, Life Events, Suchterkrankung, Suchtverlauf, Anamnese, Biografie, qualitative Forschung, Leitfadeninterview, Belastungserleben, Stressbewältigung, Persönlichkeitsvariablen, Suchtentwicklung, psychische Störungen, Verlusterlebnisse, Traumata.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung möglicher Zusammenhänge zwischen kritischen Lebensereignissen und dem Entstehen oder der Aufrechterhaltung von Suchterkrankungen.
Zentrale Themen sind die theoretische Life-Event-Forschung, die Bedeutung biographischer Erlebnisse für Suchtpatienten und die klinische Einordnung dieser Erfahrungen.
Das primäre Ziel ist es, die subjektive Einschätzung von Suchtpatienten bezüglich ihrer prägenden Lebensereignisse und deren Stellenwert in ihrer Suchtgeschichte zu erfassen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, konkret die Durchführung teilstrukturierter Leitfadeninterviews mit sechs Patienten einer Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen.
Im Hauptteil werden die Planung, Durchführung und Auswertung der empirischen Untersuchung dargestellt, wobei insbesondere die einzelnen Fallgeschichten der Probanden und die Kategorisierung ihrer Erlebnisse im Fokus stehen.
Kritische Lebensereignisse, Suchterkrankung, Biografie, qualitative Forschung, Suchtentwicklung und Belastungserleben.
Die Arbeit zeigt, dass Patienten häufig dysfunktionale Bewältigungsstrategien wie Alkohol- oder Drogenkonsum nutzen, um belastende Gefühle wie Ängste, Kränkungen oder Verlustschmerz zu kompensieren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass individuelle Persönlichkeitsmerkmale und die Art der subjektiven Interpretation für die Bewertung von Lebensereignissen zentral sind, wobei keine signifikanten Korrelationen zu Alter oder Geschlecht gefunden wurden.
Die Untersuchung macht deutlich, dass viele Patienten Zusammenhänge zwar wahrnehmen, jedoch oft Schwierigkeiten haben, diese präzise zu verbalisieren, wobei der fachliche Blick therapeutisch unterstützend wirkt.
Der Konsum wird häufig als funktionales Mittel eingesetzt, um den "Boden unter den Füßen" zu stabilisieren oder unangenehme Gefühle, insbesondere nach traumatischen Erlebnissen, zu betäuben.
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