Masterarbeit, 2012
83 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Geschichtlicher Hintergrund
2.1 Puritaner
2.2 Quäker
2.3 Vergleich
3 Detaillierte Analyse von religiösen und sozialen Vorstellungen
3.1 Puritaner
3.1.1 Biografien
3.1.2 Religion und Gottesbild
3.1.3 Moralische und soziale Werte
3.2 Quäker
3.2.1 Biografien
3.2.2 Religion und Gottesbild
3.2.3 Moralische und soziale Werte
3.3 Vergleich
4 Puritaner und Quäker heute
4.1 Puritaner
4.2 Quäker
4.3 Vergleich
5 Einflüsse beider Gruppierungen auf die US-amerikanische Gesellschaft
5.1 Puritaner
5.2 Quäker
5.3 Vergleich
6 Schlusswort
Diese Arbeit untersucht die religiösen, moralischen und gesellschaftlichen Vorstellungen der Puritaner und Quäker, die als erste Gruppen nach Nordamerika auswanderten, um ihre jeweils eigene Form des Glaubens und der Gesellschaft zu etablieren. Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Überzeugungen aufzuarbeiten und den nachhaltigen Einfluss beider Gruppierungen auf die US-amerikanische Mentalität und Gesellschaft zu beleuchten.
3.1.2 Religion und Gottesbild
Die Puritaner, die im Jahr 1630 unter der Führung von John Winthrop in Massachusetts an Land gingen, waren der Überzeugung, dass sie in Amerika ein neues Israel errichten würden. Das biblische Bild des Heiligen oder Versprochenen Landes prägte daher schon sehr früh das Selbstverständnis der puritanischen Siedler, welche sich mit dem Volk Israel gleichsetzten und die Neue Welt mit einem neuen Land Kanaan. Dies führte zu dem unerschütterlichen Glauben, Gottes auserwähltes Volk zu sein (May; Winthrop 53).
Das wichtigste diesbezügliche Dokument ist John Winthrops berühmte Predigt „A Modell of Christian Charity“, welche er im Jahr 1630 auf der Überfahrt von Großbritannien nach Neuengland verfasste (53). Sein Ziel war es, die auf dem Schiff anwesenden Puritaner, die aus verschiedenen Teilen Englands kamen und unterschiedliche Hintergründe hatten, zu einer Gemeinschaft zusammenzuschweißen. So ermahnte er sie, dass sie sowohl mit Gott als auch miteinander ein Bündnis eingegangen seien und daher ihre individuellen Bedürfnisse hinter die der Gemeinschaft stellen sollten (Bremer 18-19). In der wichtigsten und berühmtesten Passage seiner Predigt betont Winthrop, dass sie wie eine Stadt auf einem Hügel sein sollten, da die Augen aller Völker auf ihnen weilten: „[. . .] for wee must consider that wee shall be as a citty upon a hill, the eies of all people are uppon us [. . .]“ (Winthrop 64). Ich denke, es ist an dieser Stelle wichtig, hervorzuheben, dass die Puritaner sich von Anfang an vorgenommen hatten, ein leuchtendes Vorbild zu sein, an dem sich die ganze Welt ein Beispiel nehmen sollte. Dies bedeutete andererseits jedoch auch die Verpflichtung, dieser Vorbildfunktion durch besonders moralisches Verhalten nachzukommen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Forschungsfrage und das Ziel, die unterschiedlichen religiösen und sozialen Vorstellungen der Puritaner und Quäker zu vergleichen und ihren Einfluss auf die US-amerikanische Gesellschaft zu analysieren.
2 Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel liefert die historischen Grundlagen der Puritaner und Quäker in England sowie ihre Beweggründe für die Auswanderung in die Neue Welt.
3 Detaillierte Analyse von religiösen und sozialen Vorstellungen: Eine tiefgehende Untersuchung der theologischen Positionen, moralischen Werte und gesellschaftlichen Rollenbilder beider Gruppierungen anhand von Primär- und Sekundärquellen.
4 Puritaner und Quäker heute: Dieses Kapitel befasst sich mit der Entwicklung und dem Fortbestehen der beiden Gruppierungen in der Gegenwart und analysiert, warum sich die Gruppen über die Jahrhunderte hinweg verändert oder aufgelöst haben.
5 Einflüsse beider Gruppierungen auf die US-amerikanische Gesellschaft: Eine Untersuchung des bleibenden Erbes beider Gruppen, insbesondere wie ihre Werte bis heute in die US-amerikanische Mentalität, Politik und Kultur einfließen.
6 Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse der Masterarbeit zusammen und reflektiert den Erkenntnisgewinn aus der Arbeit mit den historischen Quellentexten.
Puritaner, Quäker, Nordamerika, US-amerikanische Gesellschaft, Religionsgeschichte, Prädestinationslehre, Inneres Licht, Moral, Glaube, Gottesbild, Pazifismus, Sklavenhaltung, Demokratie, Emanzipation, John Winthrop, George Fox
Die Arbeit untersucht die religiösen, moralischen und sozialen Vorstellungen von zwei bedeutenden englischen Glaubensrichtungen, den Puritanern und den Quäkern, und deren prägenden Einfluss auf die Entwicklung der Vereinigten Staaten.
Die Arbeit behandelt Themen wie das Gottesbild, die Bedeutung der Bibel und Offenbarungen, die Arbeitsethik, das Verhältnis zu gesellschaftlichen Autoritäten, die Rolle der Frau und das Verständnis von Demokratie und Frieden.
Ziel ist es, die signifikanten Unterschiede und überraschenden Gemeinsamkeiten der beiden Gruppen herauszuarbeiten und zu verstehen, wie ihr kulturelles Erbe die heutige amerikanische Mentalität geformt hat.
Der Autor nutzt eine systematische Analyse schriftlicher Zeugnisse wie Briefe und Predigten der damaligen Zeit, ergänzt durch relevante Sekundärliteratur, um die Einstellungen der Anhänger direkt nachzuvollziehen.
Im Hauptteil werden zunächst die Biografien bedeutender Persönlichkeiten vorgestellt, gefolgt von einer detaillierten Analyse religiöser und sozialer Konzepte, die schließlich in einen Vergleich der beiden Gruppen mündet.
Wichtige Begriffe sind Prädestinationslehre (Puritaner), Inneres Licht (Quäker), gesellschaftliches Engagement, Pazifismus, religiöse Toleranz und der amerikanische Traum.
Die Arbeit zeigt, dass der Puritanismus im Laufe der Zeit durch einen allmählichen Prozess an Bedeutung verlor, als sich die Mitglieder durch ökonomischen Erfolg und den sogenannten "Half-Way-Covenant" von den strengen religiösen Ursprüngen entfernten.
Während die Puritaner ein dualistisches Bild eines liebenden, aber auch stark strafenden Gottes (Höllenqualen) hatten, betonten die Quäker nahezu ausnahmslos die Liebe und Güte Gottes als eine ständige, erfahrbare Kraft in ihrem Inneren.
Das Innere Licht galt den Quäkern als göttlicher Funke in jedem Menschen, der es ermöglicht, Sünden zu überwinden und Gottes Willen direkt zu erfahren, was die Bibel in ihrer Autorität für die Quäker in den Hintergrund drängte.
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