Doktorarbeit / Dissertation, 2010
327 Seiten, Note: Cum Laude
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
VORWORT
1 EINLEITUNG
1.1 ANIMAL FARM
1.2 ANIMAL FARMING HEUTE, ODER: DER GRUND FÜR DIE TIERETHIKDEBATTE
1.3 AUFBAU UND ZIELSETZUNG DIESER ARBEIT
2 ANTHROPOLOGISCHE PRÄMISSEN
2.1 EMPATHIE ALS GRUNDLAGE FÜR MITLEID BEIM MENSCHEN
2.1.1 Empathie und die Spiegelneurone
2.1.2 Mitgefühl und Mitleid
2.2 MORALFÄHIGKEIT BEIM MENSCHEN
2.2.1 (Neuro-)Theologie / Religion
2.2.2 Neurobiologie / Soziobiologie
2.2.3 (Kognitive) Ethologie / Soziologie
2.2.4 (Sozial-)Psychologie
2.2.5 (Neuro-)Philosophie / (Neuro-)Anthropologie
2.3 GERECHTIGKEITSSINN UND FAIRNESSEMPFINDEN
3 AUFHEBUNG DER KÜNSTLICHEN DICHOTOMIE
3.1 PHYSISCHE ÄHNLICHKEITEN
3.1.1 Evolutionstheorie
3.1.2 Biologie
3.1.3 Psychologie
3.1.4 Ethologie
3.2 „METAPHYSISCHE“ BZW. MENTALE ÄHNLICHKEITEN
3.2.1 Geist, Denken, Sprache und Intelligenz
3.2.2 Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Verstand
3.2.3 Schmerz- und Leidempfindung sowie deren Ausdruck im Verhalten
3.2.4 Gesellschaftsformen und Kultur
3.2.5 Empathie und Moral
3.2.6 Würde und Seele
3.3 WO LIEGT DER UNTERSCHIED?
4 DARSTELLUNG UND KRITIK KONKRETER TIERETHISCHER ANSÄTZE
4.1 SCHOPENHAUER UND DIE MITLEIDSETHIK
4.1.1 Über das Mitleid und die Grundlage der Moral
4.1.2 Kritik und Abgrenzung
4.2 ALBERT SCHWEITZER UND DER BIOZENTRISMUS
4.2.1 Ehrfurcht vor dem Leben
4.2.2 Kritik und Abgrenzung
4.3 PETER SINGER UND DER PRÄFERENZUTILITARISMUS
4.3.1 Der Präferenzutilitarismus
4.3.2 Kritik und Abgrenzung
4.4 TOM REGAN UND DER GRUND FÜR TIERRECHTE
4.4.1 Theorie der inhärenten Werte
4.4.2 Kritik und Abgrenzung
4.5 URSULA WOLF UND DAS GENERALISIERTE MITLEID
4.5.1 Das Konzept des generalisierten Mitleids
4.5.2 Kritik und Abgrenzung
4.6 WEITERE ERWÄHNENSWERTE POSITIONEN
4.6.1 Jean-Claude Wolf und die Interspezieskonflikte
4.6.2 Paola Cavalieri und die Frage nach den Tieren
4.6.3 Helmut Kaplan und die speziesistischen Denkstörungen
4.7 DIVERSE GEGENPOSITIONEN
4.7.1 Immanuel Kant und der „Indirekte-Pflichten-Ansatz“
4.7.2 Jan Narveson, Peter Carruthers und der Kontraktualismus
4.7.3 Carl Cohen und warum Tiere keine Rechte haben
4.7.4 Tibor R. Machan und der „Mythos Tierrechte“
5 DIE THESE DER PATHOZENTRISCHEN FAIRNESS-(TIER-)ETHIK
5.1 ZUSAMMENFASSUNG DER PRÄMISSEN
5.1.1 Empathie- und Moralfähigkeit
5.1.2 Gerechtigkeitssinn und Gewissen
5.1.3 Physiologische und psychologische Analogie zum Tier
5.1.4 Leidensfähigkeit und Leidvermeidung
5.1.5 Fairnessempfinden
5.2 DAS FAIRNESS-KONZEPT
5.2.1 Fairness und Gerechtigkeit für alle Tiere
5.2.2 „Artgerechte Haltung“ für den Menschen
5.2.3 Mit FAIRNESS auf der sicheren Seite
5.2.4 Grenzen der Fairness-Ethik
5.2.5 Die Forderung nach Tierrechten
5.3 IMPLIKATIONEN DER FAIRNESS-ETHIK
5.3.1 Tierversuche
5.3.2 Ernährung / Essverhalten
5.3.3 Nutztierhaltung
5.3.4 Haustierhaltung
5.3.5 Zoos, Zirkusse und Ähnliches
5.3.6 Schutz der Lebensräume
5.3.7 Fazit
5.4 VORSCHLÄGE ZUR IMPLEMENTIERUNG
5.4.1 Bildung
5.4.2 Politik
5.5 POSITIVE NEBENWIRKUNGEN
5.5.1 Ökologische Nachhaltigkeit bzw. Umweltschutz
5.5.2 Ökonomische Nachhaltigkeit
5.5.3 Faire Ressourcenverteilung
5.5.4 Meine Freunde ess’ ich nicht…
5.5.5 Ganzheitliche Vorteile für den Menschen
5.5.6 Kein schlechtes Gewissen
6 ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine übergreifende Ethikkonzeption zu entwickeln, die auf den Erkenntnissen der Neuroethik und Anthropologie basiert, um leidensfähige Tiere in den Kreis der moralisch zu berücksichtigenden Lebewesen aufzunehmen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern eine faire und konsequente Moral eine Ausweitung auf nichtmenschliche Tiere erfordert und welche Implikationen dies für menschliches Handeln und gesellschaftliche Strukturen hat.
1.1 Animal Farm
Den Einstieg in die Thematik möchte ich mit einem kleinen Gedankenexperiment auf Grundlage eines Romans vollziehen. In George Orwells Werk Animal Farm erheben sich die Tiere einer englischen Farm gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers, da dieser sie vernachlässigt und ausbeutet. Sich ihres Unterdrückers entledigt stellen sie gemeinsam Regeln auf, an die alle sich halten wollen. Dieser so genannte “Animalismus” lautet:
• No animal shall wear clothes
• No animal shall sleep in a bed
• No animal shall drink alcohol
• Four legs good, two legs bad
• No animal shall kill another animal
• All animals are equal
Zu Beginn läuft alles sehr gut. Alle Tiere helfen zusammen, um die Farm in Schwung zu bringen und alle Tiere gehen fair und nach den selbst aufgestellten Regeln miteinander um. Die Früchte der Farm und die Produkte der Tiere finden Abnehmer und der Handel beginnt zu florieren, was der ursprüngliche menschliche Besitzer einst nicht zustande brachte. Doch mit der Zeit übernehmen die Schweine immer mehr die Herrschaft, konkurrieren gegenseitig. Sie beginnen, im Haus des Bauern zu schlafen und – getrennt von den anderen Tieren – am Tisch zu speisen. Diejenigen, die versuchen, sich gegen die Schweine aufzulehnen, werden exekutiert. Einige der Regeln werden von den Schweinen nun ergänzt bzw. gestrichen:
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die philosophische Abgrenzung des Menschen vom Tier und hinterfragt diese kritisch anhand neuerer evolutionsbiologischer und neuroethischer Erkenntnisse.
ANTHROPOLOGISCHE PRÄMISSEN: Dieses Kapitel legt die biologischen Grundlagen der menschlichen Moralfähigkeit dar, insbesondere durch die Rolle von Empathie und Spiegelneuronen.
AUFHEBUNG DER KÜNSTLICHEN DICHOTOMIE: Hier erfolgt eine Destruktion des anthropozentrischen Weltbildes durch den Nachweis der physischen und mentalen Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Tier.
DARSTELLUNG UND KRITIK KONKRETER TIERETHISCHER ANSÄTZE: Dieses Kapitel analysiert verschiedene bestehende tierethische Positionen wie die von Schopenhauer, Schweitzer, Singer und Regan und grenzt diese von der eigenen These ab.
DIE THESE DER PATHOZENTRISCHEN FAIRNESS-(TIER-)ETHIK: Das Hauptkapitel konstruiert die neue Fairness-Ethik, leitet Handlungsanweisungen ab und diskutiert deren Implikationen für Ernährung, Tierhaltung und Forschung.
ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der wichtigsten Argumente und einer ethischen Forderung nach einem bewussteren Umgang mit allen leidensfähigen Lebewesen.
Tierethik, Fairness, Anthropologie, Neuroethik, Pathozentrismus, Empathie, Spiegelneurone, Speziesismus, Gerechtigkeit, Leidensfähigkeit, moralischer Status, Tierrechte, nachhaltige Lebensweise, moralische Verantwortung, soziale Intelligenz.
Die Arbeit untersucht den moralischen Status nichtmenschlicher Tiere und entwickelt auf Basis neurophilosophischer Erkenntnisse eine neue „Fairness-Tierethik“.
Neben der Tierethik stehen die Anthropologie, die Neurobiologie der Moral, die Evolutionstheorie und deren Auswirkungen auf unser Verständnis von Gerechtigkeit im Fokus.
Das Ziel ist es, durch die Aufhebung der künstlichen Trennung zwischen Mensch und Tier eine ethische Konzeption zu etablieren, die leidensfähige Tiere fair behandelt.
Die Arbeit stützt sich primär auf naturwissenschaftliche und neurobiologische Erkenntnisse, um ethische Prämissen zu untermauern, anstatt auf klassische philosophische Anthropologie zurückzugreifen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Destruktion des anthropozentrischen Weltbildes, der Analyse etablierter Tierethik-Positionen und der Herleitung der eigenen „Fairness-Tierethik“.
Tierethik, Fairness, Pathozentrismus, Empathie, Leidensfähigkeit und moralischer Status.
Es dient zur Veranschaulichung, wie Hierarchien und moralische Inkonsequenzen entstehen, wenn eine Spezies die Vormachtstellung erlangt und eigene Regeln zulasten anderer festlegt.
Die Autorin argumentiert, dass die Fähigkeit zu leiden das verbindende Element ist, das moralische Rücksichtnahme unabhängig von abstrakten kognitiven Kriterien erzwingt.
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